Short Biographies of
Noted Germans, Austrians and Swiss
H
©1997, 1998, 1999 by Paul A. Schons
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Der in Österreich geborene amerikanische Ökonom, Schriftsteller und Ausbilder, Gottfried von Haberler, wurde am 20. Juli 1900 in Wien geboren und starb am 6. Mai 1995 in Washington, USA. Haberlers Hauptgebiet war der internationale Handel. Er schrieb kurzzeitig über internationalen Handel und wurde durch sein Hauptwerk The Theory of International Trade berühmt. Er beschäftigte sich unter anderem mit Opportunitätskosten und Kaufkraftsparität.
Jürgen Habermas ein Vertreter der Frankfurter Schule wurde 1929 in Düsseldorf geboren. Er studierte in Göttingen, Zürich und Bonn. Er promovierte in Bonn bei E. Rothacker. Er habilitierte sich bei W. Abendroth in Marburg. Ab 1964 war er Professor an der Universität Frankfurt. Habermas vertritt eine diskursive Konsenstheorie der Wahrheit.
Der deutsche Zoologe und Evolutionist Ernst Haeckel wurde am 16. Februar 1834 in Potsdam geboren und starb am 9. August 1919 in Jena. Haeckel war ein starker Befürworter des Darwinismus und schlug neue Ideen über die evolutionäre Abstammung des Menschen vor. Er studierte Medizin und ging später nach Italien, wo er malte und eine Kunstkarriere in Erwägung zog. 1861 beendete Haeckel eine Dissertation in Zoologie und wurde Privatdozent. Er gab Vorlesungen über die Abstammungslehre und veröffentlichte seine Monographie über Einzeller. Haeckel schrieb unter anderem "Generelle Morphologie der Organismen"und "Die Perigenesis der Plastidule".
Der international bekannte deutsche Tierhändler und -trainer, Carl Hagenbeck, wurde am 10. Juni 1844 in Hamburg geboren und starb am 14. April 1913. Hagenbeck begann seine Karriere als Tierhändler. Sobald der Tierhandel nachließ, reiste er mit seiner Show, die Menschen und Tiere von fernen Gegenden zeigte. Später experimentierte Hagenbeck mit Tieren und zeigte, daß sie kontrolliert werden können, indem man Freundschaft mit ihnen schließt. Nachdem er seine Show verkauft hatte, eröffnete Hagenbeck einen Zoo, der als Prototyp zukünftiger Freiluftzoos angesehen wurde.
Der Chemiker Otto Hahn wurde am 8. März 1879 in Frankfurt geboren. Er untersuchte radioaktive Stoffe und entdeckte dabei einige radioaktive Elemente sowie die Spaltung von Urankernen bei Neutronenbestrahlung. Letztere Entdeckung war von enormer Bedeutung für die weiter Entwicklung in der Atomforschung. Otto Hahn wurde 1944 mit dem Nobelpreis für Chemie ausgezeichnet.
Gräfin Ida von Hahn-Hahn wurde am 22. Juni 1805 in Tressow, Mecklenburg-Schwerin, geboren. Sie war Autorin von Gedichten, Reisebüchern und Romanen, die in einem künstlichen aristorkratischen Stil verfasste sind. Als ihr bester Roman gilt Gräfin Faustine (1841), der von der Freiheit der Gefühle handelt und mit der deutschen Junges Deutschland Bewegung verbunden ist, die sie stark beeinflusst hat. Sie starb 1880 in Mainz.
Der österreichische Ökonom und Staatsmann Michael Hainisch wurde am 15. August 1858 in Aue geboren. Er starb am 26. Februar 1940 in Wien. Hainisch diente als erster Präsident der Bundesrepublik Österreich von 1920 bis 1928. Er befürwortete das allgemeine Stimmrecht und das für Frauen sowie Volksbildung. Während des 1. Weltkrieges sprach er sich ebenso für den Anschluß Österreichs an Deutschland aus.
Zeitgenosse Kants lebte auch Johann Georg Hamann in Köngisberg. Hamann lebte eine Zeitlang in London und erlebte dort moralische Erschütterungen. Danach entwickelte er eine Art mystische Weltanschauung und fand direkte Beziehungen zu Gott durch die Natur und die Poesie.
Georg Friedrich Händel wurde am 23. Februar 1685 in Halle geboren und starb am 14. April 1759 in London. Er war Komponist der späten Barockphase, besonders bekannt für seine Opern, Oratorien und instrumentalen Kompositionen. Das berühmteste aller Oratorien Messiah wurde 1741 fertiggestellt. Händel wird ebenso gewürdigt für Werke wie Water Music und Music for the Royal Fireworks. Er war Kapellmeister Georg I, dem zukünftigen König Englands. Seine Oper Rinaldowurde 1711 in London aufgefürt. Diese und andere Werke brachten ihm immer größere Popularität in England. 1926 wurde Händel britischer Untertan.
Noch ein österreichischer Geburtstag: Der Österreicher Peter Handke wurde am 6.12.1942 geboren. Er schrieb die Romane, Die Linkshändige Frau und Die Angst des Tormanns beim Elfmeter. Aber man kennt ihn am besten als Dramatiker. Unter seine Dramen sind Publikumsbeschimpfung, Kaspar, Der Ritt über den Bodensee und Das Mündel will Vormund sein. Try: http://www4.torget.se/artbin/art/ahandkee.html
Arthur Hantzsch wurde am 7. März 1857 in Dresden geboren und starb am 14. März 1935 in seiner Geburtsstadt. Der Chemiker wurde im Alter von 25 Jahren durch die Erfindung der Synthese von austauschbaren Pyridinen bekannt. Hantzsch war Professor in Zürich, Würzburg und Leipzig. Gemeinsam mit seinem Studenten Alfred Werner untersuchte er die Stereochemie von Stickstoffverbindungen. Er entdeckte, daß viele Diazoniumverbindungen Salze oder Basen sind. Seine Untersuchungen von Triphenylmethan-Farbstoffe führten zu Fortschritten in der Spektralanalyse. Er führte ebenso die Theorie von chemischen Indikatoren fort. In seinen Studien der Dissoziation von Säuren zeigte Hantzsch die Bildung von Oxoniumsalzen und schloß daraus, daß die Dissoziation nach der Solvatation erfolgt.
Otto Erich Hartleben wurde am 3. Juni 1864 in Clausthal geboren und starb am 11. Februar 1905 in Salo, Italien. Hartleben war deutscher Dichter, Dramatiker und Kurzgeschichtenschreiber. Er ist bekannt für seine naturalistischen Dramen, die mit Ironie die Schwäche der Mittelklasse widerspiegeln. Sein bekanntestes Drama ist Rosenmontag. Weitere Werke sind Vom gastfreien Pastor und Meine Verse.
Eduard von Hartmann wurde 1842 geboren. Als Philosoph wurde er früh von der pessimistischen Philosophie Schopenhauers beeinflußt, später aber konnte er diesen Pessimismus überwinden. Ein bekanntes Buch von Hartmann ist Die Philosophie des Unbewussten (1870). Hartmann starb 1906.
Der Philosoph Nikolai Hartmann war während der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts eine der dominantesten Figuren der Philosophie in Deutschland. Hartmann lebte von 1882 bis 1950 und war Professor in Berlin und Göttingen. Bekannte Werke waren Ethiken und Neue Wege der Ontologie (1942). Hartmann wurde 1882 in Riga geboren. Er war Professor an den Universitäten Margurg, Köln, Berlin und Göttingen.
Der österreichische Physiker Paul Harteck wurde am 20.7. 1902 in Wien geboren und starb am 20. 1. 1985 in Santa Barbara, USA. Er studierte Physik und Chemie in Wien und Berlin und arbeitete seit 1928 am Kaiser-Wilhelm-Institut für Physikalische Chemie in Berlin. Später ging er als Professor der physikalischen Chemie und Kernphysik an das Rensselaer Polytechnic Institute nach Troy. Harteck arbeitete unter anderem auf dem Gebiet der Atomphysik und an physikalischen sowie chemischen Problemen der Atmosphäre.
Gerhart Hauptmann wurde am 15. November 1862 geboren. Er war einer der wenigen deutschen Dichter, dem einen Literaturnobelpreis verliehen wurde (1912). Am Anfang schrieb er naturalistische Schauspiele, später Märchenhafte Spiele und am Ende dem klassischen Altertum orientierten Stücke. Wichtige Werke von Hauptmann sind Die Weber, Die Ratten, Die versunkene Glocke, Bahnwärter Tiel und Der Ketzer von Soana. Hauptmann starb 1946.
Novalis wurde am 2. Mai 1772 in Oberwiederstedt geboren und starb am 25. März 1801 in Weissenfels, Sachsen. Sein Name ist Pseudonym für Friedrich Leopold Freiherr von Hardenberg, einem frühen deutschen Dichter und Theoretiker der Romantik, der die späteren Gedanken der Romantiker stark beeinflußte. In "Hymnen an die Nacht" feierte Novalis die Nacht, oder den Tod, als Eintritt in ein höheres Leben in der Gegenwart von Gott. Er sah eine mystische Wiedervereinigung mit seiner toten Frau sowie mit dem gesamten Universum nach seinem Tod vorher. Novalis' letzte Jahre waren erstaunlicherweise kreativ, gefüllt mit umfassenden Studien, dem Vorschlag für ein philosophisches System basierend auf Idealismus und seinem wirklichen poetischen Werk. "Blütenstaub" und "Glauben und Liebe", zwei Sammlungen von Fragmenten, die zu seinen Lebzeiten erschienen, zeigen seinen Versuch, Poesie, Philosophie und Wissenschaft in einer allegorischen Interpretation der Welt zu vereinen. Seine gefeierte mythische Romanze "Heinrich von Ofterdingen" gesetzt in eine idealisierte Vision des europäischen Mittelalters, beschreibt die mystische und romantische Suche eines jungen Dichters. Das zentrale Bild seiner Visionen, eine blaue Blume, wurde unter Novalis' Zeitgenossen der Romantik weitgehend als Symbol romantischer Sehnsüchte anerkannt. In dem Essay "Die Christenheit oder Europa" fordert Novalis eine universelle Christenkirche, die ein Europa errichten soll, dessen mittelalterliche kulturelle, soziale und intellektuelle Einheit durch Reformation und Aufklärung zerstört war. NN
Otto Eduard Hasse wurde am 11.7. 1903 in Obersitzko geboren und starb am 12.9. 1978 in Berlin. Er war eigentlich Student der Rechtswissenschaft, besuchte jedoch die Schauspielschule. Hasse kam ans Deutsche Theater und war später Mitglied der Vereinigten Theater in Breslau sowie der Münchner Kammerspiele, wo er in Verbindung mit Karl Valentin trat. Er spielte in der Bundesrepublik Deutschland, Österreich und der Schweiz und synchronisierte in den 50er Jahren unter anderem Humphrey Bogart und Spencer Tracy. Er war Jury-Mitglied der Internationalen Filmfestspiele Berlin und spielte unter anderem die Titelrolle in dem Film Canaris.
Wilhelm Hauff wurde am 29. November 1802 in Stuttgart, Würtemberg geboren und starb am 18. November 1827 in seiner Geburtsstadt. Der deutsche Dichter und Romanschriftsteller ist am besten durch seine Märchen bekannt. Hauff erhielt seine Ausbildung an der Universität Tübingen, arbeitete als Lehrer und wurde 1827 Herausgeber des "Morgenblatt", der Zeitung von J.F. Cotta. Obwohl Hauff starb bevor er das Alter von 25 Jahren erreichte, umfaßt sein Werk 36 Bände. Hauff verband in seinen Werken Themen anderer Dichter mit seinen eigenen. Seine Werke zeigen einen angenehmen und oft lebhaften Witz. Seine Phantasiegeschichte "Mitteilungen aus den Memoiren des Satans" zeigt einen starken Einfluß von E.T.A. Hoffmann. Die Kurzgeschichte "Die Bettlerin vom Pont des Arts" hat Ähnlichkeit mit Werken von Ludwig Tieck. "Lichtenstein", ein historischer Roman über Würtemberg im 16. Jahrhundert war eine der ersten Imitationen von Sir Walter Scott. Einige von Hauff's Märchen, die in seinem "Märchenalmanach auf das Jahr 1826" veröffentlicht wurden, waren dauerhaft populär. NN
Franz Joseph Haydn wurde am 31.3.1732 in Österreich geboren. Als Junge war er Hofsängerknabe in Wien. Seit 1761 war er Kapellmeister des Fürsten Esterhazy in Eisenstadt. Er war mit Mozart befreundet und hatte einen starken Einfluß auf Mozart und Beethoven. Er komponierte 15 Messen, 4 Oratorien, 24 Opern und 104 Symphonien. Haydn starb 1809 in Wien.
Friedrich Hebbel wurde am 18. März 1813 in Wesselburen, Schleswig-Holstein, geboren und starb am 13. Dezember 1863 in Wien. Der Dichter und Dramatiker fügte eine neue psychologische Dimension zum deutschen Drama und verwendete Hegels Konzepte der Geschichte, um Konflikte in seinen historischen Tragödien zu dramatisieren. Er war nicht so sehr mit den historischen Aspekten seiner Charaktere oder Ereignisse beschäftigt, als mit dem Prozeß der Veränderung, der zu neuen moralischen Werten führte. Er ging nach Heidelberg, um Recht zu studieren, ging jedoch bald nach München und widmete sich der Philosophie, Geschichte und Literatur. Hebbels Prosastück "Judith", basierend auf der biblischen Geschichte, brachte ihm 1840 Ruhm nach der Aufführung. Sein poetisches Drama "Genoveva" beendete er 1841. Während seiner Zeit in Paris schrieb er das meiste der realistischen Tragödie "Maria Magdalena". Andere Werke sind "Herodes und Mariamne", "Die Niebelungen Trilogie", "Agnes Bernauer", "Gyges und sein Ring" und beinhalten zwei Komödien, ein Band mit Erzählungen und Geschichten, Gedichtssammlungen und Essays über Literaturkritiken. Zu seinem 50. Geburtstag erhielt er den Schillerpreis. NN
Erich Heckel wurde 1883 in Döbeln, Deutschland, geboren. Er war Gründungsmitglied der Gruppe Die Brücke, eine einflussreicher Kreis expressionistischer Künstler. Seine ersten Werken reflektieren seine grosse Bewunderung Van Goghs. Später interessierte er sich mehr für die formale Komposition von Bildern. Er gebrauchte Farbe und verzerrten Raum, um beim Betrachter Gefühle zu erwecken. Sein Interesse als Bildhauer galt afrikanischen Skulpturen. 1937 wurden seine Werke von den Nazis als dekadent bezeichnet. Nach dem 2. Weltkrieg lehrte er an der Kunstakademie in Karlsruhe. Er starb 1970 in Radolfzell.
Otto Heckmann wurde am 23. Juni 1901 in Opladen geboren. Der deutsche Astronom ist für seine Arbeit auf dem Gebiet der Messung sternenförmiger Positionen und für seine Studien der Relativität sowie Kosmologie bekannt. Er leistete ebenso beträchtliche Beiträge zur statistischen Mechanik. Heckmann organisierte ein internationales Programm, um die Sternpositionen auf der nördlichen Halbkugel zu photographieren und aufzuzeichnen. Dieses Programm schloß Observatorien in England, Frankreich, West- und Ostdeutschland, die Sowjetunion, Kanada und die USA ein. Dieses Projekt führte zur Veröffentlichung des 3. Katalogs der Deutschen Astronomischen Gesellschaft. 1931 bewies Heckmann, unter der Annahme, daß Materie homogen im Universum verteilt und isotrop ist, daß die Theorie der generellen Relativität zu einem offenen wie auch geschlossenen Universum führen kann. Von 1967 bis 1970 war Heckmann Präsident der Internationalen Astronomischen Union. Er erhielt zahlreiche Ehrungen, unter anderem die Watson Medaille der Nationalen Akademie der Wissenschaften der USA sowie die Bruce Medaille der Astronomischen Gesellschaft des Pazifik. NN
St. Hedwig von Schlesien (1174 1243) St. Hedwig von Schlesien wurde im Jahr 1174 in einem Schloß in der Nähe vom Ammersee, Bayern, geboren. Sie wurde im Kloster von Kitzingen geschult, und im Alter von 12 wurde sie mit dem Herzog Heinrich I. von Schlesien verheiratet. Sie widmete ihr Leben der Verbreitung des Christentums, der Fürsorge für Arme und Kranke, und dem Aufbau von Nonnenklostern. Als persönliche Demütigung entwickelte sie die Angewohnheit, barfuß im Winter zu laufen, obwohl ihr der ansässige Bischof dies verbot. Um ihm zu gehorchen und trotzdem ihre Buße zu tun, trug sie die Schuhe im Winter an ihren Händen. Sie wurde durch Papst Klemens IV. im Jahr 1267 heilig gesprochen. Für Deutsche, die nach dem 2. Weltkrieg von Schlesien verbannt wurden, wurde sie zur Schirmherrin. Zum großen Teil durch die Bemühungen von Hedwig und Heinrich, das Christentum zu verbreiten, wurde Schlesien Deutschland sehr ähnlich. Sie wurde die Schirmherrin für alle, die ihr zu Hause verlassen mußten.
Georg Friedrich Hegel wurde am 27.8.1770 in Stuttgart geboren und starb am 14.11.1831 in Berlin während einer Cholera Epidemie. In Tübingen begegneten Hegel Hölderlin und Schelling. Diese Begegnung sollte prägend werden für sein späteres Leben, wie auch für sein Werk und Wirken. Im Alter von einunddreißig Jahren zog es Hegel nach Jena, wo auch seine spätere Philosophie ihr Fundament fand. Zunächst habilitiere er dort und lehrte Philosophie als Privatdozent. 1816, erhielt Hegel gleich drei Rufe von namhaften Universitäten und entschied sich für Heidelberg, wo er zwei Jahre lang lehrte. Nach Ablauf dieser Zeit erhielt er einen Ruf an die Universität in Berlin. Nach dreizehnjähriger Lehrtätigkeit wurde Hegel Rektor der Berliner Universität. Zu jener Zeit begann Hegel, sich zusehends mehr mit Naturrecht, Staat und Staatsrecht zu beschäftigen, eine Weiterführung seiner Anwendung der politischen Philosophie auf das aktuelle Geschehen seiner Zeit. Hegel entwickelte eines der bedeutendsten Systeme der europäisch-abendländischen Philosophie. Im Mittelpunkt dieses Systems steht das Absolute, das sich im dialektischen Dreischritt von These, Antithese und Synthese konkretisiert. Seine wichtigsten Werke sind "Phänomenologie des Geistes", "Wissenschaft der Logik", "Enzyklopädie der philosophischen Wissenschaften", "Grundlinien der Philosophie des Rechts oder Naturrecht" und "Rechtswissenschaft im Grundrisse".
Der Philosoph Martin Heidegger wurde am 26. September 1889 geboren. Von der phänomenologische Lehre Husserls herkommend, wurde er zu einem der einflußreichsten Vertreter der sogenannten Existenzphilosophieund begründete darüber hinaus eine neue Lehre vom "sein". Heidegger war Professor in Marburg und Freiburg. Sein Hauptwerk trägt den Titel Sein und Zeit. Heidegger starb 1976.
Heinrich Heine, der deutsche Dichter wurde am 13.12. 1797 geboren. Düsseldorf ist seine Geburtsstadt. Er stammte aus einer jüdischen Kaufmannsfamilie. Seine Gedichte sind manchmal spielerisch, elegant und sogar oberflächlich und geistreich-witzig. Aber manchmal sind sie wehmütig, innerlich zerissen und sogar verzweifelend. Heine starb 1856 in Paris. http://www.bg.id.ethz.ch/heine/
Dr. Gustav Heinemann war von 1969 bis 1974 der Präsident der Bundesrepublik Deutschland. Heinemann Wurde am 23. Juli in Schwelm (Westfalen) geboren. Er Promovierte in Marburg im Jahre 1921 (Dr. rer. pol.). Er Promovierte ein zweites Mal in Münster im Jahre 1929 (Dr. jur.). 1923-1939 war er Dozent für Bürgerrecht und Wirtschaftsrecht an der Universität Köln. 1946-1949 war er der Oberbürgermeister in Essen. 1957 wurde er Mitglied des Bundestages. Heinemann starb am 7. Juli, 1976.
St. Heinrich II. (972 1024) St. Heinrich II. wurde im Jahr 972 in der Nähe von Regensburg geboren und wurde der Kaiser des Heiligen Römischen Reiches, das oft auch das Deutsche Reich genannt wurde. Er war der Sohn von Heinrich, dem Herzog von Bayern und wurde im Jahr 1002 der König von Deutschland. Nachdem er der Kirche in Italien geholfen hatte, sich zu vereinigen, wurde er durch Papst Benedikt VIII. zum König von Italien gekrönt. Wie so oft gab es wieder Probleme in Italien, und der deutsche König überquerte die Alpen um erneut zu helfen. Durch diese Tat wurde er am 14 Februar 1014 zum Kaiser gekrönt. Während seiner 10 jährigen Herrschaft arbeitete er ständig an der Stärkung der Einheit von seinem Reich und der Kirche. Heinrich ist der Kathedrale in Bamberg begraben, ein Bistum, das er selbst gegründet hatte. Heinrich wurde durch Papst Eugen III. 1146 heilig gesprochen, sein Gedenktag ist am 13. Juli. Heinrichs Frau, Kunigunde, wurde auch heilig gesprochen und ist neben ihrem Mann begraben.
Heinrich IV, Herzog von Bayern, deutscher König und Heiliger Römischer Kaiser wurde am 11. November 1050 in Goslar geboren und starb am 7. August 1106 in Liege, Lorraine. Er war in einen langen Streit mit Papst Gregory VII um die Amtseinsetzung verwickelt. Als Ausgang des Streites verbannte sich Heinrich IV selbst von der Gemeinschaft und tat Buße in Canossa woraufhin er wieder zur Kirche zugelassen wurde. Indem Heinrich Buße ablegte stimmte er der Legalität der Maßnahmen des Papstes zu und veränderte somit die Beziehung zwischen Staat und Kirche für immer. Seine letzten Jahre verbrachte er damit, den Rebellionen seiner Söhne Konrad und Heinrich entgegenzuwirken.
Heinrich V wurde am 11. August 1086 geboren und starb am 23. Mai 1125 in Utrecht. Er war deutscher König und Heiliger römischer Kaiser sowie letzter der Salian-Dynastie. Heinrich V stellte den Frieden im Kaiserreich wieder her und war generell erfolgreich in Kriegen mit Flandern, Böhmen, Ungarn und Polen. Als Sohn Heinrich IV führte er dessen Amtseinführungskontroverse mit dem Papsttum weiter. Sein Bruder Konrad, deutscher König, rebellierte ohne Erfolg gegen seinen Vater und wurde von Heinrich V 1099 ersetzt. Er nahm seinen Vater gefangen und zwang diesen zur Abdankung. 1111 wurde er zum Kaiser gekrönt.
Werner Heisenberg wurde am 5. Dezember 1901 in Würzburg geboren. Dieser Kernphysiker erhielt den Nobelpreis 1932. Seine "Unschärferelation" ist in der Physik unserer Zeit noch ein wichtiges Thema, sowohl wie die von ihm entwickelte Quantentheorie. Er war Professor an der Universität Göttingen und München. Er war der Direktor des Max-Planck-Instituts für Physik in München.
St. Helena (ca. 250 ca. 330) St. Helena war die Mutter vom römischen Kaiser, Konstantin der Große. Sie wurde im östlichen Teil des römischen Reiches geboren, zog aber nach Trier um von hier aus zu herrschen, als ihr Sohn Kaiser des Westens wurde. Sie war schon früh eine Christin und hatte ohne Zweifel einen großen Einfluß auf Konstantins positive Einstellung zum Christentum. Sehr spät in ihrem Leben unternahm sie eine Wallfahrt ins gelobte Land. Ihr wird nachgesagt, daß sie viele Relikte von Christus gefunden hat, die heute in Kirchen Deutschlands liegen. Das Gewand von Christus ist in Trier, die Relikten der Heiligen Drei Könige in Köln, und der Lendenschurz in Aachen wurden durch ihre Bemühungen an ihre heutigen Orte gebracht. Ihre Verehrung als Heilige geht der Heiligsprechung durch den Papst voraus. Die heutige Kathedrale in Trier war eine Spende von Helena, der Ursprung diese Bauwerks waren ihre Wohnräume, in denen sie gelebt hat.
Brigitte Helm wurde 1908 in Berlin unter dem Namen Brigitte Eva Gisela Schittenhelm geboren. Ihren größten Erfolg hatte sie mit ihrer Rolle als sexy Roboter in Fritz Lang's Meisterstück Metropolis. Es war ihre allererste Filmrolle und sie erlangte damit gleich Berühmtheit. Als sie im Juni 1996 starb, war sie jedoch fast vollständig in Vergessenheit geraten. Nur wenige Fans wissen, daß Brigitte Helm in weiteren weniger bekannten Rollen, unter anderem in Die Liebe der Jeanne Ney, Alraune, ein SciFi Remake, in dem sie einen weiblichen Frankenstein spielt, Die singende Stadt und Herrin von Atlantis spielte. Die Einführung des Tons empfand sie als herzlos und dämpfte ihre Filmkarriere. Wie Marlene Dietrich, zeigte Helm keine Sympathie für die Hitlerregierung. Sie beendete ihre Filmkarriere und verließ Deutschland für immer. Ihre beeindruckende Rolle als erster weiblicher Roboter in Metropolis wurde als Meilenstein in der Stummfilmgeschichte angesehen und beeinflußte Hollywood sehr stark. Obwohl sie niemals einen Film in Hollywood gemacht hatte, beeinflußte das eindrucksvolle Image des verführerischen Roboters spätere Roboterdesigns in Hollywoodproduktionen, z. B. Robocop und C3PO in Star Wars.
Hermann Helmholtz, 1821 in Potsdam geboren, begann seine Laufbahn als Militaerarzt. Es folgte eine Position als Lehrer fuer Anatomie in Berlin. 1849 erhielt er seine erste Professur fuer Physiologie in Koenigsberg, spater uebte er dieselbe Taetigkeit in Bonn und Heidelberg aus. Im Laufe der Zeit wandte sich Helmholtz von der Medizin zur Physik und erhielt 1871 einen Lehrstuhl fuer Physik in Berlin. 1887 wurde er zum Praesidenten der neugegruendeten Physikalisch Technischen Reichsanstalt ernannt. Seine Vielseitigkeit brachte ihm den Ruf eines universellen Naturwissenschaftlers ein. So beschaeftigte er sich mit Versuchen zum Stoffwechsel, zur Optik, Akustik und zur Sinnesphysiologie. Ebenso setzte er sich kritisch mit den philosophischen Ideen Kants auseinander. Die Naturwissenschaft verdankt ihm unter anderem die Dreifabentheorie und das Ophthalmoskop. Helmholtz starb 1894 in Berlin-Charlottenburg. BF
Friedrich Gustav Jakob Henle, der im Juli 1809 in Fürth geboren wurde, war Pathologe und einer der herausragensten Anatomisten der Geschichte. Sein Buch Handbuch, in dem er die Unterschiede von entzündenten zu gesunden Organen beschrieben hatte, bildete die Grundlage der modernen Patheologie. Henles Theorie von Mikroogranismen, die diese Entzündungen verursachten, wurde von seinem Schüler Robert Koch zum Erfolg geführt. Henle starb 1885 in Göttingen.
Der deutsche Komponist Hans Werner Henze wurde am 1. Juli 1926 geboren. Henze war Schüler von René Leibowitz, dem führenden Komponist in der 12-Ton-Musik. Henzes Musik war bis 1956 von dieser Stilrichtung geprägt. Mit seiner Oper König Hirsch (1956) begann seine 2. Periode, die durch einen einfallsreicheren und mehr auswählenden Stil geprägt ist. Sein Stil ist es, andere Stile auszuwählen und diese in einem Stück miteinander zu verbinden. Beeinflusst vom Sozialismus schrieb er Mitte der 60iger einige politische Stücke, u.a. Das Floss der Medusa, ein Requiem für Che Guevara, die seine spätere Überzeugung zum Ausdruck brachte, dass Musik politisch sein sollte. Seit 1953 wohnte Henze in Italien.
Johann Friedrich Herbart ist einer der Gründer der modernen Erziehungswissenschaft. Er studierte bei Johann Gottlieb Fichte an der Universität Jena. Eine Zeitlang lebte er in der Schweiz, wo er eine Freundschaft mit Pestalozzi schloß. 1808 wurder er Professor an der Universität Königsberg als Kants Nachfolger. Von 1833 bis 1844 war er Professor in Göttingen. Seine zwei bedeutende Bücher im Bereich Erziehungswissenschaft sind Pestalozzis Idee eines A B C der Anschauung (1802) und Allgemeine Pädogogik (1806).
Johann Gottfried von Herder wurde am 25. August 1744 in Mohrungen, im heutigen Polen geboren und starb am 18. Dezember 1803 in Weimar. Er war Kritiker, Theologe und Philosoph sowie die führende Figur in der literarischen Epoche des Sturm und Drang. Von Herder war ein Neuerer in der Philosophie von Geschichte und Kultur. Sein Einfluß, der durch seinen Kontakt mit dem jungen Goethe noch vergrößert wurde, machte ihm zum Vorläufer der Romantikbewegung. 1802 wurde Herder geadelt. Sein lebenswerk enthält unter anderem ìZersträute Blätterî, Vom Erkennen und Empfinden der menschlichen Seele und Journal meiner Reise.
St. Heribert von Köln (ca. 970 1021) Heribert von Köln wurde im Jahr 970 in Worms geboren und dort in der Kathedral Schule ausgebildet. Er wurde im Jahr 994 zum Priester geweiht, und im Jahr 999 wurde er zum Erzbischof von Köln durch Kaiser Otto III. ernannt. Diese Position wurde ihm auch durch Papst Sylvester II. zugesagt, da die Ernennung von Bischöfen im Heiligen Römischen Reich eine geteilte Macht ist. Im Jahr 1003 gründete er das Kloster in Deutz, wie es ihm eine Vision erteilt hatte. Am 16. März 1021 starb Heribert und wurde in Deutz in der Nähe des von ihm gegründeten Klosters begraben. Sein goldener Sarg ist heute in Köln - Deutz in der St. Heribert Kirche. Er wurde durch Papst Gregor VII. im Jahr 1147 heilig gesprochen, und sein Gedenktag ist am 16. März. Zu seiner Lebenszeit war er ein enger Vertrauter der Kaiser des Heiligen Römischen Reiches und unternahm einige Reisen nach Rom. Auch wurden ihm zu dieser Zeit schon Wunder zugeschrieben, und er wurde schon vor seiner Heiligsprechung als Heiliger verehrt. BF
St. Hermann Joseph von Steinfeld (ca. 1150 ca. 1250) St. Hermann Joseph wurde ungefähr im Jahr 1150 in Köln geboren, und der zeitgenössische Autor seiner Biographie erzählt, daß er sich schon seit seiner Jugend der Heiligen Jungfrau Maria gewidmet hat. Mit 12 Jahren trat er in das Kloster von Steinfeld ein. Später wurde er zum Priester geweiht und wurde weiterhin durch seine Demut und Hingabe Maria gegenüber bekannt. Viele Jahre lang berichtete er von Visionen über die Heilige Jungfrau, und er schrieb viele Gedichte und Lobgesänge an Maria, von denen viele erhalten geblieben sind. St. Hermann Joseph wurde durch Papst Pius XII. im Jahr 1958 heilig gesprochen. Er ist im Kloster in Steinfeld begraben, und sein Gedenktag ist am 7. April. BF
Georg Hermes wurde am 22. April 1775 in Dreierwalde geboren. Er war katholischer Theologe, der die Ideen Immanuel Kants in seine Theologie brachte. In seinem Einleitung in die christkatholische Theologie (1819-29) versuchte er die notwendigkeit der christlichen Lehre durch die Methoden der reinen Vernunft zu beweisen. 1799 wurder er Priester und wurde Professor der Theologie an der Universität Münster und später an der Universität Bonn. Hermes starb am 26. Mai 1831. Nach seinem Tode wurden seine Werke von der Kirche verboten.
Alfred Herrhausen wurde am 30. Januar 1930 in Essen geboren und starb am 30. November 1989 in Bad Homburg. Er war der Vorsitzende der größten Geschäftsbank in Deutschland, der Deutschen Bank. Herrhausen begann seine Karriere als Direktionsassistent bei Ruhrgas in seiner Geburtsstadt. Später arbeitete er für das regionale Versorgungsunternehmen in Dortmund, wo er sich bei der Planung der Privatisierung hervortat. Im folgenden Jahr wurde er Finanzdirektor. Herrhausen ging zur Deutschen Bank als stellvertretendes Vorstandsmitglied und wurde 1988 Vorstandsvorsitzender. Er versuchte den Einflußbereich der Bank zu vergrößern und führte Management Beratung und Immobiliengeschäfte ein. Herrhausen war einer der Schlüsselberater des ehemaligen Kanzlers Helmut Kohl. Er war Vorstandsmitglied in zahlreichen Unternehmen, unter anderem Daimler-Benz AG, Continental Gummi-werke AG, the Xerox Corporation und zahlreichen Versorgungsunternehmen. Seine Auffassung über die Lockerung von Dritte Welt Schulden, die Unterstützung der Wirtschaft noch unterentwickelter osteuropäischer Länder sowie die Vereinigung beider deutscher Länder machte ihn zu einem Ziel für Terroristen. Er starb bei einem Bombenattentat der Roten Armee Fraktion.
Caroline Herschel wurde am 16 März 1750 in Hannover geboren und starb am 9. Januar 1848 in ihrem Geburtsort. Nachdem die Franzosen Hannover 1757 besetzten, floh ihr Bruder William nach England, wo er als Musiklehrer arbeitet. 1766 wurde er Organist in Bath, wohin ihn im Jahre 1772 auch Caroline folgte. Nach ihrer Ankunft gab sie erfolgreiche Vorstellungen als Sängerin. 1787 zogen die Herschels nach Old Windsor und Caroline erhielt Lohn von König George III für die Arbeit als Assistentin ihres Bruders, den sie in seiner Arbeit als Astronom des Königs unterstützen sollte. 1788 zogen die Herschels nach Slough, wo sie jede Nacht den Sternenhimmel beobachteten. Caroline zeichnete diese Beobachtungen auf und arbeitete die Resultate, erzielt bei Nacht, am Tage auf. Sie führte langatmige Berechnungen durch, um William's Daten zu reduzieren. 1798 legte sie der Königlichen Gesellschaft einen Index der Beobachtungen vor zusammen mit einer Liste von 560 ausgelassenen Sternen. Nach Williams Tod 1822 kehrte Caroline nach Hannover zurück, wo sie ihren Katalog mit 2500 Nebelflecken komplettierte. 1828 erhielt sie die Goldmedaille der Astronomiegesellschaft.
Der in Deutschland geborene britische Astronom Wilhelm Friedrich Herschel wurde am 15. November 1738 in Hannover zur welt gebracht und starb am 25. August 1822 in Slough, England. Herschel ist der Gründer der Sternastronomie für die systematische Beobachtung der Himmel. Er entdeckte den Planeten Uranus, erstellte die Hypothese, daß Nebelflecken aus Sternen bestehen und entwickelte die Theorie der sternenförmigen Evolution. 1816 wurde Herschel zum Ritter geschlagen.
Der deutsche Physiker Gustav Ludwig Hertz wurde am 22. Juli 1887 in Hamburg geboren und starb am 30 Oktober 1975 in Ostberlin. Er arbeitete zusammen mit James Franck an der Bestätigung der Theorie, daß ein Atom Energie nur in begrenzten Mengen absorbieren kann. 1925 erhielten sie für ihre Arbeit den Nobelpreis in Physik. Hertz wurde professor für Physik in Halle und Berlin. Er erfand eine Methode zur Trennung der Isotope von Neon. Nach einer Forschungsperiode in der Sowjetunion kehrte er nach Ostdeutschland zurück und wurde Professor und Direktor des Instituts für Physik in Leipzig.
Theodor Herzl wurde am 2. Mai 1860 in Budapest geboren. Er kam 1878 mit seiner Familie nach Wien. Er studierte an der Universität Wien. Nachher wurde er Journalist bei der Neue Freie Presse in Wien. 1896 veröffentlichte er das Buch Judenstaat , in dem er für einen jüdischen Staat plädierte. Herzl starb 1904 und wurde in Wien begraben. Nach der Gründung des Staates Israels aber wurde er in dem neuen Land neubegraben. Der Berg, wo er begraben wurde nennt man den Herzlberg.
Johann Jakob Herzog wurde am 12. August 1805 in Basel geboren und starb am 30. September 1882 in Erlangen. Er war Theologe und Professor für Kirchengeschichte und Autoritätsperson an der Husseiten-Waldensian Kirche. Herzog übersetzte ein Standardreferenzwerke der Theologie ìReal-Encyklopädie für protestantische Theologie und Kircheî und veröffentlichte es.
Roman Herzog wurde am 5. April 1934 geboren. Seine Familie lebte in Landshut in Bayern. Seit dem 2. August 1958 ist er mit Christiane Krauß verheiratet. Er studierte Rechtswissenschaft in München. 1958 wurde er zum Doktor der Rechtswissenschaft. 1964 habilitierte er sich. Er wurde Professor an der Freien Universität Berlin. 1971 wurde er der Rektor der Hochschule fuer Verwaltungswissenschaften in Speyer. 1987 wurde er der Präsident des Bundesverfassungsgerichts. 1994 wählte die Bundesversammlung ihn zum Nachfolger von Richard von Weizsaecker. Herzog war der siebte Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland.
Der Regisseur und Drehbuchautor Werner Herzog gehoert neben Rainer W. Fassbinder und Volker Schloendorff zu den Grossen des deutschen Nachkriegsfilms. 1942 in Muenchen geboren und dort aufgewachsen, setzte er seine Ausbildung an der University of Pittsburgh fort. Herzogs Filme, die er zumGrossteil selbst produziert, muten oftmals surrealistisch, mitunter exotisch an. Sein bekanntestes Werk Aguirre, der Zorn Gottes stammt aus dem Jahre 1972.
Der deutsche Journalist und Sozialist, Moses Hess, wurde am 21. Juni 1812 in Bonn geboren. Hess war ein wichtiger früher Verfechter des Zionismus und seine Werke beeinflußten Marx und Engels. Er sah die Verwirklichung seines Glaubens in einem idealistischen, etwas anarchaischen Sozialismus. Sein erstes veröffentlichtes Werk Heilige Geschichte der Menschheit von einem Jünger Spinozas widerspiegelte diese Gedanken. Das Hauptwerk von Hess ist jedoch Rom und Jerusalem, die letzte Nationalitätenfrage, das zuerst ignoriert wurde, aber später viele Zionisten beeinflußte. Hess starb am 6. April 1875 in Paris.
Rudolf Walter Richard Hess wurde am 26. April 1894 in Alexandria, Ägypten, geboren. Im Dritten Reich war Hess der stellvertretende Parteivorsitzende der Nationalsozialitischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP). Während seines Studiums in München befreundete er sich mit Adolf Hitler. Nach dem Münchner Putsch 1923 sass Hitler und Hess zusammen in Landsberg im Gefängnis, wo Hess einen grossen Teil von Hilters Mein Kampf auf dessen Diktat schrieb und später auch herausgab. 1933 wurde Hess dann Stellvertreter der NSDAP und 1939 ernannte ihn Hitler zu seinem 2. Nachfolger nach Hermann Göring. Spektakuläres Aufsehen erregte er, als er im Frühjahr 1941 nach Grossbritannien flog, um England ein Friedensangebot zu unterbreiten. England sollte Deutschland freie Hand in Europa lassen und dafür Garantien für das Fortbestehen des britischen Reiches bekommen. Sein Angebot wurde nie beantwortet. Er wurde bis zum Kriegsende als Kriegsgefangener festgehalten. Hitler selbst verurteilte Hess Versuch. Nach dem Krieg wurde Hess in Nürnberg zu lebenslanger Haft verurteilt und verbrachte den Rest seines Lebens im Spandauer Gefängnis in Berlin, wo er 1987 als einziger Häftling, der noch in Spandau einsass, starb.
Victor Francis Hess wurde am 24. Juni 1883 in Waldstein, Österreich geboren und starb am 17. Dezember 1964 in Mount Vernon, USA. Der Physiker entdeckte kosmische Strahlen, hochenergetische Ausstrahlungen, die ihren Ursprung im Weltraum haben. Hess erhielt zusammen mit Carl D. Anderson den Nobelpreis in Physik.
Hermann Hesse wurde am 2. Juli 1877 geboren. Er erhielt den Nobelpreis und den Goethepreis im Jahre 1946. Wichtige Bücher von
Hesse sind, Peter Camendzind, Demian, Siddharta, Der Steppenwolf, Narziß und Goldmund und Das Glasperlenspiel. In den 60. Jahren lasen Jugendliche in den USA besonders gern seine Romane und Erzählungen. Eine amerikanische Rockgruppe trug sogar den Namen seines Steppenwolfes.
Der deutsche Geograph Alfred Hettner wurde am 6. August 1859 in Dresden geboren und starb am 31. August 1941 in Heidelberg. Hettner versuchte, die Geographie auf einer philosophisch und wissenschaftlich festen Basis zu plazieren. Er beeinflußte die moderne Entwicklung der Geographie sehr stark. Sein Konzept über die Natur der Geographie fand seine Wurzeln in der Sichtweise des Philosophen Immanuel Kant und einer Großzahl deutscher Geographen. Er untersuchte das Zusammenspiel von Mensch und Natur, betrachtete jedoch auch die physikalischen Gegebenheiten der Erde. Hettner s Forschungen führten ihn nach Südamerika, Rußland, Nordafrika und Asien. Er schrieb unter anderem Grundzüge der Länderkunde und das Handbuch der geographischen Wissenschaft.
Theodor Heuss wurde am 31. Januar 1884 in Brackenheim geboren. Er starb am 12. Dezember 1963 in Stuttgart im Alter von 79 Jahren. Heuss war liberaler, demokratischer Gesetzgeber sowie Autor. Nach seinem Politikstudium in München war er Herausgeber einiger Zeitungen und lehrte in Berlin. Heuss war Mitglied des Reichstages von 1924-28 und 1930-33. Nach der Machtergreifung durch Hitler wurden seine Bücher als undeutsch verbrannt. Nach dem Ende des Krieges war Heuss erster Präsident Westdeutschlands und Vorsitzender der Freien Demokratischen Partei, FDP. Er half mit, eine neue Verfassung für Westdeutschland aufzustellen.
Paul von Heyse wurde am 15. März 1830 in Berlin geboren und starb am 2. April 1914 in München. Er war Schriftsteller und ein prominentes Mitglied der Münchener Traditionalistenschule. 1910 erhielt er den Nobelpreis für Literatur. Heyse studierte klassische und romanische Sprachen. Nach Beendigung seiner Studien wurde er selbständiger Gelehrter und wurde von Maximilian II nach München grufen. Gemeinsam mit dem Dichter Emanuel Geibel war er dort der Kopf des Münchener Schriftstellerkreises, der versuchte, traditionelle künstlerische Werte vor Übergriffen des politischen Radikalismus, Materialismus sowie Realismus zu bewahren. Heyse entwickelte sich zum Meister der sorgfältig bearbeiteten Kurzgeschichte. Ein großartiges Beispiel dafür ist L'Arrabbiata. Er veröffentlichte ebenso Romane, wie z.B. Kinder der Welt und viele weniger erfolgreiche Stücke. Unter seinen besten Werken befinden sich die Übersetzungen der Werke von Giacomo Leopardi und anderen italienischen Dichtern. Heyses Gedichte lieferten die Lyrik für zahlreiche Lieder des Komponisten Hugo Wolf. Heyse versuchte zu idealisieren und weigerte sich, die dunkle Seite des Lebens darzustellen. Er wurde zum verbitterten Gegner des anwachsenden Naturalismus und zum Zeitpunkt des Erhalts des Nobelpreises war seine Popularität schon gesunken.
St. Hildegard von Bingen (ca. 1098 1179) Hildegard wurde in Bermersheim am Rhein (damals zum Heiligen Römischen Reich gehörend) geboren und wurde in einem Kloster erzogen, das damals normal für Adlige war. Im Jahr 1147 oder 1148 hat sie ihr eigenes Benediktiner Kloster in der Nähe von Bingen gegründet, im Jahr 1165 ein weiteres in der Nähe von Rüdesheim. Sie hatte seit dem Kindheitsalter Visionen, hat diese aber bis zum Erwachsenenalter nicht verraten. Heute hält man sie für eine der größten mystischen Personen in der Geschichte Deutschlands. Sie war auch eine Naturwissenschaftlerin, eine Heilerin, eine Künstlerin, eine Poetin und eine Musikerin. Während ihres Lebens hatte sie engen Kontakt zum Kaiser, Friedrich Barbarossa, und hatte Einfluß auf seine Entscheidungen. Bücher, die sie geschrieben hat, waren Wisse die Wege des Herrn, Buch des verdienstlichen Lebens, Buch des göttlichen Werkes, Liber Simplicis Medicnae, und Liber Compositae Medicinae. In den beiden medizinischen Büchern hat sie 280 Pflanzen und deren medizinischen Werte katalogisiert. Untersuchungen über ihr Leben wurden von Papst Gregor IX., Innozenz IV., Klemens V., und Johannes XXII., durchgeführt, aber sie wurde nie offiziell heilig gesprochen. Trotzdem wurde sie seit dem 13. Jahrhundert als Heilige angesehen. Ihr formeller Gedenktage ist am 17. September in den Liturgien in Limburg, Mainz, Speyer und Trier. BF
Rudolf Hilferding wurde am 10. August 1877 in Wien geboren und starb im Februar 1941 in Paris. Der deutsche Politiker war ein führender Vertreter der Wiener Marxismusbewegung. Hilferding diente als Finanzminister in den Jahren 1923 und 1928 unter zwei deutschen Sozialdemokratischen Regierungen. Er wendete sich dem Sozialismus während seines Medizinstudiums, beeinflußt durch den Kontakt zu Otto Bauer, Karl Kautsky und August Bebel, zu. Das erste Volumen der Marx Studien Böhm-Bahwerks Marx-Kritik war sein Originalbeitrag zum marxistischen Denken. Er schrieb weiterhin Das Finanzkapital und war Herausgeber des Vorwärts.
Wilhelm His wurde am 29. Dezember 1863 in Basel geboren und starb am 10. November 1934 in Wiesental. Der schweizer Kardiologe entdeckte 1893 die speziellen Muskelfasern (bekannt als das His-Bündel), die entlang der muskulären Teilung zwischen linker und rechter Herzkammer führen. Er fand heraus, daß diese Fasern bei der Übertragung einer einzigen Kontraktion auf alle Teile des Herzens behilflich sind. His war Professor für Medizin an der Universität Berlin und einer der ersten, der feststellte, daß der Herzschlag seinen Ursprung in den individuellen Zellen des Herzmuskels hat. NN
Der deutsche nationalsozialistische Politiker Heinrich Himmler wurde am 7. Oktober 1900 in München geboren. Er war Polizeichef und Militärkommandant. Himmler wurde der zweitmächtigste Mann im Dritten Reich. Himmler trat militanten rechten Organisationen schon sehr früh bei. Als Mitglied einer dieser Organisationen nahm er an Hitlers Putsch in München teil. 1925 wurde er Mitglied der Nazipartei und arbeitete sich stetig in der Hierarchie nach oben. Die Grundlagen für seine Zukunft wurden mit seiner Ernennung zum Reichsführer der SS gelegt. In seiner Funktion als Polizeikommandant errichtete er das erste Konzentrationslager in Dachau. Später organisierte er die Todeslager in Osteuropa, die ebenso billige arbeitskräfte und Häftlinge für medizinische Experimente lieferten. Am 23. Mai 1945 beging Himmler Selbstmorde, nachdem er von allen ämtern entlassen und von den Alliierten gefangen genommen wurde.
Der Komponist Paul Hindemith wurde am 16.11.1895 in Hanau geboren. Er war Professor für komposition an der Berliner Musikhoschule und später war er in den USA, in der Türkei und in der Schweitz Professor. Er war einer der führenden Musiker der Neuen Musik des 20. Jahrhunderts.
Samuel Hirsch wurde am 8. Juni 1815 in Thalfang, in der Nähe von Trier zur Welt gebracht. Er starb am 14. Mai 1889 in Chicago, USA. Hirsch war ein religiöser Philosoph, Rabbi und führender Verfechter der radikalen Reform des Judentums. Er erhielt seine Ausbildung in Bonn, Berlin und Leipzig und war später Rabbi in Dessau und in Luxemburg. Danach ging er nach Philadelphia und wurde u.a. Präsident der Rabbiner-Konferenz. Er formulierte in diesem Amt die Prinzipien der Reform des Judentums.
Der 2. Oktober 1847 war Paul von Hindenburgs Geburtstag. Von Hindenburg war General im Ersten Weltkrieg und später Präsident der Weimarer Republik. Hindenburg war bereits 85 Jahre alt, als er als Präsident der Republik Hitler zum Reichskanzler berufen mußte. Als Hindenburg 1934 starb, übernahm Hitler die totale Macht.
Der Österreicher Adolf Hitler lebte von 1889 bis zu seinem Selbstmord im Jahre 1945. Er versuchte sich zuerst erfolglos als Maler und kämpfte später im 1. Weltkrieg auf deutscher Seite. Als Führer der NSDAP (National-Sozialistische Arbeiter-Partei) nannte Reichspräsident von Hindenburg ihn 1933 zum Kanzler des Deutschen Reiches. Nach dem Tod Hindenburgs riss er die totale Macht an sich. Mit dem Ziel, Deutschland zu vergrößern und das jüdische Volk zu vernichten begann er am 1. September 1939 den 2. Weltkrieg.
St. Klemens Maria Hofbauer, eigentlicher Name John Hofbauer, wurde am 26. Dezember 1751 in Tasswitz geboren und starb am 15. März 1820 in Wien. Er wurde am 20. Mai 1909 heiliggesprochen und ist der Schutzheilige von Wien. Hofbauer arbeitete als Fleischer bis 1780. Er erhielt seine Ausbildung an der Wiener Universität und wurde 1785 ordiniert. Es war ihm erlaubt, Redemptoristen Kloster in Nordeuropa zu errichten. 1788 zog er nach Warschau, wo er für 20 Jahre arbeitete und Redemptoristenhäuser in der Schweiz und im südlichen Deutschland errichtete. 1808, nachdem Napoleon die Redemptoristen Gemeinschaft in Warschau auflöste und seine Mitglieder verbannte, ging Hofbauer nach Wien und verbrachte dort den Rest seines Lebens. Dort errichtete er ein Kloster und versuchte weiterhin, die Regierungsgenehmigung für Redemptoristenhäuser zu erhalten. Diese wurde kurz nach seinem Tod gewährt. 1914 wurde Hofbauer vom Papst St. Pius X zum Schutzpatron Wiens ernannt. NN
Der deutsche Dichter Christian Hofmann von Hofmannswaldau wurde am 25. Dezember 1617 in Breslau geboren und starb am 18. April 1679 in seiner Geburtsstadt. Er war führender Vertreter der Zweiten Silesischen Schule , dem deutschen Gegenstück der Barockextravaganz der italienische Dichter Marino und Guarini sowie des spanischen Dichters Luis de Gongora. Martin Opitz übte einen großen Einfluß auf von Hofmannswaldau aus. Er schrieb eine Großzahl an religiösen und weltlichen Gedichten, die durch Erotik und übertriebenen Ausdruck gekennzeichnet sind. Sein bekanntestes Werk ist Heldenbriefe.
Der Geburtstag des deutschen Mediziners und Schriftstellers Heinrich Hoffmann ist am 13. Juni 1809. Er starb am 20. September 1894 in seiner Geburtsstadt Frankfurt am Main. Hoffmann studierte Medizin in Heidelberg und Halle sowie praktizierte und unterrichtete Medizin. Bekannt jedoch wurde er als Schriftsteller, u.a. durch Struwwelpeter. Hoffmann schrieb weiterhin Gedichte, Humor, Satire sowie Kinderbücher und Bücher über Medizin und Psychiatrie.
Hugo von Hofmannsthal wurde am 1. Februar 1874 in Wien geboren und starb am 15. Juli 1929 in Rodaun. Er war Dichter, Dramatiker und Essayist. Seinen Ruf erlangte er mit seinen lyrischen Gedichten und Schauspielen. International bekannt ist er durch seine Zusammenarbeit mit dem deutschen Komponisten Richard Strauss. Im Alter von 16 veröffentlichte von Hofmannsthal seine ersten Gedichte. Deren lyrische Schönheit, magischer Beziehungsreichtum der Sprache und traumhafte Qualität versetzten Wien und Deutschland in Aufregung. Einige seiner Arbeiten, unter anderem "Gestern", "Der Tod des Tizian" sind dichterische Reflektionen über Erscheinungen und die Wirklichkeit, Zeitlosigkeit und Vergänglichkeit sowie Fortbestand und Veränderung der menschlichen Persönlichkeit. Sein Essay "Ein Brief" war mehr als eine Aufdeckung einer persönlichen Lage, es wurde als symptomatisch für die Krise der Bewegung der ästhetischen Symbolisten am Ende des Jahrhunderts betrachtet. Nach dem 1. Weltkrieg gründete er mit Max Reinhardt das Salzburger Festival. Seine Gedanken über die Krise und den Zerfall der europäischen Zivilisation nach dem 1. Weltkrieg kamen in seinem politischen Drama "Der Turm" sowie zahlreichen Essays zum Ausdruck. Seine Kunst entwickelte sich weiter im Laufe der Jahre und er behielt immer eine feinfühlige Anmut und einen Sinn für die überweltliche Schönheit, typisch für seine frühen Werke. Er war jedoch nicht in der Lage, sich an das 20. Jahrhundert anzupassen. NN
Johann Nepomuk Hofzinser lebte von 1806 bis 1875. Der österreichische Amateurzauberkünstler war einer der brillantesten seiner Zunft, vor allem im Bereich der Kartentricks. Obwohl sein letzter Wille war, dass seine Zaubertricks mit ihm begraben würden, studierte Ottokar Fischer die Briefwechsel von Hofzinser und brachte 1910 das Buch Kartenkünstler auf den Markt. Neuere Informationen über Hofzinser wurden nach 1998 von dem Zauberkünstler, Magic Christian, veröffentlicht.
Johann Friedrich Hölderlin wurde am 20. März 1770 in Lauffen am Neckar, Würtemberg geboren und starb am 7. Juni 1843 in Tübingen. Der lyrische Dichter naturalisierte die klassischen griechischen Verse erfolgreich im Deutschen sowie erklärte christliche und klassische Themen. Hölderlin zeigte einen starken Sinn für die religiöse Berufung. Dichter zu sein, bedeutete für ihn, die priesterliche Funktion als Vermittler zwischen Gott und dem Menschen zu übernehmen. 1793 traf Hölderlin Friedrich Schiller und seine frühen Gedichte zeigen starke Einflüsse von Schiller. Die Gedichte der Periode von 1802 bis 1806, einschließlich "Friedensfeier", "Der Einzige" und "Patmos", Produkte eines Geistes an der Grenze zum Wahnsinn, sind apokalyptische Visionen einzigartiger Herrlichkeit. Die letzten 36 Jahre seines Lebens waren von der Geisteskrankheit gekennzeichnet. Zu seinen Lebzeiten erwarb Hölderlin nur wenig Anerkennung und für fast 100 Jahre war er fast gänzlich in Vergessenheit geraten. Nicht vor den frühen Jahren des 20. Jahrhunderts wurde Hölderlin in Deutschland wiederentdeckt und sein Ruf als einer der herausragensten lyrischen Dichter der deutschen Sprache in Europa errichtet. Heute wird Hölderlin zu den größten deutschen Dichtern gezählt und besonders für seine einzigartigen expressiven Stil bewundert. Seine Hauptwerke sind "Hyperion, oder der Eremit in Griechenland" und Übersetzungen von Sophocles' "Antigone and Oedipus Tyrannus". Unter seinen besten Gedichten befinden sich "Der Mensch", "Hyperions Schicksaalslied", "An die Parzen", "An die Hoffnung", "Brot und Wein", "Hälfte des Lebens", "Der blinde Sänger", "Germanien", "Der Rhein", "Der Einzige" und "Patmos.". NN
Der deutsche kaiserliche Kanzler Theobald von Bethmann Hollweg wurde am 29. November 1856 in Hohenfinow geboren und starb am 1. Januar 1921 in seiner Geburtsstadt. Bethmann Hollweg war Kanzler vor und während des 1. Weltkrieges. Er zeigte administrative Fähigkeiten, war jedoch ungeeignet für die Regierungsarbeit. Bethmann und Sir Edward Grey erwirkten eine Verhinderung der Ausweitung des Balkankrieges in einen Hauptkonflikt zwischen Österreich-Ungarn und Rußland. Im Inland jedoch erwiesen sich seine Reformen als weitgehend ineffektiv. Im Ruhestand schrieb Bethmann Betrachtungen zum Weltkriege.
Bischof Dr. Josef Homeyer wurde am 1. August 1929 in Harsewinkel (bei Gütersloh) geboren. Er studierte Philosophie in Münster und Innsbruck. Er wurde 1958 zum Priester geweiht. 1983 wurde er zum Bischof von Hildesheim ernannt.
Der Schriftsteller Arno Holz wurde am 26. April 1863 in Rastenburg geboren und starb am 26. Oktober 1929 in Berlin-Wilmersdorf. Er trat mit den Brüdern Hart und ihrem literarischen Verein Durch in Verbindung und war erster Schriftleiter der Freien Bühne. Gemeinsam mit Johannes Schlaf erstellte Holz unter anderem die Skizzen und Erzählungen Papa Hamlet, mit denen sie entscheidend zur Entstehung des deutschen Naturalismus beitrugen. Holz' Lebenswerk ist Phantasus, das ursprünglich im Jahre 1886 geschrieben wurde. Er veröffentlichte weiterhin dramatische Skizzen, Dramen und literarische Komödien sowie Dafnis und Kindheitsparadies.
Erich Honecker wurde am 25. August 1912 in Neunkirchen geboren und starb am 29. Mai 1994 in Chile. Er war Kommunist und Vorsitzender der SED. Von 1971 bis 1989 war Honecker Staatsoberhaupt der DDR. Honecker schloß sich der kommunistischen Jugendbewegung im Alter von 14 Jahren an. Nach der Machtübernahme der Nazis organisierte er illegale Aktivitäten junger Kommunisten. 1935 wurde er von der Gestapo festgenommen und zu 10 Jahren Strafarbeit verurteilt. Nach dem Krieg war er an der Gründung der Freien Deutschen Jugend beteiligt. Er war Vorsitzender der FDJ von 1946 bis 1955. 1946 wurde er zum Mitglied des Zentralkommittees der Kommunistischen Partei gewählt. Honecker war einer der wesentlichen Befürworter des Zusammenschlusses der KPD und SPD zur SED. 1961 erhielt er die Aufgabe, die Berliner Mauer zu errichten. 1967 wurde er zum Nachfolger des ostdeutschen Staatsoberhauptes Walter Ulbricht bestimmt. Honecker wurde 1971 Vorsitzender der SED und 1976 Staatsratsvorsitzender. Somit vereinte Honecker Staats- und Parteiführung in einer Person. Unter Honeckers Regierung war Ostdeutschland einer der erfolgreicheren osteuropäischen Staaten. Im Oktober 1989 wurde Honecker unter dem Druck der Bürgerbewegung in Ostdeutschland abgesetzt. Konfrontiert mit einer anwachsenden öffentlichen Bewegung, wurde Honecker wegen Machtmißbrauch und anderen Verbrechen angeklagt. Aufgrund seines schlechten Gesundheitszustandes wurde er aus der Haft entlassen. Er ging nach Chile, wo er ein Jahr später starb. NN
Ernst Felix Hoppe-Seyler wurde am 26. Dezember 1825 in Freyburg an der Unstrut geboren und starb am 10. August 1895 in Wasserburg. Er war Mediziner und bekannt für seine Bemühungen, Biochemie als eine akademische Disziplin zu etablieren. Hoppe-Seyler war der erste, der Lecithin in reiner Form erhielt und er führte das Wort Proteid, heute Protein, ein. Er beschäftigte sich weiterhin mit Stoffwechselstudien und Erforschungen des Chlorophyll und Blutes, insbesondere des Hämoglobin. Unter seinen Veröffentlichungen befinden sich Physiologische Chemie und Handbuch der Physiologisch- und Pathologisch- Chemischen Analyse .
Karen Horney wurde am 16. September 1885 in Hamburg geboren und starb am 4. Dezember 1952 in New York. Nachdem sie 1913 ihr Medizinstudium abgeschlossen hatte, studierte sie Psychiatrie und war Gründungsmitglied des Berliner Instituts für Psychoanalyse. 1932 ging Horney in die USA und arbeitete als Direktionsassistentin des Psychoanalytischen Instituts in Chicago unter Franz Alexander. 1941 half sie bei der Gründung des Amerikanischen Instituts für Psychoanalyse, der Gesellschaft für die Weiterentwicklung der Psychoanalyse, sowie des Amerikanischen Journals für Psychoanalyse. Sie war Herausgeberin des Journals und Dekan des Instituts bis zu ihrem Tod. Ihre Freunde und Kollegen gründeten 1955 die Karen Horney Klinik, in der Horney's Vorgehensweise der psychoanalytischen Therapie zu geringen Kosten bei bedürftigen Patienten angewendet wurde. 1990 wurde die Internationale Karen Horney Gesellschaft gegründet, um ein weltweites Forum für die Verbreitung von Horneys Beiträgen unter Medizinern und Gelehrten verschiedener Gebiete zu gewährleisten. Horney verfaßte zahlreiche wissenschaftliche Schriften und schrieb acht Bücher, unter anderem "The Neurotic Personality of Our Time", "New Ways in Psychoanalysis", und "Self-Analysis". NN
Selige Maria Kreszentia Höß (1682 1744) Maria Kreszentia Höß war die Tochter eines armen Webers und berichtete über eine Vision, die sie im Alter von 14 Jahren hatte. Diese Vision trieb sie dazu an, eine Franziskaner Nonne zu werden. Im Jahr 1703 wurde sie in den Orden aufgenommen. Während ihrer Zeit als Franziskaner berichtete sie über weitere Visionen. Sie wurde im Jahr 1900 selig gesprochen, und der Prozeß der Heiligsprechung wurde im Jahr 1956 gestartet. BF
Seliger Hrabanus Maurus (ca. 776 856) Sein Gedenktag wird am 4. Februar in Fulda, Mainz und Limburg gefeiert. Im Alter von 10 Jahren wurde er im Kloster in Fulda aufgenommen, und im Jahr 801 begann er mit Alcuin im Kloster von Tours, Frankreich, zu lernen. Danach ist er nach Fulda als Direktor der dortigen Schule zurückgekehrt. Im Jahr 814 wurde er zum Priester geweiht, und im Jahr 822 wurde er Abt des Klosters in Fulda. Als Abt machte er Fulda zu einem der hervorragendsten Kloster aller Zeit. Im Jahr 845 wurde er der Erzbischof von Mainz. Während seines Lebens wechselte er zwischen Perioden immenser, aktiver Arbeit und Perioden der Reflexion und des Bücherschreibens. Hrabanus starb am 4. Februar 856. Seine Verehrung als Seliger und Heiliger geht der Heiligsprechung durch den Papst voraus, er gilt aber als Heiliger für viele. BF
Hrosvitha, erste deutsche Dichterin, lebte von 935 bis 1000. Sie verbrachte einen großen Teil ihres Lebens als Nonne in einem Benediktinerkloster in Gandersheim. Sie schrieb sechs Komödien in lateinisch, um der heidnischen Moral klassischer Werke entgegenzuwirken. Weitere Werke beinhalten Gedichte basierend auf christlichen Legenden sowie zwei Chroniken über Otto den Großen und das Kloster in Gandersheim.
Der deutsche Biochemiker Robert Huber wurde am 20. Februar 1937 in München geboren. Gemeinsam mit Johann Deisenhofer und Hartmut Michel erhielt Huber 1988 den Nobelpreis für Chemie. Sie bestimmten die Struktur eines Proteinkomplexes, der für die Photosynthese in Bakterien von grundlegender Bedeutung ist. Nachdem er seinen Doktortitel an der Technischen Universität in München erhielt, trat er dem Max Planck Institut bei, an dem er seine Forschungen durchführte. Huber war ein international anerkannter Experte in der Beugung von Röntgenstrahlen zur Bestimmung der atomaren Struktur komplexer Moleküle.
Octavia Ricarda Huch wurde am 18.07.1864 in Braunschweig geboren und starb am 17.11.1947 in Schöneberg, Taunus. Sie entstammt einer niedersächsischen Patrizierfamilie. Ricarda war Schriftstellerin von Romanen, Gedichten und geschichtlichen Werken. Berühmt wurde sie durch eine Liebesaffäre mit ihrem Vetter Richard Huch und durch den ersten deutschen Doktor-Titel einer Frau. Ricarda Huch erwarb in Zürich den Doktortitel, als Frauen in Deutschland die Universitätstüren noch weitgehend verschlossen blieben. Als erste Frau wurde sie 1926 in die Preußische Akademie der Künste berufen, aus der sie 1933 demonstrativ austrat, um gegen den Nationalsozialismus zu protestieren. Reiche literarische Erfolge wurden Ricarda durch ihre Romane und Erzählungen, literatur- und kulturhistorischen Arbeiten zuteil. Gesammelte Erzählungen wurden posthum 1962 herausgegeben, 1960 "Briefe an die Freunde" und 1969 ihre literaturgeschichtlichen und literaturkritischen Werke. Ricarda Huch war Ehrendoktor der Universität Jena und Trägerin des Frankfurter Goethe-Preises. Die Stadt Darmstadt verleiht den Ricarda-Huch-Preis in Erinnerung an die große deutsche Dichterin und Schriftstellerin, die durch Leben und Werk ein fortwirkendes Beispiel für Freiheit und Menschlichkeit, für Solidarität und Völkerfreundschaft, für die Ideale der europäischen Humanität gegeben hat. Diese Lyrikerin versuchte eine "Sprache der Zukunft" zu entwickeln, eine "Prosa-Poesie". Sie schrieb auch historische Romane wie Der große Krieg in Deutschland, Das Zeitalter der Glaubensspaltung, und Untergang des Römischeen Reiches Deutscher Nation. NN
Bischof Bernhard Huhn leitete 1972-1994 als Apostolischer Administrator die katholische Kirche im Gebiet des heutigen Bistums Görlitz. Er wurde am 4. August 1921 geboren. Er wurde 1953 zum Priester geweiht. 1971 wurde er zum Bischof geweiht und 1972 zum Apostolischen Administrator der Administratur Görlitz ernannt. Er emeretierte 1994.
Karl Wilhelm Baron Freiherr von Humboldt wurde am 22. Juni 1767 in Potsdam geboren und starb am 8. April 1835 in Tegel. Er war ein deutscher Sprachgelehrter, Philosoph, Diplomat und Bildungsreformer. Sein Beitrag zur Entwicklung der Sprachwissenschaft war besonders wertvoll im 20. Jahrhundert. Sprache war für ihn eine Aktivität, deren Charakter und Struktur Kultur und Individualität des Sprechers ausdrücken. In seiner Position als preußischer Bildungsminister wirkte er an der Gründung der Friedrich Wilhelm Universität (heutige Humboldt Universität) mit und reformierte die preußische Grundausbildung. Als Botschafter in Wien war er einer der Unterzeichner des Vertrages von Paris im Jahre 1815.
Der 19. September ist Alexander von Humboldts Geburtstag. Von Humboldt wurde im Jahre 1769 geboren. Humboldt ist besonders durch seine naturwissenschaftlichen Arbeiten, die ihn u.a. nach Südamerika führten, bekannt geworden. Die Humboldt Universität im östlichen Teil Berlins wurde nach ihm benannt, und ist neben der Freien Universität im ehemaligen Westteil der Stadt eine der bedeutendsten und größten Universitäten in der deutschen Hauptstadt.
Engelbert Humperdinck, der von 1854 bis 1921 lebte, war der Komponist der Oper Hänsel und Gretel. Seine Oper ist mit dem Verständnis des kindlichen Geistes gestaltet worden, die aber mit Wagnerischen Harmonien und simplen Melodien einen hohem Musikstandard gerecht wird. Humperdinck brachte noch 6 weitere Opern heraus, u.a. auch Dornröschen (Frankfurt, 1902) und Königskinder ( NewYork City, 1910). Humperdinck starb 1921.
Jan Hus wurde vor 1372/73 in Husinec, Böhmen, geboren. Um 1390 studierte er an der Universität Prag, wo er 1401 Leiter der philosophischen Fakultät wurde. Beeinflusst von den Ideen von John Wycliff, einem Kritiker der katholischen Kirche, wurde Hus Führer der tschechischen Reformbewegung. Von 1402 predigte er in der Bethlehem Kapelle in Prag. Seine Messen wurden alle in tschechisch gehalten und nicht in Latein, wie es zu dieser Zeit üblich war. 1403 wurden die Schreiben Wycliffs als Häresie verurteilt. Die katholische Kirche war zur dieser Zeit durch das grosse Schisma (1378-1417), es gab zwei Päpste in dieser Zeit, geschwächt. Auf dem Konzil von Pisa wurden beide Päpste ihrer Ämter enthoben und ein neuer Papst Alexander V. gewählt. Der Bischof von Prag veranlasste, dass Alexander das Predigen in privaten Kapellen untersagte, u.a. war davon auch Hus Kapelle betroffen. Doch Hus predigte weiter, wofür er dann exkommuniziert wurde. Trotz seiner Exkommunizierung predigte und lehrte er weiter. 1412 wurde Hus dann der Häresie angeklagt. Zwei Jahre später wurde das Konzil von Konstanz einberufen, um das Schisma und die damit entstandenen Probleme endgültig zu lösen. Der deutsche König Sigismund lud dazu Hus ein, der dort seine Ansichten erläutern sollte und garantiete ihm freies Geleit. In Konstanz angekommen, wurde Hus gefangengenommen und vom Konzil wegen Häresie angeklagt. Hus weigerte sich, seine Thesen zu wiederrufen und wurde deshalb am 6. Juli 1415 zum Tode durch Verbrennen verurteilt.
Edmund Husserl wurde am 8. April 1859 in Prossnitz (damals in Österreich). Er studierte an der Universität Leipzig und der Universität Berlin aber promovierte in Wien. Die Vorlesungen Brentanos in Wien machte einen starken Eindruck auf Hussserl. 1886 konvertierte Husserl vom jüdischen zum protestantischen Glauben. 1887 habilitierte er by Stumpf in Halle. 1887 erschien sein Logische Untersuchungen. 1901 folgte er eine Berufung nach Göttingen. In Göttingen entwickelte er seine Methode der "phänomenologischen Reduktion". 1916 folgte er einem ruf nach Freiburg. Edith Stein wurde eine Assistenten Husserls in den Jahren 1916 bis 1918. 1929 gab er sein Vorlesungen zur Phänomenologie des inneren Zeitbewußtseins heraus. Auch 1929 erschien sein Formale und tranzendentale Logik. 1933 veröffentlichte er Die Krisis der europäischen Wissenschaften und die tranzendentale Phänomenologie.
Ulrich von Hutten wurde am 21. April 1488 in der Nähe von Fulda geboren und starb am 29. August 1523 in Zürich. Er war Ritter und Humanist, bekannt als deutscher Patriot, Satiriker und Befürworter Luthers. Hutten führte ein restloses abenteuerliches Leben, das die Reformationsperiode widerspiegelt. Es war gekennzeichnet von einer Vielzahl öffentlicher und privater Streits, die sowohl auf dem Papier wie auch mit dem Schwert ausgetragen wurden. Er war rückständig, wenn es um die Unterstützung des Ritterstandes ging, war jedoch ein fortschrittlicher Schriftsteller, der neue literarische Formen des Humanismus verwendete. Hutten trug wesentlich zur zweiten Ausgabe des Epistolae obscurorum virorum bei.