Short Biographies of Noted Germans, Austrians and Swiss


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©1997, 1998, 1999 by Paul A. Schons

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Rudolf Carnap war Professor an der Universität Wien. Unter seinen bedeutenden Büchern, die in Deutschland veröffentlicht wurden, sind Der logische Aufbau der Welt (1928), Logische Syntax der Sprache (1934). 1936 wanderte er in die U.S.A aus und wurde Professor an der Universität Chicago, das Institute for Advanced Study in Princeton und nach 1954 an der Universität California in Los Angeles. Bedeutende Bücher aus der Periode in Amerika sind Meaning and Necessity (1947), und Logical Foundations of Probability (1950).

Hans Carossa wurde am 15. Dezember 1878 in Tölz geboren und starb am 12. September 1956 in Rittsteig. Der Dichter und Romanschriftsteller trug wesentlich zur Entwicklung des deutschen autobiographischen Romans bei. Er wird als einer der herausragensten und einzigartigen Dichter des 20. Jahrhunderts angesehen. Carossa war Arzt und verbrachte die meiste Zeit in Bayern, dessen Menschen, Folklore und Aberglaube in vielen seiner Werke beschrieben werden. Seine Literaturkarriere begann mit "Stella Mystica", in dem eine philosophische Einstellung über Gefühlsausdrücke dominiert. "Doktor Bürgers Ende" war sein erster Roman und stellt eine Variation Goethes "Werther" dar. Autobiographische Werke sind "Eine Kindheit", "Das Jahr der schönen Täuschungen einer Jugend" und "Verwandlungen einer Jugend".

Carl Carstens wurde am 14. Dezember 1914 in Bremen geboren und starb am 30. Mai 1992 in Meckenheim. Er war Politiker und half bei der Gestaltung Deutschlands im Nachkriegseuropa. Von 1979 bis 1984 war Carsten Bundespräsident. Carstens studierte Jura und Politikwissenschaften an den Universitäten Frankfurt, München, Königsberg und Hamburg. Um ein Stipendium zu erhalten und seine zukünftige Karriere als Jurist zu fördern, trat er 1937 in die Nazipartei ein, war jedoch niemals aktiv tätig. Während des Krieges diente er in einer Luftabwehreinheit und nach dem Krieg wurde er von einem Entnazifizierungsgericht freigesprochen Er setzte seine Studien in Dijon, Frankreich und an der Yale Universität fort. Carstens repräsentierte Bremen in der neuen zentralen Regierung von 1949 bis 1954 und wurde als Repräsentant Westdeutschlands für den Europarat ausgewählt. Drei Jahre später war er einer der Architekten des Vertrages von Rom, der die Errichtung der EEC zur Folge hatte. Als Mitglied der CDU war Carsten als Außenminister, stellvertretender Verteidigungsminister und Vorsitzender des Kanzlerbüros. 1972 wurde er in den Bundestag gewählt, wo er als Parteivorsitzender agierte und später Bundespräsident wurde. Trotz der Debatte über seine Nomination zum Bundespräsidenten war Carsten ein effektives sowie beliebtes Staatsoberhaupt. NN

Karl der Große (Charlemagne) wurde wahrscheinlich am 2. April 742 in Nordeuropa geboren. Mit Hilfe von Schwert und Wort wurde er der Meister Westeuropas. Unter seiner Führung wurden die Wurzeln des Lernens und der Ordnung im Mittelalter wieder hergerichtet. Im Alter von 26 erbte er zusammen mit seinem Bruder das Königreich der Franken. Europa befand sich im Aufruhr und es war Charlemagnes Aufgabe, sein Königreich zu stärken und Ordnung herzustellen. Sein Reich beinhaltete das heutige Frankreich, Belgien, die Schweiz und die Niederlanden. Weiterhin waren halb Italien und Deutschland sowie Teile von Österreich und Spanien eingeschlossen. Charlemagne glaubte, daß eine Regierung zugunsten der Regierten sein sollte und er versuchte unermüdlich, das Leben seines Volkes zu verbessern. Er ermutigte Handel, bessere Farmmethoden und verbreitete Ausbildung und Christentum. Der Kaiser starb im Jahre 814.

Ernst Cassirer wurde am 28. Juli in Breslau (Worclaw) geboren. Er studierte an der Universität Marburg bei Herman Cohen, der Gründer der Marburger Schule. 1919 wurde er Professor an der Universität Hamburg. Als Jude mußte er 1933 Deutschland entfliehen. Er war Professor in England (Oxford), in Schweden und und in den USA (Yale und Columbia). Er starb am 13. April 1945 in New York. Wichtige Bücher von Cassirer sind Die Philosophie der symbolischen Formen (1923-1929), Sprache und Mythos (1925), Die Philosophie der Aufklärung (1932) und The Myth of the State (1946).

Paul Celan, Pseudonym für Paul Antschel, wurde 1920 in Czernovitz, Rumänien geboren. Der Dichter lebte niemals in Deutschland, trug jedoch wesentlich zu Deutschlands Nachkriegsliteratur bei. Celan sprach mehrere Sprachen, unter anderem Deutsch und Rumänisch. Er verstand ebenfalls Jiddisch. Später lernte er auch Französisch, Russisch und Ukrainisch. Celan arbeitete in mehreren Arbeitslagern bevor die Russen Rumänien im Jahre 1944 befreiten. Da er nicht unter russischer Vorrherrschaft und Kommunismus leben wollte, zog Celan nach Wien und dann nach Paris. In Wien veröffentlichte er seine erste Gedichtssammlung "Der Sand aus den Urnen". In nahezu 30 Jahren als Dichter entwickelte Celan eine eigene deutsche Sprache. Er kreierte mehrere mehr oder weniger schnell verständliche metaphorische Zusammensetzungen, wie z.B. die "Todesfuge". Celan's Dichtungen sind durch eine gespensterhafte Vorstellung des Terrors und der Verletzungen der Wirklichkeit sowie einer Gewissheit der Symbolik und des Satzrhythmus gekennzeichnet. In seinen Händen zerbrach die Sprache am Rad der Geschichte und wurde in Dichtung umgestaltet. Mit seiner zweiten Sammlung von Gedichten "Mohn und Gedächtnis" etablierte Celan seinen Ruf in Westdeutschland. Es folgten sieben Bände Dichtungen , einschließlich "Lichtzwang". Paul Celan starb am 1. Mai 1970 in Paris. NN

Der führende deutsche Theologe Martin Chemnitz wurde am 9. November 1522 in Treuenbrietzen geboren und starb am 8. April 1586 in Braunschweig. Chemnitz war als der "Zweite Martin" in Bezug auf Martin Luther bekannt. Er half die Lutheranerkirche nach der Reformation zu vereinigen. Der Theologe war der Schützling Philipp Melanchtons und wurde später Bibliothekar von Herzog Albert von Preußen in Königsberg. Nach seiner Rückkehr nach Wittenberg begann er Melanchthons "loci communes rerum theologicarum", der ersten systematischen Abhandlung über Reformationstheologie zu lehren. 1568 begann er zusammen mit Jakob Andreä mit der Arbeit zur Vereinigung der Lutheranerkirche, die nach Luthers Tod geteilt wurde. Die Vereinigung wurde mit dem "Formula of Concord" erzielt.

Der Geburtstag von Karl Franz Friedrich Chrysander ist am 8. Juli 1826. Der deutsche Musikhistoriker und Kritiker widmete sein ganzes Leben den Werken Georg Friedrich Händels. Er veröffentlichte 95 Bände über diesen Komponisten, wobei er finanziell fast ausschliesslich auf sich selbst gestellt war. Desweitern publizierte er viele Artikel und Zeitschriften über Komponisten des 18. und 19. Jahrhundert. Chrysander starb im Alter von 75 Jahren in Hamburg.

Der preußische General Carl Philipp Gottlieb von Clausewitz wurde im Juni 1780 in Burg geboren und starb im November 1831 in Breslau an Cholera. An der Militäruniversität in Berlin studierte Clausewitz Militärwissenschaft unter der Führung von Gerhard von Scharnhorst, Philosophie und Literatur und entwickelte sein grundlegendes Strategiekonzept. Clausewitz war einer der Führer der Reform der preußischen Armee, quittierte seinen Dienst jedoch und trat der russischen Armee bei, nachdem Napoleon in Rußland einmarschierte. Nach 1814 kehrte er zur preußischen Armee zurück und diente als Stabschef während des Waterloo-Feldzuges. Später wurde er zum General und Verwaltungsdirektor der Militäruniversität ernannt. Während dieser Zeit schrieb er an dem Buch "Vom Kriege", das ihn berühmt machte. In seinem Buch analysiert er das Handeln von Militärgenies durch Isolation von Erfolgsfaktoren. Er betont die Wichtigkeit von Persönlichkeits- und Zufallsfaktoren.

Der Philosoph Johann Clauberg wurde 1622 in Solingen geboren. Er war der führende Nachfolger von Rene Descartes in Deutschland. Er war Professor an der Universität Duisburg. Unter den Werken Claubergs sind Defensio Cartesiana (1652) Ars Etymologica Teutonum et Philosophiae (1663). Er starb 1655 in Duisburg.

Clemens II. (der zweite deutsche Papst): Siehe: Suidiger

Der frühere Außenminister Österreich-Ungarns Ottokar, Graf Czernin von und zu Chudenitz wurde am 26. September 1872 in Dimokur geboren und starb am 4. April 1932 in Wien. Seine Bemühungen Österreich-Ungarn aus dem 1. Weltkrieg herauszuhalten, vermochten die Auflösung der Habsburger Monarchie im Jahre 1918 nicht aufzuhalten. Czernin trat 1895 in der Pariser Botschaft in den diplomatischen Dienst ein, war später in Den Haag tätig und war 1903 Mitglied des böhmischen Landtages. Er war enger Berater von Erzherzog Franz Ferdinand und gegen eine Einführung des allgemeinen Wahlrechts in Österreich. Weiterhin versuchte er, die politische Macht der Aristokratie aufrechtzuerhalten. Nach Amtsantritt des neuen Kaisers Karl I wurde Czernin zum Außenminister ernannt. Der Versuch, die Beteiligung Österreichs am Krieg zu verhindern schlug fehl aufgrund einer starken deutschen Opposition und einer militärischen sowie ökonomischen Verwicklung der zentralen Mächte.

Der Geburtstag Hermann Cohen's ist der 4. Juli 1842. Der deutsch-jüdische Philosoph starb im Alter von 75 Jahren am 4. April 1918 in Berlin. Cohen war Gründer der Marburger Schule für neuzeitliche Philosophie gemäß Kant. Diese bevorzugte den reinen Gedanken und Ethik gegenüber der Metaphysik. Seine Sichtweise entwickelte Cohen während seiner Zeit als Privatdozent an der Marburger Universität. Das Marburger philosophische System ist in "Logik der reinen Erkenntnis", "Die Ethik des reinen Willens" und "Ästhetik des reinen Gefühls" veröffentlicht.

Julius Friedrich Cohnheim wurde 1839 in Demmin, Preussen, geboren und er starb 1884 in Leipzig. Er war ein Pionier in der experimentiellen Pathologie. Als Student von Rudolf Virchow, dem Gründer der Pathologie als Wissenschaft, erforschte er vor allem Entzündungen und Tuberkulose. Durch Cohnheims Versuch der Entzündung eines Hasenauges mit Tuberkulose 1877konnte Virchow den Tuberkulose-Bazillus entdecken. Cohnheims Buch Vorlesungen über allgemeine Pathologie (1877-1880) gehört auch heute noch zu den Standardwerken und seine Methode des Einfrieren von Material, bevor man es für den Mikroskopgebrau kleinschneidet, wird immernoch benutzt.

St. Cordula (? — ca. 451) Es ist nur sehr wenig über St. Cordula bekannt, der schon sehr früh ein Christ in Köln war. Es wird berichtet, daß sie ein Gefolge von St. Ursula gewesen sei und durch eindringende Hunnen zu Tode gemartert worden sei. Ihre Relikte sind in einem Sarg in der Johanniter Kirche in Köln aufbewahrt. St. Albertus Magnus sprach von ihr als eine Heilige im Jahr 1278. Ihre Designation als Heilige geht der Heiligsprechung durch den Papst voraus.

Peter von Cornelius wurde am 23. September 1783 in Düsseldorf geboren und starb am 6. März 1867 in Berlin. Der Maler ist bekannt für seinen Beitrag zur Wiederbelebung der Wandmalerei im Deutschland des 19. Jahrhunderts. Seine frühen Werke waren unbeachtete Werke der Neoklassik. Unter dem Einfluß der deutschen Gothik, deutscher Schriftsteller der Romantik und Dürers Zeichnungen für das Gebetsbuch Kaiser Maximilians erfolgte ein allmählicher Wandel seines Stils. In Rom trat Cornelius dem Lukasbund bei und wurde 1819 nach München eingeladen, um die Glyptothek zu dekorieren. Später wurde er Direktor der Münchner Akademie. Sein "Last Judgement" in der Ludwigskirche ist bemerkenswert durch seine Klarheit und didaktischen Zweck.

Der deutsche Botaniker und Genetiker Carl Erich Correns wurde am 19. September 1864 in München geboren und starb am 14. Februar 1933 in Berlin. 1900 entdeckte er gleichzeitig mit, jedoch unabhängig von, Erich Tschermark von Seysenegg und Hugo de Vries Gregor Mendels historisches Dokument, das die Prinzipien der Vererbung aufzeigt. Um zu ermitteln, in welchem Ausmaß Mendels Gesetze gültig sind, unternahm Correns ein klassisches Studium non-Mendelscher Vererbung. Als Lehrer für Botanik an der Universität Tübingen erforschte er Gartenerbsen und zog die gleichen Schlußfolgerungen wie Mendel. 1914 wurde er zum ersten Direktor des Kaiser Wilhelm Instituts für Biologie ernannt.

Lucas Müller Cranach wurde 1472 in Cranach geboren und starb am 16. Oktober in Weimar. Er war ein führender Maler in Sachsen und einer der wichtigsten und einflußreichsten Künstler der deutschen Kunst des 16. Jahrhunderts. Unter seiner Vielzahl von Gemälden und Holzschnitten befanden sich Altarstücke, Hofportraits und Portraits von protestantischen Reformern sowie unzählbare Bilder von Frauen mit Titeln aus der Bibel oder Mythologie. In Wien trug Cranach wesentlich zu den Malereien der Donauschule, der Kunst der österreichischen Donauregion um Wien und anderen Städten, bei. Durch seine Portraits von Reformern wurde Cranach künstlerischer Propagandist der Protestanten. Noch heute ist unklar, wie viele Kunstwerke Cranach schuf, da er z.B. seine ersten Werke nicht unterzeichnete und selbst spätere Werke nie mit seinem vollständigen Namen. Einige seiner Werke sind "St. Francis Receiving the Stigmata", St. Jerome in Penitence", "Christ on the Cross", "The Holy Kinship" und vieles mehr.

Wilhelm Cuno wurde am 2. Juli 1876 in Suhl geboren und starb am 3. Januar 1933 in Aumühle. Der Politiker und Geschäftsführer war Generaldirektor der Hamburg-Amerika Linie und Kanzler der Weimarer Republik während der Franco-Belgien Invasion des Ruhrgebietes. Cuno wurde der Nachfolger des Schiffmagnaten Albert Ballin als Direktor der Hamburg-Amerika Linie, nachdem dieser Selbstmord begangen hatte. Die Hamburg-Amerika Linie war der größte Schiffskonzern in Deutschland und Cuno agierte in der Position des Direktors als inoffizieller Sprecher für deutsche außenpolitische Interessen. Im November 1922 azeptiere Cuno das Kanzleramt. Er hatte den Vorteil eines achtbaren internationalen Rufes und die starke Unterstützung des deutschen Wirtschaftsektors. Seine Regierung war jedoch kaum erfolgreich in der Absicherung einer benötigten Veränderung von Reparationszahlungen sowie bei der Verringerung der Inflation. Nach einem Mißtrauensvotum durch die starke Sozialdemokratische Partei, war er gezwungen, sein Amt 1923 aufzugeben. Er ging in den Vorstand der Hamburg-Amerika Linie zurück und wurde 1926 zum Vorsitzenden gewählt. NN

Ernst Curtius wurde am 2. September 1814 in Lübeck geboren und starb am 11. Juli 1896 in Berlin. Der deutsche Archäologe und Historiker leitete die Ausgrabungen von Olympia, dem reichsten und heiligsten religiösen Heiligengrab des alten Griechenlands und der Originalstätte der Olympischen Spiele. Curtius unternahm mehrere Reisen nach Griechenland und wurde danach zum Professor der Universität Berlin ernannt, wo er das Werk "Griechische Geschichte" veröffentlichte. 1874 schloß er eine Vereinbarung mit der griechischen Regierung, die dem Deutschen Institut für Archäologie die Exklusivrechte an den Ausgrabungen in Olympia sicherte. Unter seiner Leitung wurde nahezu das gesamte Olympia aufgedeckt sowie Modeltechnologien für Ausgrabungen und stratigraphische Studien entwickelt. Curtius' Entdeckungen beinhalteten den Tempel der Hera, den Altar des Zeus und die Lage des olympischen Stadions. Er fand zahlreiche Geldstücke und Inschriften, die einen beträchtlichen historischen Wert hatten. Eines seiner Werke ist "Olympia, die Ergebnisse der Ausgrabung" NN

Georg Curtius wurde am 16. April 1820 in Lübeck geboren und starb am 12. August 1885 in Hermsdorf, im Russischen Kaiserreich. Curtius war Sprachgelehrter und seine Schriften bildeten die Grundlage für das Studium der griechischen Sprache. 1848 veröffentlichte Georg Curtius eines seiner ersten wichtigen Werke, "Die Sprachvergleichung in ihrem Verhältnis zur classischen Philologie". Es folgte ein Werk über die vergleichende Grammatik der griechischen und lateinischen Sprachen. Während seiner akademischen Anstellung in Prag veröffentlichte er seine "Griechische Schulgrammatik". Als Professor in Kiel entwickelte er sein einflußreichstes Werk, "Grundzüge der griechischen Etymologie". In späteren Jahren seiner Professur an der Universität Leipzig verbrachte er viel Zeit, die sich neu entwickelnde Sprachschule der Neogrammatiker anzugreifen. NN

Julius Curtius wurde am 7. Februar 1877 in Duisburg geboren und starb am 10. November 1948 in Heidelberg. Er war Staatsmann und Außenminister der Weimarer Republik (1929 bis 1931). Nachdem er sich im 1. Weltkrieg ausgezeichnet hatte, diente er bis 1921 als Stadtrat in Heidelberg. Von 1920 bis 1932 saß er als Mitgleid der Deutschen Volkspartei im Weimarer Reichstag. 1926 wurde er zum Wirtschaftsminister der Republik ernannt. Nach dem Tod des Außenministers Gustav Stresemann, übernahm Curtius dessen Amt. Er drang auf eine Neuanpassung der Reparationszahlungen und auf eine Räumung des Rheinlandes. Seine qualifizierte Unterstützung des neuen Reparationsvetrages - dem Young Plan - rief den Groll der Parteien des rechten Flügels in Deutschland hervor. Sein folgender Versuch, eine Zollunion zwischen Österreich und Deutschland zu formen, rief eine starke internationale Mißbilligung hervor, insbesondere von Frankreich. Die offizielle Ablehnung seines Planes durch den permanenten Internationalen Gerichtshof erfolgte kurz nach seinem Rücktritt im Jahre 1931. NN

In Suhl kam im Juli 1876 Wilhem Carl Josef Cuno zur Welt. Cuno war Leiter der Hamburg-Amerika Line von 1918 an, die die grösste deutsche Verschiffungsgesellschaft zur dieser Zeit war. Während der französisch-belgischen Besetzung der Ruhr 1923 war Cuno Kanzler der Weimarer Republik. Cuno starb 1933 in Aumühle.

Cusanus. Siehe: Nikolaus von Kues