Short Biographies of
Noted Germans, Austrians and Swiss
L
©1997, 1998, 1999 by Paul A. Schons
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Der Pathologe und Immunologe Karl Landsteiner, der im Juni 1868 in Wien geboren wurde, erhielt 1930 den Nobelpreis für Medizin für seine Entdeckung der Hauptblutgruppen und die Entwicklung des ABO-System von Bluttypen. Seine Entdeckung machte Bluttransfusionen zu einer medizinischen Routine. Er fand ebenso den Rhesusfaktor im Blut (1940), der vor allem bei der Schwangerschaft zu Komplikationen führen kann. Landsteiner arbeitete bis zu seinem Tod 1943 am Rockefeller Institut für medizinische Forschung in New York.
Der österreichische Filmregisseur Fritz Lang wurde am 5. Dezember 1890 geboren. Seit 1934 lebte er in den USA. Durch seine Filme Nibelungen, Metropolis und Dr. Mabuse ist er bekannt. Er starb 1976.
Der Philosoph Friedrich Albert Lange wurde 1828 in Wald geboren. Er war Professor an der Universität Zürich und an der Universität Marburg. Er starb 1875.
Elisabeth Langgässer wurde am 23. Februar 1899 in Alzey geboren und starb am 25. Juli 1950 in Karlsruhe. Sie ist eine allgemein anerkannte Dichterin der deutschen Nachkriegszeit. In der Literaturgeschichte wie auch in der Literaturwissenschaft im In- und Ausland wird ihre Rolle durchaus gewürdigt. Erst in den 60er und 70er Jahren geriet sie mehr und mehr in Vergessenheit, wurde mehr und mehr zu einer Dichterin, für die sich nur noch Fachkreise und ganz bestimmte literaturwissenschaftliche Spezialisten interessierten. Seit 1920 entstanden erste Gedichte und der erste Lyrikband "Der Wendekreis des Lammes" wurde 1924 veröffentlicht. Es folgten zahlreiche Erzählungen. Mit großer Sprachkraft beschrieb sie das Sündhafte, Exzessive und die Natur. Elisabeth Langgässer war auf Grund ihrer jüdischen Abstammung ein Opfer des nationalsozialistischen Rassenwahns (1936 erhielt sie Schreibverbot). In der Nachkriegszeit bot ihr stark christlich geprägtes Weltbild Orientierungshilfe für eine Generation, die durch den Zusammenbruch nach dem Krieg in ein geistiges Vakuum geraten war. Obwohl ihre Romane "Das unauslöschliche Siegel", "Märkische Argonautenfahrt" und "Gang durch das Ried" weiterhin zur Weltliteratur gezählt wurden, wurden sie nur noch von wenigen gelesen. 1950 erhielt sie den Georg-Büchner-Preis.
Sophie von La Roche wurde 1730 als erstes Kind einer wohlhabenden Familie geboren. Obwohl ein Wunderkind, ließ ihr Vater sie die traditionellen Gebiete der weiblichen Vollkommenheit studieren. Nach einer kurzen Verbindung mit Christoph Martin Wieland verheiratete er sie mit Georg Michal Frank, der später den Namen La Roche hinzufügte. Kurz nach einer Stillstand in der Karriere ihres Mannes und der Geburt ihrer Tochter, begann Sophie zu schreiben. Die "Geschichte des Fräuleines von Sternheim", ein anonym veröffentlichter Briefroman war eine Sensation für die gebildete Schicht der Zeit. Er war der erste Roman, der von einer Schriftstellerin veröffentlicht wurde und wird als einer der besten der damaligen Zeit betrachtet. Sophie's Identität als Autor wurde später aufgedeckt und führte zu Ruhm (wahrscheinlich beeinflußte sie den jungen Goethe in der Entwicklung eines seiner Werke) und der Erhebung in den aristokratischen Stand. Das Ende der Karriere ihres Mannes als Kanzler von Trier zwang Sophie nach 1780 zu einer Tätigkeit als freie Schriftstellerin. Die folgenden 35 Jahre waren geprägt von der Veröffentlichung zahlreicher Briefromane, Reiseberichte und Zeitschriften sowie die Autobiographie "Melusinens Sommerabende" im Jahre 1806. Sophie von La Roche starb 1807. BF
Else Lasker-Schüler wurde am 11.2. 1869 in Elberfeld geboren und starb am 22.1. 1945 in Jerusalem. Sie war die Tochter einer wohlhabenden jüdischen Familie, der Vater war Bankier, der Großvater war Oberrabbiner. 1894 heiratet sie den Arzt Jonathan Berthold Lasker, einen Bruder des Schachweltmeisters Emanuel Lasker. Im gleichen Jahr übersiedelt das Paar nach Berlin. Von 1895-1896 arbeitet Lasker-Schüler im eigenen Atelier und studiert Malerei bei Simon Goldberg. Es erscheinen die ersten Gedichte in Ludwig Jacobowskys Zeitschrift ÈDie GesellschaftÇ. Aus dieser Zeit datiert auch die Bekanntschaft mit Peter Hille und den Mitgliedern der "Neuen Gemeinschaft". Hille regt sie zum Dichten an, ihm bleibt sie zeit ihres Lebens mit an Personenkult erinnernder Verehrung dankbar. Der erste Gedichtband "Styx" erscheint 1902. Ein Jahr später heiratet sie Georg Levin, der auf ihre Veranlassung hin den Namen Herwart Walden annimmt. Sie arbeitet an Waldens Zeitschrift "Der Sturm" mit und veröffentlicht 1905 ihren zweiten Gedichtband "Der siebente Tag". Ihre Arbeiten erscheinen in nahezu allen bedeutenden Zeitschriften und Buchreihen des Expressionismus, u. a. auch in Karl Kraus' "Fackel". Zahlreiche Vortragsreisen machen Lasker-Schüler in ganz Deutschland bekannt. 1932 erhält sie gemeinsam mit R. Billinger den Kleist-Preis für den "überzeitlichen Wert ihrer Dichtung". 1933 erhält sie Publikationsverbot. Sie emigriert in die Schweiz. In der Emigration unternimmt sie mehrere Reisen nach Palästina und Ägypten. 1939 ist während einer solchen Reise die Rückkehr nicht mehr möglich, sie übersiedelt ganz nach Jerusalem. Dort stirbt sie 1945. Lasker Schüler ist eine der markantesten Erscheinungen innerhalb des deutschen Expressionismus. Sie gilt als eine der bedeutendsten jüdische Dichterinnen deutscher Sprache in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Als die erste moderne Lyrikerin Deutschlands war sie zugleich die erste, die den uralten, überlieferten Formenschatz hebräischer Rhythmen verarbeitete. Einige ihrer bekanntesten Werke sind "Meine Wunder", "Die Wupper", "Mein Herz" und die gesammelten Kurzgeschichten in "Der Prinz von Theben"und "Der Wunderrabbiner von Barcelona". NN
Georg Ledebour wurde am 7. März 1850 in Hannover geboren und starb am 31. März 1947 in Bern in der Schweiz. Er war ein sozialistischer Politiker, der mit dem Ausbruch des Krieges 1914 radikalisiert wurde und ein Führer des kommunistischen Aufstandes im Januar 1919 in Berlin. Ledebour war sozialdemokratisches Mitglied des Reichstags ab 1900 und stand ursprünglich auf der gemäßigten linken Seite seiner Partei. In 1917 führte Ledebour, zusammen mit Hugo Haase, andere Parteidissidenten in die Bildung der Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei. Er war ein führender Befürworter einer politischen und sozialen Revolution während der letzten Wochen des Krieges. Gemeinsam mit Karl Liebknecht leitete er das revolutionäre Kommittee, das im Januar 1919 den abgebrochenen kommunistischen Aufstand in Berlin anführte. Als Mitglied des Weimarer Reichstags war er der Kopf einer kleinen unabhängigen Fraktion. 1931 trat Ledebour der Sozialistischen Arbeiterpartei bei, emmigrierte jedoch 1933 aus Deutschland. NN
Die Schriftstellerin Gertrude Le Fort wurde am 11. Oktober 1876 in Minden geboren und starb am 1. November 1971 in Oberstdorf. Nach dem Tod ihres Vaters unternahm sie zahlreiche Reisen. Ihr Aufenthalt in Rom beeinflußte ihr weiteres Leben und ihr Werk besonders stark. Sie studierte Theologie, Geschichte und Philosophie in Heidelberg, Marburg und Berlin. 1924 veröffentlichte sie den Gedichtszyklus "Hymnen an die Kirche und konvertierte 1926 in Rom zum Katholizismus. Sie unternahm zahlreiche Reisen nach Italien und hielt Vorträge in der Schweiz und in Deutschland. Gertrude entwickelte sich zu einer der bedeutendsten katholischen Schriftstellerinnen des 20. Jahrhunderts. Sie stand in Verbindung mit weiteren Schriftstellern, unter anderem Hermann Hesse und Carl Zuckmayer. Das Zentrum ihrer Romane, Erzählungen und Gedichte bildeten religiöse Fragen in meist historischen Stoffen. Einige ihrer Werke sind "Das Schweißtuch der Veronika", "Die ewige Frau" und "Hälfte des Lebens".
Franz Lehar wurde am 30. April 1870 in Komarom geboren und starb am 24. Oktober 1948 in Bad Ischl. Der ungarische Komponist errang weltweiten Erfolg unter anderem mit "Die lustige Witwe". Ermutigt von Antonin Dvorak begann er eine musikalische Karriere. Er reiste als Kapellmeister durch Österreich und produzierte 1896 seine Operette "Kukuschka". In "Die lustige Witwe" kreierte Lehar einen neuen Stil der Wiener Operette, indem er Walzermelodien und Imitationen des Pariser Can-Can sowie satirische Elemente einführte. Viele andere Operetten folgten und wurden unter ihrem englischen Titel in England und in den USA bekannt.
Bischof Karl Lehmann wurde am 16. Mai 1936 in Sigmaringen geboren. Er studierte philosophie und theologie in Freiburg und Rom. 1962 und 1967 erwarb sich Karl Lehmann die Doktorentitel in Philosophie und Theologie mit Arbeiten über den Philosophen Martin Heidegger und über das Thema "Auferweckt am dritten Tage nach der Schrift". Er wurde 1962 zum Priester geweiht. Er war 1964-1967 Assistant von Karl Rahner. Er war Professor für Theologie in Mainz und Freiburg. 1983 wurde Prof. Dr. Dr. Karl Lehmann zum Bischof von Mainz gewählt. 1987 wurde er zum Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz gewählt in 1999 in diesem Amt für jeweils weitere sechs Jahre durch Wahl bestätigt. Am 21.2.01 wurde er zum Kardinal erhoben.
Lilli Lehmann wurde am 24. November 1848 in Würzburg geboren und starb am 17. Mai 1929 in Berlin. Sie war eine Opernsopranistin sowie Liedersängerin und besonders für ihre Darstellung der Isolde in Wagners Oper "Tristan und Isolde" bekannt. Lehmann debütierte 1865 in Prag als der Erste Junge in Mozarts "Die Zauberflöte". 1870 ging sie an die Berliner Oper und sang dort unter anderem in der Rolle der Königin der Nacht in "Die Zauberflöte". Sie wurde von Wagner bei der Einarbeitung in ihre Rollen, wie z.B. der Waldvogel in der ersten Bayreuther Aufführung von "Der Ring der Nibelungen" betreut. Später spielte sie in dramatischen Sopranrollen und wurde die größte Isolde ihrere Zeit. Sie sang gleichfalls herausragend in Beethovens "Fidelio". 1885 bis 1889 sowie 1891 bis 1892 sang sie an der Metropolitan Oper in New York. Lehmann wurde für ihre dramatische Präsenz sowie ihre feine Stimme und Vielseitigkeit bewundert. Ihr Werk umfaßt 170 Opernrollen, von Wagner über Vincenzo Bellini bis Jacques Offenbach, sowie 600 Lieder. Sie gab unvergeßliche Liedervorträge und war ab 1905 aktiv an der Organisation des Salzburger Festivals beteiligt. Lehmann schrieb eine Autobiographie "Mein Weg" und "Meine Gesangskunst".
Lotte Lehmann wurde am 27. Februar 1888 in Perleberg, Deutschland, geboren und starb am 26. August 1976 in Santa Barbara, Kalifornien, USA. Sie war eine lyrisch-dramatische Sopranistin, insbesondere bekannt durch ihre Aufführungen der Lieder Robert Schumanns und durch die Rolle der Leonore in Ludwig van Beethoven's Oper "Fidelio" sowie der Marschallin in Richard Strauss' "Der Rosenkavalier". Lehmann erhielt ihre frühe Ausbildung in Berlin. Ihre erste Vorstellung gab sie 1910 in Hamburg als Freia in Richard Wagner's "Das Rheingold". 1914 ging sie an die Wiener Staatsoper und war eng mit der Wiener Vorkriegs-Kultur verbunden. Richard Strauss, der später für sie die Titelrolle in "Arabella" schrieb, wählte sie für Rollen in seinen Opern aus. Lotte Lehmann trat ebenfalls mit Erfolg auf englischen und amerikanischen Bühnen auf. An der New Yorker Oper sang sie hauptsächlich in Wagnerrollen. Ab 1938 lebte sie in den USA. Sie erhielt die Staatsbürgerschaft und setzte ihre Karriere als Künstlerin und Lehrerin fort. Lotte Lehmann schrieb außerdem den Roman "Orplid, mein Land" und drei Volumen Memoiren. NN
Bernhard Lehner (1930 1944) Lehner wurde in Herrngiersdorf in der Nähe von Regensburg geboren. Im Alter von 13 Jahren erkrankte er und mußte ins Krankenhaus. Nach 10 Wochen der beträchtlichen Schmerzen, die er in Hingabe zu Gott akzeptierte, starb er. Heilkräfte werden ihm in dieser Zeit nachgesagt, und er half anderen in ihrer Krankheit. Er wurde in seiner Heimatstadt begraben, und viele betrachten ihn als Heilig. Im Jahr 1950 wurde mit dem Prozeß der Seligsprechung durch die Kirche begonnen. Am 12. September 1952 wurden seine Überreste vom Friedhof in die Kirche gebracht. 20000 Leute kamen um teilzunehmen. BF
Gottfried Wilhelm von Leibniz wurde am 1. Juli 1646 in Leipzig geboren und starb am 14. November 1716 in Hannover. Leibniz war Philosoph und Mathematiker. Seine Arbeit als Gelehrter umfaßte die Gebiete Physik, Recht, Geschichte, Logik und Politik. Er hielt mehrere diplomatische Posten unter verschiedenen deutschen Fürsten inne. Leibnitz entwickelte die Differential- und Integralrechnung, zur gleichen Zeit, jedoch unabhängig von Newton. Seine philosophischen Schriften, einschließlich "Theodicy" und "Monadology", popularisiert durch den Philosophen Christian von Wollf, waren orthodox und optimistisch. Sie behaupteten, daß ein göttlicher Plan für die Welt das beste wäre. Leibniz meinte, daß die grundlegenden Bausteine des Universums einfache Substanzen sind, wie z.B. unzählige Monaden, immateriell und hierarchisch geordnet. Sein Hauptwerk "New Essays on Human Understanding", eine wissenschaftliche Abhandlung über John Locke's Essay über menschliches Verständnis, schrieb er schon 1704, veröffentlicht wurde es jedoch wegen Locke's Tod erst 1765. Leibnitz kritisierte Locke's Theorie, daß der Verstand bei der Geburt eine Leere darstellt und übte somit einen großen Einfluß auf die deutsche Aufklärung aus. Moderne Studien konzentrieren sich auf Leibniz' Beiträge zur Mathematik und Logik. Im 20. Jahrhundert veröffentlichte Manuskripte zeigen Leibnitz als Gründer der symbolischen Logik. NN
Lotte Lenya, ursprünglicher Name Karoline Blamauer, wurde am 18. Oktober 1900 in Penzing, Österreich geboren und starb am 27. November 1981 in New York. Sie war Schauspielerin und Sängerin und machte die Musik ihres ersten Ehemanns, des Komponisten Kurt Weill, bekannt. Lenya trat oft in den musikalischen Schauspielstücken von Weill und Brecht auf. Sie studierte Ballet und Schauspiel in Zürich, war Mitglied der Balletgruppe am Züricher Stadttheater und spielte Shakespeare in Berlin.1926 heiratete sie Weill und trat in dem umstrittenen Brecht-Weill Stück "Mahagonny" auf. Sie wechselte zwischen den Rollen der Jenny und Lucy in "Die Dreigroschenoper" und trat in einer Opernversion von "Mahagonny", "Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny" auf. 1933, nach Machtantritt der Nazis, floh das Ehepaar nach Paris, wo Lenya in "Die sieben Todsünden" auftrat, das von Brecht und Weill für sie geschrieben wurde. Später zogen die Weills nach New York und Lenya debütierte als Miriam in "The Eternal Road". Sie trat als Cissy in "Candle in the Wind" und Herzogin in "The Firebrand of Florence" auf. Danach pausierte sie für einige Jahre, um Weill beim komponieren zu unterstützen. Nach seinem Tod kehrte sie auf die Bühne zurück und trat in mehreren Stücken auf, unter anderem in "The Threepenny Opera". Lenya spielte auch in der Revue "Brecht on Brecht", in "Mother Courage and her Children" sowie "The Appointment". Für ihr Porträt in "Roman Spring" wurde Lotte Lenya 1961 für den Academy Award nominiert. Lotte Lenya erschien ebenfalls in zahlreichen anderen Filmen, z.B. From Russia with Love.
Siegfried Lenz wurde am 17. März 1926 in Lyck geboren. Als 13jähriger wurde er Mitglied der Hitlerjugend und später zur Kriegsmarine einberufen. Er desertierte und geriet in englische Kriegsgefangenschaft. Nach 1945 begann er zu studieren, brach sein Studium jedoch ab, um für die Zeitung "Die Welt" zu arbeiten. Lenz wurde freier Schriftsteller nach dem Erscheinen seines ersten Romans. Seine Erzählungen wurden in 22 Sprachen übersetzt und erschienen in 28 Ländern. Zu seinen zahlreichen Auszeichnungen gehört der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Seine bekanntesten Werke sind "Deutschstunde" und "Heimatmuseum".
Papst Leo IX (ursprünglicher Name Bruno Graf von Egisheim und Dagsburg) wurde am 21. Juni in Egisheim geboren. Am 9.9. 1027 wurde er zum Bischof geweiht.Nach dem frühen Tod der beiden deutschen Päpste Clemens II. (1046/1047) und Damasus II. (1948) ernannte Heinrich III. Bruno auf dem Reichstag zu Worms zum Nachfolger. Am 12.2.1040 wurde er in Rom gekrönt. Er wollte die Kirche reformieren und kämpfte gegen Simonie, Laieninvestitur und Priesterehe. Er Förderte weitgehend das Ordensleben. Er starb am 19.4.1054 in Rom.
Der Heilige Römische Kaiser Leopold I wurde am 9. Juni 1640 in Wien geboren und starb am 5. Mai 1705 in seiner Geburtsstadt. Unter seiner Regierung entwickelte sich Österreich zu einer großen europäischen Macht, in der monarchischer Absolutismus und Verwaltungszentralismus die Vorherrschaft gewannen. Schon zu Beginn seiner Regierungszeit war Leopold in zahlreiche Kriege verwickelt, insbesondere gegen die Türken. Im Vertrag von Carlowitz wurde fast ganz Ungarn von türkischer Herrschaft befreit. Leopold war weiterhin in einen Krieg mit Frankreich verwickelt, bei dessen Ausgang er Straßburg durch den Vertrag von Rijswijk verlor. Ein weiterer Krieg, den Leopold focht, war der um die spanische Thronfolge, in dessen Mitte er jedoch verstarb.
St. Leopold III. (ca. 1073 1136)Leopold wurde in einer adligen Familie der Babenberger in Melk in Österreich geboren. Er war der Herzog von Österreich von 1095 bis zu seinem Tod und gründete 3 Kloster. In der Streitfrage der Amtseinführung hat er sich auf die Seite des Papstes gestellt. Er wurde von Papst Innozenz VIII. 1485 heilig gesprochen, sein Gedenktag ist am 29. Dezember.
Der deutsche Schriftsteller und Kritiker Gotthold Ephraim Lessing wurde am 22.1.1729 in Kamenz geboren und starb am 15.2.1781 in Braunschweig. Lessing studierte Theologie und Medizin in Leipzig. Von 1748-1755 arbeitete er als Journalist und freier Schriftsteller in Berlin, später in Leipzig, Breslau und Wolffenbuettel. 1759-1765 erschienen sein berühmten "Briefe, die neueste Literatur betreffend", 1760 entstand eines seiner bedeutendsten Dramen, "Minna von Barnhelm". Weitere wichtige Werke Lessings sind seine "Hamburger Dramaturgie" (eine für die deutsche Literatur einflußreiche Abhandlung über die Dramentheorie), das Trauerspiel "Emilia Galotti" sowie staats- und gesellschaftskritische Schriften. Nach dem Verbot seiner Schrift der "Anti-Goeze", einer Streitschrift auf Angriffe aus lutherisch- orthodoxen Reihen, veröffentlichte er 1779 das dramatische Gedicht "Nathan der Weise". Dieses Gedicht ruft zur Toleranz zwischen den Weltreligionen auf und ist heute zu den bedeutendsten Werken deutscher humanistischer Literatur zu zählen.
Bischof Dr. Reinhard Lettmann wurde am 9. März 1933 in Datteln geboren. Er studierte Philosophie und Theologie in Münster, Innsbruck und Freiburg. Er wurde 1959 zum Priester geweiht. Von 1960 bis 1964 studierte er an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom Kirchenrecht und promovierte zum Dr. jur. Can. 1973 wurde er Weihbischof und 1987 der 75. Bischof von Münster.
Fanny Lewald wurde am 24. März 1811 in Königsberg, im heutigen Kaliningrad, Rußland geboren und starb am 5. August 1889 in Dresden. Sie war eine bekannte Romanschriftstellerin und Feministin, die hauptsächlich über Familie, Heirat und soziale Probleme schrieb. Sie begann erst im Alter von 30 mit dem Schreiben. Die Romane "Clementine" und "Jenny" beschreiben Leben, die um Familientugenden herum aufgebaut sind. "Die Familie Darner" und "Von Geschlecht zu Geschlecht" sind realistische Romane über das Leben von Familienmitgliedern über mehrere Generationen. "Diogena" ist eine Parodie auf Gräfin Faustine, einen sentimentalen Roman von Lewalds Rivalin Ida, Gräfin von Hahn-Hahn. In dem historischen Roman "Prinz Louis Ferdinand" spielt Rahel Varnhagen von Ense, eine Berliner Literaturhostess des frühen 19. Jahrhunderts die zentrale Rolle. Lewald schrieb ebenso Reisebücher über Italien, Schottland und England sowie eine Autobiographie, "Meine Lebensgeschichte". Obwohl sie mit der Schriftstellerei begann, nachdem ihre Werke 1835 verbannt wurden, wurde Lewald stark von der Gruppe Junger Deutsche, einer politischen Bewegung, dessen Schriftsteller die Exzesse der späten Romantiker verachteten und versuchten, die Literatur für utilitaristische sowie politische Ziele zu verwenden, beeinflußt. Die Emanzipation der Frauen war eine Sache, für die die Gruppe eintrat. NN
Liberatus (siehe Johannes Laurentius Weiß)
Francis Lieber, eigentlicher Name Franz Lieber wurde am 18. März 1798 in Berlin geboren und starb am 2. Oktober 1872 in New York. Er war Politphilosoph und Jurist und besonders bekannt für die Formulierung der Kriegsgesetze. Seine Regeln für die Führung von Armeen auf dem Schlachtfeld diente als Grundlage für internationale Konventionen über Kriegsführung. Lieber war politisch aktiv und wurde zweimal von der preußischen Regierung eingesperrt. Er floh nach England und wanderte 1827 in die USA aus. Dort entwickelte er die erste Ausgabe der Encyclopedia Americana. Zwei seiner wichtigsten Werke sind "Manual of Political Ethics" und "On Civil Liberty and Self-Government". In seinen Regeln für die Führung von Armeen, die er für die Unionsarmee während des Amerikanischen Bürgerkrieges aufstellte, erkannte er die Notwendigkeit für systematische und institutionalisierte Verhaltensregeln, um die Verwüstungen des Krieges zu mildern, Zivilisten zu schützen und die Behandlung von Kriegsgefangenen zu regeln.
Der deutsche Maler und Radierer Max Liebermann wurde am 20. Juli 1847 geboren und starb am 8. Februar 1935 in seiner Geburtsstadt Berlin. Liebermann ist für seine objektiven Studien der Lebens- und Arbeitsbedingungen der armen Leute bekannt. Er war der Führer der deutschen Impressionistenschule. Nach 1890 wurde Liebermanns Stil von französischen Impressionisten, insbesondere Manet und Degas, beeinflußt. Trotz seiner Rolle als Gründer und Führer der Berliner Sezession wurde Liebermann Mitglied und später sogar Präsident der Berliner Akademie.
Justus Liebig war deutscher Chemiker und einer der bedeutendsten Naturforscher des 19. Jahrhunderts. Er ist am 12. Mai 1803 in Darmstadt geboren und starb 1873 in München. Er war Professor in Giessen und Später in München. Seine Arbeit war bahnbrechend auf allen Gebieten der Chemie. Er ist zum Beispiel der Schöpfer der modernen Düngelehre. Seine Methoden der chemischen Analyse werden hoch heute in den chemischen Laboratorien verwendet. Man könnte ihn den "Vater der modernen Chemie" nennen.
Karl Liebknecht wurde am 13. August 1871 in Leipzig geboren und starb am 15. Januar 1919 in Berlin. Der deutsche Sozialdemokrat gründete zusammen mit Rosa Luxemburg den Spartakusbund, eine Berliner Untergrundgruppe, die in der Kommunistischen Partei Deutschlands aufging. Liebknecht studierte Jura und Politische Ökonomie in Leipzig und Berlin. Er plante, seine Karriere der Verteidigung des Marxismus zu widmen. Liebknecht spielte eine wichtige Rolle in der Errichtung der Internationalen Union Sozialistischer Jugendorganisationen. Die Veröffentlichung von "Militarismus und Antimilitarismus" brachte ihn für 18 Monate ins Gefängnis. 1912 trat er dem Reichstag bei und wurde der Hauptsprecher gegen die Regierung und gegen eine wachsende Bewegung zur Revision der Marxistischen Doktrin innerhalb der Sozialdemokratischen Partei. Während des 1. Weltkrieges war er die führende Figur in der Entwicklung einer Oppositionsbewegung. Liebknecht plante eine Revolution, die er mit Gewalt durchzusetzen gedachte. Diese rief jedoch eine Gegenrevolution hervor, deren erste Opfer Liebknecht und Rosa Luxemburg waren.
Freiherr Friedrich Adolf Axel Detlev Liliencron wurde am 3. Juni 1844 in Kiel geboren. Der Schriftsteller, der als Soldat in der deutschen Armee angefangen hatte, veröffentlichte sein erstes Buch Adjutantenritte und andere Gedichte 1883. Es gilt heute noch als Meilenstein der Entwicklung des deutschen Naturalismuses. Obwohl er auch einige Dramen schrieb, war er vor allem für seine Gedichte bekannt, die in Sammelwerken von 1883 bis zu seinem Tod 1909 herauskamen.
Jutta Limbach wurde am 27. März 1934 in Berlin geboren. Sie ist verheiratet und hat drei Kinder. Seit dem 14. September 1994 ist sie Präsidentin des Bundesverfassungsgerichts. Jutta Limbach studierte Rechtswissenschaft in Berlin und Freiburg. Von 1963 bis 1966 arbeitete sie als wissenschaftliche Assistentin am Fachbereich Rechtswissenschaft der Freien Universität Berlin. Seit 1971 ist sie Professorin für Bürgerliches Recht, Handels- und Wirtschaftsrecht und Rechtssoziologie an der Freien Universität Berlin. Seit 1989 ist sie jedoch als Professorin beurlaubt. Von 1989 bis 1994 ist Jutta Limbach Senatorin für Justiz des Landes Berlin und vom 24. März bis 13. September 1994 Vizepräsidentin des Bundesverfassungsgerichts. Seit 1962 ist sie Mitglied der SPD. Sie ist ebenso Mitglied der Kommission für Innen- und Rechtspolitik beim Parteivorstand der SPD. Seit 1987 ist sie Vorstandsmitglied der Gesellschaft für Gesetzgebung. Jutta Limbach ist Mitherausgeberin mehrerer wissenschaftlicher Zeitschriften und einer Schriftenreihe zur Gleichstellung der Frau. Einige wichtige Veröffentlichungen sind "Theorie und Wirklichkeit der GmbH", "Der verständige Rechtsgenosse" und "Die gemeinsame Sorge geschiedener Eltern in der Rechtspraxis". Jutta Limbach hat sich zu einer wichtigen Person in der Politik Deutschlands entwickelt. Sie ist in zahlreiche politische Entscheidungen verwickelt, unter anderem in die Frage, ob deutsche Truppen im Ausland eingesetzt werden sollen. NN
Carl Paul Gottfried von Linde's Geburtstag ist der 11. Juni 1842. Der deutsche Ingenieur starb am 16. November 1934 in München. Während seiner Zeit als Assistent an der Technischen Hochschule in München entwickelte von Linde einen Methyl-Äther-Kühlschrank. Dieser stellte das erste Design mit dem Ziel der präzisen Effizienzkalkulation dar. 1895 errichtete er eine Fabrik für die Produktion von flüssiger Luft. Sechs Jahre später entwickelte er eine Methode zur Trennung von reinem flüssigen Sauerstoff und flüssiger Luft.
Der deutschstämmige amerikanische Biochemiker Fritz Albert Lipmann wurde am 12. Juni 1899 in Königsberg geboren und starb am 24. Juli 1986 in Poughkeepsie, USA. Lipmann erhielt seinen Doktortitel an der Berliner Universität und forschte in den Laboratorien der Heidelberger Universität, des Biologischen Instituts der Karlsberg Foundation in Kopenhagen und an der Cornell Medical School in New York. 1953 erhielt er den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin für die Entdeckung des Koenzyms A, einer wichtigen Substanz, verwickelt in die zelluläre Umwandlung von Nahrung in Energie.
Georg Friedrich List wurde am 6. August 1789 in Reutlingen geboren und starb am 30. November 1846 in Kufstein. Der deutsch-amerikanische Ökonom befürwortete den Zollschutz zur Unterstützung der Entwicklung der nationalen Industrie. List war der Gründer einer Organisation deutscher Industrialisten, die eine Abschaffung der Zollgrenzen zwischen den deutschen Staaten bevorzugten. 1925 mußte er wegen seiner liberalen Sichtweise ins Exil in die USA. 1827 veröffentlichte er "Outlines of American Political Economy". List wurde US-Staatsbürger und kehrte als Konsul nach Deutschland zurück. Dort war er an der Errichtung einer Zugstrecke zwischen Leipzig und Dresden beteiligt. In Frankreich schrieb er sein bekanntestes Werk "The National System of Political Economy".
Cosima Wagner, geborene Cosima Liszt, auch Cosima von Bülow, wurde am 25. Dezember 1837 in Bellagio, Österreichisches Kaiserreich, geboren und starb am 1. April 1930 in Bayreuth. Sie war die Ehefrau des Komponisten Richard Wagner und Leiterin der Bayreuther Festspiele nach Wagner's Tod von 1883 bis 1908. Cosima erhielt ihre Ausbildung in Paris von der Gouvernante der Herrin ihres Vaters, Fürstin Wittgenstein, und später im Hause der Mutter von Hans Bülow in Berlin. 1857 heiratete sie Hans von Bülow, einen der herausragenden Dirigenten der Zeit und ein Schüler von Liszt. Obwohl sie ihn in seiner Arbeit unterstützte und ihm ihr ganzes Leben ergeben blieb, war ihre Ehe unzufriedenstellend. Sie gebar zwei Töchter. Zwei weitere Töchter waren Wagner's Kinder. 1868 verließ Cosima von Bülow, um mit Wagner in Triebschen zu leben. Sie heirateten schließlich im Jahre 1870. Im gleichen Jahr komponierte Wagner die "Siegfried Idylle", um der Geburt ihres Sohnes Siegfried zu gedenken. Nach dem Tod Wagners übernahm sie das Management der Bayreuther Festspiele. Sie war künstlerische Leiterin bis 1908, als ihr Sohn übernahm. Sie führte diese Aufgabe mit der für sie charakteristischen Energie und ihrer Hingebung zu Wagner's Werken durch. Cosima Wagner war die treibende Kraft hinter den Festspielen in wirtschaftlicher wie auch sozialer Hinsicht. Sie beeinflußte die Auswahl der Künstler, des Spielplans und den Stil der Vorführungen. NN
Der ungarische Klaviervirtuose und Komponist Franz Liszt wurde am 22. Oktober 1811 in Raiding geboren und starb am 31. Juli 1886 in Bayreuth. Liszt erhielt schon frühzeitig Unterricht von seinem Vater, der ihn ebenso in seiner religiösen Entwicklung beeinflußte. Im Alter von 8 Jahren begann er zu komponieren und gab seinen ersten öffentlichen Auftritt mit 9. Hector Berlioz, Niccolo Paganini und Frederic Chopin beeinflußten seine musikalische Karriere besonders stark. Er reiste durch ganz Europa und gab Konzerte in Ländern wie Portugal, Rußland und Türkei. Sein Besuch in Ungarn legte die Grundlagen für seine "Hungarian Rhapsodies". Unter seinen bekanntesten Kompositionen befinden sich 12 symphonische Gedichte, zwei Klavierkonzerte, mehrere Stücke für einen Chor und eine große Vielfalt an Klavierstücken für Solo.
St. Liudger (ca. 742 809) St. Liudger wurde ungefähr im Jahr 742 in Utrecht, heute Holland, geboren. Er war ein Missionar bei den Friesen und Sachsen. Seine Berufung wurde durch das Martyrium von St. Boniface veranlaßt, dessen Arbeit er gerne fortführen wollte. Er studierte bei Alquin und erhielt den Kontakt zu ihm sein Leben lang. Im Jahr 777 wurde er zum Priester geweiht, 787 leistete er Missionarsarbeit bei Heiden an der Mündung der Ems. Sehr hilfreich hierbei erwiesen sich seine Sprachkenntnisse der Leute dort. Im Jahr 793 bot ihm Charlemagne das Bistum von Trier an, aber Liudger lehnte das Angebot ab, da er seine Missionarsarbeit bei den Sachsen fortführen wollte. Hierbei baute er ein Kloster in den östlichen Territorien. Die Stadt, die sich um das Kloster entwickelte, ist heute als Münster bekannt. Er gründete das Nonnenkloster St. Gerburgis im Jahr 803, in dem er seine Schwester zur Leiterin machte. Dieses Kloster war das erste für Frauen in Westfalen, und im Jahre 805 wurde er zum ersten Bischof von Münster ernannt. Im Jahr 809 starb er und ist in Werden begraben, wo er ein Kloster und eine Kirche gegründet hatte. Seine Verehrung als Heiliger geht der Heiligsprechung durch den Papst voraus.
Friedrich August Johannes Löffler wurde am 24. Juni 1852 in Frankfurt an der Oder, Preußen, geboren und starb am 9. April 1915 in Berlin. Der Bakteriologe entdeckte, gemeinsam mit Edwin Klebs, 1884 den Organismus, der Diphterie verursacht. Dieser Organismus, Corynebacterium diphtheriae, ist allgemein als der Klebs-Löffler Bazillus bekannt. Gleichzeitig mit Émile Roux und Alexandre Yersin, zeigte er die Existenz eines Diphterie Giftes. Seine Demonstration, daß einige Tiere gegen Diphterie immun sind, war eine wichtige Grundlage für Emil von Behrings' Entwicklung eines Antigiftes. Löffler war einige Zeit als Militärarzt tätig und wurde danach Assistent im Kaiserlichen Gesundheitsbüro in Berlin, wo er mit Robert Koch zusammenarbeitete. 1913 wurde er Direktor des Robert Koch Instituts für Infektionskrankheiten in Berlin. Löffler entdeckte ebenso die Ursache für die Schweinepest und identifizierte mit Wilhelm Schütz die verursachenden Organismen von Pfeifferella mallei. Gemeinsam mit Paul Frosch fand er heraus, daß die Maul- und Klauenseuche durch einen Virus verursacht wird und entwickelte ein Serum dagegen. NN
Carl Loewe wurde am 30. November 1796 in Löbejün in der Nähe von Halle in Brandenburg geboren und starb am 20. April 1869 in Kiel, Preußen. Er war deutscher Komponist und Sänger. Am besten ist er für seine Lieder und insbesondere seine dramatischen Balladen bekannt. Noch während seiner Zeit als Chorjunge in Köthen begann Loewe zu komponieren. Seine musikalische Ausbildung beendete er in Halle. Er reiste regelmäßig durch Europa und sang seine Lieder mit großem Erfolg. In Wien wurde er der "Schubert Norddeutschlands" genannt. Obwohl Loewe Opern, Oratorien und viele instrumentale Stücke schrieb, ist er heute fast ausschließlich für seine Lieder bekannt. Die am meisten bewunderten Stücke beinhalten Werke für Goethe's Erlkönig, die schottische Volksballade "Edward", "Herr Oluf", "Archibald Douglas" und "Tom der Reimer". NN
Frederick Loewe wurde am 10. Juni 1904 in Wien geboren und starb am 14. Februar 1988 in Palm Springs, USA. Er war Komponist und Miarbeiter von Alan Jay Lerner an einer Reihe von Musicals, unter anderem "My Fair Lady". Weitere Werke, die der Zusammenarbeit mit Lerner entsprangen sind "Brigadoon", "Paint Your Wagon", "Gigi" und "Camelot".
Der Geburtstag von Otto Loewi ist am 3. Juni 1873. Loewi starb am 25. Dezember 1961 in New York, USA. Er war Mediziner und Pharmakologe und erhielt 1936 zusammen mit Sir Henry Dale den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin für ihre Entdeckungen verbunden mit der chemischen Übertragung von Nervenimpulsen. Nach seinem Abschluß in Medizin studierte und unterrichtete Loewi an europäischen Universitäten, war Professor der Pharmakologie in Graz und Forschungsprofessor an der School of Medicine an der New Yorker Universität.
Fritz Wolfgang London wurde am 7. März 1900 in Breslau geboren und starb am 30. März 1954 in Durham, USA. Der Physiker entwickelte mit Walter Heitler die erste quantenmechanische Behandlung von Wasserstoffmolekülen. Er forschte in Zürich sowie Rom und unterrichtete an der Universität Berlin. Von 1933 bis 1936 arbeitete er als Forscher an der Oxford Universität und ging danach nach Paris, wo er als Forschungsdirektor arbeitete. 1939 wanderte er in die USA aus und wurde Professor für theoretische Chemie an der Duke Universität und ab 1953 arbeitete er dort als Professor für chemische Physik. 1945 wurde er amerikanischer Staatsbürger. Unter seinen Werken befinden sich zwei Bände von "Superfluids". London's Theorie über die chemischen Bindungen gleichpolarer Moleküle bezeichnete den Anfang der quantenmechanische Behandlung von Wasserstoffmolekülen und wird als einer der wichtigsten Fortschritte in der modernen Chemie betrachtet. Gemeinsam mit seinem Bruder, Heinz London, entwickelte er die phänomenologische Theorie der Supraleitfähigkeit und legte damit die Grundlage für das Verständnis molekularer Kräfte und die Klärung der Verbindung zwischen reinen Quantenphänomena und vielen der markantesten Fakten der Chemie.
Konrad Lorenz wurde am 7. November 1903 in Wien geboren und starb am 27. Februar 1989 in Altenburg. Er war Zoologe und Gründer der modernen Verhaltensforschung, dem Studium des Tierverhaltens mittels vergleichenden zoologischen Methoden. Seine Ideen trugen zu einem Verständnis der evolutionären Vergangenheit von Verhaltensmustern bei. Lorenz ist ebenso bekannt für seine Erforschung der Wurzeln der Agression. Für seine Arbeit erhielt er 1973 gemeinsam mit dem Verhaltensforschern Karl von Frisch und Nikolaas Tinbergen den Nobelpreis für Physiologie und Medizin.
Robert Harry Lowie wurde am 12. Juni 1883 in Wien geboren und starb am 21. September 1957 in Berkeley, USA. Seine ausgedehnten Studien der Indianer der nordamerikanischen Ebenen beinhalten eine exemplarische Erforschung des Crow-Stammes. Seine Werke, z.B. "Culture and Ethnology", "Primitive Society" and "Social Organization" beeinflußten die anthropologische Theorie. Lowie schrieb 18 Monographien über die Stämme, die er studierte und eine Studie über die Crow, "The Crow Indians". Später in seinem Leben befaßte er sich mit der deutschen Kultur und veröffentlichte "The German People" und "Toward Understanding Germany".
Am 14. Oktober 1894 wurde Heinrich Lübke in Enkhausen, Westfalen, geboren. Er studierte Landwirtschaft, Geodäsie und Kulturtechnik, sowie Volkswirtschaft und Verwaltungsrecht in Münster und Berlin. Lübke ist von 1931-1933 Abgeordneter für die Zentrumspartei. Nach dem Zweiten Weltkrieg tritt er der CDU bei. Nach diversen politischen Ämtern wird Lübke 1959 zum Bundespräsidenten gewählt. Dieses Amt hält er bis 1969 inne. Am 6. April 1972 stirbt Heinrich Lübke in Bonn.
Der preußische General Erich Ludendorff wurde am 9. April 1865 in Kruszewnia geboren und starb am 20. Dezember 1937 in München. Ludendorff war hauptsächlich für Deutschlands Militär- politik und strategie in den späten Jahren des 1. Weltkrieges verantwortlich. Unter Helmuth von Moltke spielte Ludendorff eine wichtige Rolle in der Umarbeitung des Schlieffen-Planes, was sich später, während des Krieges, als Fehler herausstellte. Nach Beendigung des Krieges wurde er ein Führer der reaktionären politischen Bewegung und trat der Nazipartei bei. Er entwickelte eine Theorie des totalen Krieges, die er in "Der Totale Krieg" veröffentlichte.
Der deutsche Romanschriftsteller, Dramatiker und Kritiker Otto Ludwig wurde am 11. Februar 1813 in Eisfeld geboren und starb am 25. Februar 1865 in Dresden. Man erinnert sich seiner durch realistische Geschichten, die zur Entwicklung der Novelle beitrugen. Er prägte den Ausdruck "poetischer Realismus", der später zur Beschreibung vieler seiner Zeitgenossen verwendet wurde. Obwohl man von ihm eine Handelskarriere erwartete, war Ludwig schon frühzeitig in Dichtung und Musik interessiert. 1838 produzierte er die Oper "Die Köhlerin". Seine bekanntesten literarischen Werke sind "Die Heiteretei und ihr Widerspiel" sowie "Zwischen Himmel und Erde".
Ludwig II, Beiname Ludwig der Deutsche, wurde im Jahre 804 in Aquitaine geboren und starb am 28. August 876 in Frankfurt. Er war König der Ostfranken und regierte die Länder, aus denen sich später der deutsche Staat entwickelte. Im Vertrag von Verdun im Jahre 843 wurde das Reich in den westlichen, mittleren und östlichen Teil untergliedert und unter Charles, Lothair I und Ludwig aufgeteilt. Ludwig erhielt die fränkischen Gebiete, die der Schwaben, Bayern und Karolinger.
König Ludwig II, Beiname Der Verrückte, wurde am 25. August 1845 in Nymphenburg geboren und starb am 13. Juni 1886 am Starnberger See. Ludwig II war ein exzentrischer König von Bayern und ein Bewunderer und Förderer des Komponisten Richard Wagner. Er brachte seine Ländereien in das neu gegründete Kaiserreich, war jedoch nur zwischenzeitlich mit Staatsaffairen beschäftigt. Ludwig bevorzugte ein Leben krankhafter Abgeschlossenheit und entwickelte eine Manie für extravagante Bauvorhaben. 1886 wurde er für geistesgestört erklärt und Prinz Luitpold übernahm die Regierung.
St. Ludwig IV. von Thüringen (1200 1227) Ludwig IV. wurde nie offiziell heilig gesprochen, wurde aber in seiner Gegend kurz nach seinem Tod als solcher angesehen. Er lebte ein frommes Leben und war ein guter Herzog in Thüringen. Er wird hauptsächlich wegen seiner Frau erinnert, die sehr beliebte St. Elisabeth von Thüringen, die sehr heilig war. Sie wurde durch Papst Gregor IX. im Jahr 1235 heilig gesprochen. Ludwig starb bei seiner Beteiligung am 5. Kreuzzug als Mitglied im Deutschen Orden.
Bischof Dr. Hubert Luthe wurde am 22. Mai 1927 in Lindlar geboren. Er studierte Theologie und Philosophie in Bonn und München. Er wurde 1953 in Köln zum Priester geweiht. 1953-1955 war er Geheimsekretuar von Kardinal Joseph Frings. Er promovierte 1964 in München zum Doktor der Theologie. Er wurde 1969 zum Bischof ernannt und 1991 zum Bischof von Essen.
Katharina von Bora wurde 1499 als Tochter eines verarmten Adligen geboren. 1504 besuchte sie die Klosterschule der Benediktinerinnen Brehna (bei Halle/S.) und trat 1508 dem Kloster Nimbschen (bei Grimma) bei. 1515 legte Katharina das Gelübde ab und wird somit zum frühestmöglichen Termin Nonne. 1523 flieht sie gemeinsame mit 11 weiteren Nonnen aus dem Kloster Nimbschen bei Grimma und wird im Hause Cranachs des Älteren in Wittenberg aufgenommen. Am 13. Juni 1525 heiratet Katharina von Bora Dr. Martin Luther. Katharina Luther ordnet den Haushalt, nutzt das auf dem Kloster liegende Braurecht, betreibt Viehzucht und pachtet mehrere Grundstücke. Katharina von Bora schenkte sechs Kindern das Leben, von denen jedoch zwei starben. Alle lebenden Nachkommen Luthers stammen aus dieser Linie. Katharina floh 1546 nach Dessau und später Magdeburg, um dem Krieg zu entgehen. Sie starb am 20. Dezember 1552 in Torgau, wohin sie vor der Pest in Wittenberg geflohen war.
Martin Luther wurde am 10. November 1483 in Eisleben geboren. Eisleben liegt in den neuen Bundesländern. 1501 trat Luther in das Augustinerkloster zu Erfurt ein. 1507 wurde er zum Priester geweiht und 1512 wurde ihm der Titel `Doktor der Theologie' verliehen. 1512 wurde er Professor der Bibelauslegung an der Universität Wittenberg. 1517 erschienen seine 95 Thesen gegen den Ablaß. Diese brachten ihn in Schwierigkeiten mit der katholischen Kirche unter Papst Leo X. Im Jahre 1525 heiratete Luther die ehemalige Nonne Katharina von Bora. Luther starb im Jahre 1546 in seiner Heimatstadt Eisleben.
Rosa Luxemburg wurde als jüngstes Kind einer jüdischen Familie am 5. März 1871 in Zmaoshc, Russisches Reich, geboren. Schon in ihrer Schulzeit war sie in Aktivitäten des sozialistischen Untergrund verwickelt, weshalb sie auch 1889 nach Zürich auswandern musste. Sie studierte Jura und Volkswirtschaft und promovierte 1898. In Zürich kam sie in Kontakt mit russischen Sozialisten, deren Ideen aber im Gegensatz zu ihren eigenen standen. Sie vertrat offen die polnische Unabhängigkeit ein und gründete die polnische Sozial-Demokratische Partei. Nachdem sie 1898 den Deutschen Gustav Lübeck geheiratet hatte, bekam sie die deutsche Staatsbürgerschaft und zog nach Berlin um, um dort mit der grössten und am einflussreichsten Folgepartei der 2. Internationalen zusammen zu arbeiten, der Sozial-Demokratischen Partei Deutschlands (SPD). Sie spaltete die Partei, da sie gegen die von der SPD angestrebten Reformen war, da ihrer Meinung nur eine Revolution die Befreiung der Arbeiterschaft bringen könnte. Rosa Luxemburg nahm an der Russischen Revolution von 1905 in Warschau teil und wurde verhaftet. Aus dieser Erfahrung entwickelte sie ihre Theorie von revolutionären Massenaktionen. Ein Generalstreik war die Waffe des Proletariats, um einen sozialistischen Sieg zu erringen, wie sie es in ihrem Buch Massenstreik, Partei und Gewerkschaften (1906) formulierte. Von 1907-1914 lehrte sie an der Sozial-Demokratischen Schule in Berlin. Als der 1. Weltkrieg ausbrach, der auch von der SPD unterstützt wurde, spaltete sich Rosa Luxamburg, die gegen den Krieg war, von der SPD ab und gründete zusammen mit Karl Liebknecht den Spartakusbund (1916), der das Ende des Krieges und die Gründung einer proletarischen Regierung zur Ziel hatte. Sie verbrachte die Zeit bis zum Kriegsende im Gefängnis. Freigelassen, versuchten sie und Liebknecht,die linken Kräfte in Deutschland zu vereinen. Im Dezember 1918 gründeten sie die Kommunistische Partei Deutschlands. Sie konnte allerdings keinen Einfluss mehr auf die Entwicklung dieser Partei ausüben, da sie und Karl Liebknecht am 15. Januar 1919 in Berlin von reaktionären Truppen ermordet wurden.