Short Biographies of
Noted Germans, Austrians and Swiss
P
©1997, 1998, 1999 by Paul A. Schons
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Erwin Panofsky wurde am 30. März 1892 in Hannover geboren und starb am 14. März 1968 in Princeton, USA. Er war Kunsthistoriker und besonders für seine Studien über Ikonographie (die Studie von Symbolen und Themen in Kunstwerken) bekannt. 1931 ging er zum ersten mal in die USA und arbeitete als Gastprofessor an der Universität in New York. Vier Jahre später wurde er Professor für Kunstgeschichte am Institute for Advanced Study, Princeton. Panofskys Schriften zeichnen sich durch die Vielfalt der Subjekte, kritischen Scharfsinn, Gelehrsamkeit sowie reichhaltige Anspielungen auf Literatur, Philosophie und Geschichte aus. Panofsky studierte zahlreiche ikonographische, stilistischen und theoretische Aspekte mittelalterlicher Kunst sowie der Renaissance, schrieb einen klassischen Bericht über Albrecht Dürer sowie eine definitive Historie über frühe holländische Malerei. Unter seinen Hauptwerken in Englisch befinden sich "Studies in Iconology", "The Codex Huygens and Leonardo da Vinci's Art Theory", "Albrecht Dürer" und andere.
St. Pantalus (ca. 304 - ?) Es wird angenommen, daß St. Pantalus der erste Bischof von Basel in der Schweiz war. Erhältliche Dokumente zeigen, daß er ein Märtyrer war. Ab dem 12. Jahrhundert wurde seine Geschichte mit der Legende von St. Ursula gemischt. Laut diesen Legenden traf er St. Ursula auf ihrer Rückkehr von Rom nach Köln, wobei er sie nach Köln begleitete. Zusammen mit ihr und ihren vielen Begleiterinnen wurde er von angreifenden Hunnen getötet. Ein Schädel wurde im Mittelalter in Köln gefunden der derjenige von St. Pantalus sein soll. Der Schädel ist erhalten geblieben und in einem Geschichtsmuseum in Basel. Seine Verehrung als Heiliger geht der Heiligsprechung durch den Papst voraus, sein Gedenktag ist am 13. Oktober.
Franz Daniel Pastorius wurde 1651 in Sommerhausen bei Würzburg geboren. Er war deutscher Rechtsgelehrte, der als Beauftragter von Krefelder Pietisten Land in Pennsylvanien kaufte. Er gründete die Stadt Germantown in der Nähe von Philadelphia und führte eine Gruppe Krefelder nach Amerika, diese Stadt zu bewohnen. Diese war die erste geschlossene deutsche Siedlung in Nordamerika. Als Lehrer in Germantown schrieb er 1698 A New Primer or Methodical Directions to Attain the True Spelling, Reading, and Writing of English. Pastorius ist am 1.1.1720 gestorben.
Der deutsche Physiker Wolfgang Paul wurde am 10. August 1913 in Lorenzkirch geboren und starb am 6./7. Dezember 1993 in Bonn. Paul erhielt 1989 eine Hälfte des Nobelpreises für Physik gemeinsam mit Hans G. Dehmelt. Er entwickelte die Paul-Falle, ein elektromagnetisches Gerät, das Ionen fängt und sie so lange festhält, bis ihre Eigenschaften präzise bestimmt sind. Wolfgang Paul studierte in München und Berlin und wurde Professor an der Universität Göttingen. Die Paul-Falle erlaubte Physikern das Studium atomarer Eigenschaften und den Test physikalischer Theorien mit einem hohen Grad an Präzision. Sie wurde ein wichtiges Gerät in der modernen Spektroskopie.
Wolfgang Pauli wurde am 25. April 1900 in Wien geboren und starb am 15. Dezember 1958 in Zürich, Schweiz. Er war der Gewinner des Nobelpreises für Physik im Jahre 1945 für seine Entdeckung des Pauli Ausschlußprinzips. Dieses besagt, daß in einem Atom keine zwei Elektronen gleichzeitig den gleichen Quantenrang einnehmen können. Dieses Prinzip verbindet die Quantentheorie mit der beobachteten Eigenschaften von Atomen. 1928 wurde Pauli Professor für theoretische Physik am Bundesinstitut für Technologie in Zürich. Unter seiner Direktion entwickelte sich das Institut zu einem großen Forschungszentrum während der Jahre vor dem 2. Weltkrieg. 1940 erhielt Pauli den Lehrstuhl für theoretische Physik am Institute for Advanced Study, Princeton. 1946 erhielt er die amerikanische Staatsbürgerschaft. Nach dem 2. Weltkrieg kehrte Pauli nach Zürich zurück. NN
St. Paulinus von Trier (ca. 300 358) St. Paulinus wurde durch den Bischof von Trier, St. Maximin, zum Priester geweiht und wurde der Bischof dort nach ihm. Er arbeitete weiter an dem Widerstand gegen den Arianismus, den St. Maximin angefangen hatte. Der Kaiser Konstantin, der jedoch den Arianismus unterstützte, verbannte Paulinus nach Phrygien, heute in der Türkei. Paulinus starb dort, aber seine Überreste wurden später zurück nach Trier gebracht. Die St. Paulinus Kirche in Trier ist nach ihm benannt. Seine Verehrung als Heiliger geht der Heiligsprechung durch den Papst voraus, sein Gedenktag ist am 31. August.
Friedrich Paulus wurde am 23. September 1890 in Breitenau, im heutigen Österreich, geboren und starb am 1. Februar 1957 in Dresden. Er war Feldmarschall an der Ostfront, dessen Gefangennahme in Stalingrad zu Beginn des Jahres 1943 einen Wendepunkt im 2. Weltkrieg darstellte und wesentlich zur Niederlage Deutschlands beitrug. Paulus diente im 1. Weltkrieg und war Stabsoffizier zu Beginn des 2. Weltkrieges. Er wurde stellvertretender Chef des deutschen Generalstabs und war an der Erstellung der Invasionspläne für die Sowjetunion beteiligt. Als Kommandant der 6. Armee seit 1942 führte er den Feldzug auf Stalingrad an. Eingeschlossen durch eine sowjetische Gegenoffensive , kapitulierte die 6. Armee am 2. Februar 1943. Das Stalingrad Disaster führte zu einem Ende der offensiven Rolle Deutschlands in der SU. Es war nicht nur ein gewaltiger Schlag für die Moral der Truppe, Deutschland verlor auch ca. 300000 unersetzliche ausgebildete Soldaten. Nach seiner Gefangennahme machte Paulus unter den Kriegsgefangenen Propaganda gegen Hitler und sagte später beim Kriegsgericht in Nürnberg aus. Nach seiner Freilassung 1953 ließ er sich in Ostdeutschland nieder.
Johann H. Pestalozzi wurde am 12.1.1746 in Zürich geboren und starb am 17.2.1827 in Brugg. Der schweizer Pädagoge und Sozialreformer gründete 1775 ein Erziehungsanstalt, leitete später ein Waisenhaus und eine Heimschule. Seine pädagogische Grundidee einer Bildung für alle gilt als Wegbereiter der Volksschule und Lehrerbildung.
St. Peter Canisius (1521 1597) Peter de Hondt (St. Peter Canisius) wurde in Nimwegen, damals Deutschland, heute Holland, geboren. Im Jahr 1536 begann er mit dem Studium in Köln, im Jahr 1543 wurde er der erste Deutsche, der einem Jesuiten Orden beitrat. Er gründete das erste Jesuiten Haus in Köln, während seines Lebens gründete er noch viele andere, darunter in Ingolstadt und Prag. Er lehrte an vielen Universitäten und war eine Zeit lang der Präsident der Universität in Ingolstadt. Er war ein produktiver Autor und Prediger. Er war aktiv in einigen zentralen Versammlungen in den Anfängen der Kämpfe zwischen der katholischen und evangelischen Kirche. Er war Berater des Bischofs von Augsburg bei der Versammlung in Trent. Bei dieser Versammlung traf er den Gründer seines Ordens, Ignatius, und wurde durch ihn angewiesen. Er wurde zum Anführer der Gegenreformation in Deutschland. Seine bekannteste Arbeit dieser Zeit war sein Werk Deutscher Katechismus. Canisius starb in Fribourg, Schweiz, im Jahr 1597. Er wurde durch Papst Pius XI. im Jahr 1925 heilig gesprochen und Doktor der Kirche benannt. Er wird auch Der Zweite Apostel Deutschlands genannt, Boniface war der Erste.
Wilhelm Pieck wurde am 3. Januar 1876 in Gruben, Niederlausitz, geboren. Er besuchte die Volksschule und machte anschließend eine Tischlerlehre. Im Jahre 1895 tritt er der SPD bei. Nach verschiedenen politischen Ämtern wird er 1906 hauptamtlicher Sekretär der SPD in Bremen. 1918 wird er in die neugegründete Zentrale der KPD gewählt. Von 1921 bis 1928 ist Pieck Abgeordneter des Preußischen Landtages. Am 20. Mai 1928 wird Pieck in den Reichstag gewählt. Im folgenden Jahr erfolgt die Wahl in den Preußischen Staatsrat. Nach langen Jahren des Exils in Paris und Moskau (von 1933 an) kehrt er 1945 wieder nach Berlin zurück. Nach dem Zusammenschluss der SPD und der KPD wird er 1946 mit Otto Grotewohl Vorsitzender der SED. Am 7. September 1960 stirbt Pieck in Berlin. GM
Erwin Piscator wurde am 17. Dezember 1893 in Ulm geboren und starb am 30. März 1966 in Starnberg. Er war Theaterproduzent und Regisseur, berühmt für seine originellen expressionistischen Bühnentechniken. Piscator erfand den epischen Theaterstil, der später vom deutschen Bühnendichter Bertold Brecht entwickelt wurde. Piscator arbeitete während der Weimarer Republik in Berlin, wo er freiheraus das Theater zur Übermittlung radikaler politischer Anweisungen verwendete. Obwohl er kein Kommunist war, symphatisierte er mit den Parteien der deutschen Arbeiterklasse. Er war ein mutiger Neuerer und verwendete zahlreiche optische, akustische und mechanische Geräte, um das Erlebnis des totalen Theaters zu erschaffen. Seine Leidenschaft für Maschinerie war selbstverteidigend, da die Lautsprecher, die aufblitzenden Lichter, die Angriffssirenen und die Drehbühnen verhinderten, daß der Zuschauer Piscators Nachricht mitbekam. Während des 2. Weltkrieges ging Piscator ins Exil und leitete den Dramatic Workshop of the New School for Social Research in New York. 1951 kehrte er als Leiter der Westberliner Volksbühne zurück. Er produzierte weiterhin herausragende Werke, wie "Rolf Hochhuth's Deputy", eine Studie über die Rolle von Papst Pius XII während der Nazizeit, sowie "The Investigation " von Peter Weiss" über den Massenmord in Auschwitz. NN
Der 23. April ist Max Plancks Geburtstag. Max Planck war Physiker und Professor an der Universität Kiel und arbeitete ab 1889 an der Universität Berlin. Seit 1912 wurde er ständiger Präsident der deutschen Akademie der Wissenschaften. Max Planck erhielt für seine Verdienste 1918 den Nobelpreis für Physik. Er ist der Begründer der Quantentheorie, deren Entwicklung eine neue Ära in der Physik und Chemie einleitete. Eine der wichtigsten deutschen Forschungseinrichtungen Deutschlands, das Max-Planck-Institut, trägt heute seinen Namen.
Julius Plücker wurde am 16. Juni 1801 in Eberfeld geboren und starb am 22. Mai 1868 in Bonn. Der Mathematiker und Physiker schlug das weitreichende Prinzip der Dualität vor. Dieses besagt die Gleichwertigkeit bestimmter verwandter Lehrsätze. Er entdeckte weiterhin, daß Kathodenstrahlen durch ein magnetisches Feld von ihrer ursprünglichen Richtung abgelenkt werden. Seine Arbeit wird unter anderem in "Analytisch-geometrische Entwicklungen", "Theorien der algebraischen Curven" und "Neue Geometrie des Raumes gegründet auf die Betrachtung der geraden Linie als Raumelement" aufgezeigt.
Karl Raimund Popper wurde am 28. Juli 1902 in Wien geboren. Er promovierte in Wien. Sein erstes Buch Logik der Forschung (1934) erschien in Wien, aber er distanzierte sich bald von den logischen Positivisten. Vor den Nationalsozialisten floh er 1937 nach Neuseeland. 1945 zog er nach Großbritannien, wo er Professor an der London Schoool of Economics wurde. Er schlug das "Falsifikationskriterium" vor, die empirisch-wissenschaftliche Theorien zu ersetzen. Unter seine Bücher sind The Open Society and its Enemies (1945), und Postscript to the Logic of Scientific Discovery. (1981-82). Popper starb am 17. September 1994 in London.
Ferry Porsche (Ferdinant Anton Ernst) wurde am 19. September 1909 in We. Neustadt geboren. Er ist der Sohn von Ferdinand Porsche, dessen Vater Ferdinant Alexander Porsche war. Ferry Porsche war als Autokonstrukteur tätig. Er war Miteigentümer der Porsche Holding. 1950 bis 1972 ist er Leiter der Porsche-Automobilfabrik in Stuttgart. Am 27. März 1998 stirbt Ferry Porsche in Zell am See.
St. Primin (ca. 690 753) Primin war ein West Gote, der im Jahr 720 zum reisenden Bischof ernannt wurde. Er gründete zahlreiche Kloster während seines Lebens, darunter werden die Kloster in Murbach, Neuweiler, Gegenbach, Schwarzach, Hornbach und Armorbach ihm zugeschrieben. Die Stadt Pirmasens in Deutschland ist nach ihm benannt, und er ist in Hornbach begraben. Seine Verehrung als Heiliger geht der Heiligsprechung durch den Papst voraus, sein Gedenktag ist am 3. November. Er wird in Chur, Freiburg im Breisgau und in Speyer verehrt.
Samuel Freiherr von Pufendorf wurde
am 8. Januar 1632 als Sohn eines evangelischen Pfarrers im
sächsischen Dorfchemnitz geboren. Er erlangte 1661 als erster
die Berufung auf einen Lehrstuhl für Natur- und Völkerrecht in
Heidelberg. Ihm erschien das nach dem dreißigjährigen Krieg
zersplitterte Reich als irregulär und als Monstrum.
Er arbeitete ab 1670 als Professor und Historiograph an einer
seiner Meinung nach der historischen Lage angemessenen Theorie
der Politik. Von 1688 bis zu seinem Tod am 16. Oktober 1694 war
er Hofhistoriograph in Brandenburg-Preußen.
Ludwig Quidde wurde am 23. März 1858 in Bremen geboren und starb am 5. März 1941 in Genf, Schweiz. Er war Historiker, Politiker und einer der prominentesten deutschen Pazifisten des frühen 20. Jahrhunderts. Gemeinsam mit Ferdinand-Édouard Buisson gewann er 1927 den Friedensnobelpreis. Von 1889 bis 1896 war er Herausgeber der "Deutsche Zeitschrift für Geschichtswissenschaft". 1892 trat er der Deutschen Friedensgesellschaft bei. 1894 veröffentlichte er das Flugblatt "Caligula", das als geschichtliche Studie erschien, jedoch eine scharfe Satire auf den deutschen Kaiser Wilhelm II ist. Quidde war ein liberales Mitglied des Bayerischen Landtags sowie der Interparlamentarischen Union. Von 1914 bis 1929 diente er als Vorsitzender der Deutschen Friedensgesellschaft. Während des 1. Weltkrieges war er Gegner der deutschen Meinung über die Aneignung fremden Territoriums als Voraussetzung für einen Friedensvertrag. Quidde trat der Demokratischen Partei bei und war Mitglied der Nationalversammlung, in der er für ein proportionales Wahlsystem kämpfte und die deutsche Kriegsschuldklause im Vertrag von Versailles anprangerte. Er unterstützte die Weimarer Republik, befürwortete den Eintritt Deutschlands in den Völkerbund und stellte sich gegen die Wiedererrichtung und das Wachstum des deutschen Militarismus. Er veröffentlichte mehrere Bücher mit historischen sowie politischen, einschließlich pazifistischen Themen.