Short Biographies of Noted Germans, Austrians and Swiss


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©1997, 1998, 1999 by Paul A. Schons

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Wenn ihm auch weniger Ruhm vergoennt war, wird der 1831 in Eschenhausen geborene Schriftsteller Wilhelm Raabe doch neben Theodor Fontane zu den bedeutendsten Vertretern des deutschen Realismus gezaehlt. Er verliess das Gymnasium ohne Abschluss und nahm eine Buchhandelslehre auf. 1856 liess er sich als Freier Schriftsteller in Wolfenbuettel nieder und arbeitete an “Westermanns Monatsheften“ mit. In seinen Erzaehlungen uebt er haeufig Kultur- und Gesellschaftskritik, teilweise durchh Komik verfremdet. Raabe selbst betrachtete sich als Erbe des “Jungen Deutschland“. Zu seinen Werken gehoeren “Die Chronik der Sperrlingsgasse“, “Die Leute aus dem Walde“ oder “Der Hungerpastor“.

Karl Rahner wurde am 5. März 1904 in Freiburg im Breisgau geboren und starb am 30. März 1984 in Innsbruck, Österreich. Er war Jesuitenpriester und wird weitgehend als einer der ersten römisch katholischen Theologen des 20. Jahrhunderts betrachtet. Er ist am besten für seine Arbeit mit der Christologie und für seine Integration einer existentiellen Philosophie der Persönlichkeit in den Thomistischen Realismus bekannt. Er unterrichtete an den Universitäten Innsbruck, München und Münster. Er war ebenfalls der Herausgeber des “Lexikon für Theologie und Kirche” und des “Sacramentum Mundi”. Rahner ist ebenso für die Verteidigung von Edward Schillebeeckx bekannt, der wegen Kätzerei als Resultat seines Rufes nach mehr Freiheit für theologische Forschung innerhalb der Kirche angeklagt war. Rahners zahlreiche Bücher betonen den Fortbestand der modernen und altertümlichen Interpretationen der römisch katholischen Lehre. Sein Werk beinhaltet “Geist in Welt”, “Hörer des Wortes”, “Sendung und Gnade”, “Grundkurs des Glaubens” und “Die siebenfältige Gabe: über die Sakramente der Kirche”.

Leopold von Ranke ist klassiker der modernen Geschichtswissenschaft. Er wurde am 21. Dezember 1795 geboren. Er began als Gymnasiallehrer in Frankfurt an der Oder. 1825 wurde er Professor in Berlin. Er ist der eigentlicher Begründer der deutschen Geschichtswissenschaft. Seine Geschichte der Päpste, die Deutsche Geschichte im Zeitalter der Reformation und Die Französische und die Englische Geschichte gelten als Meisterwerke der Geschichtsschreibung. Von Ranke starb 1886.

Walther Rathenau wurde am 29. September 1867 in Berlin geboren und starb am 24. Juni 1922 in seiner Geburtsstadt. Er war Staatsmann, Industrieller und Philosoph. Er organisierte die deutsche Wirtschaft während des 1. Weltkrieges. Nach dem Krieg, als Minister für Wiederaufbau und Außenminister, trug er wesentlich zur Einhaltung der Verpflichtungen zu Reparationszahlungen unter dem Vertrag von Versailles und zur Beendigung der diplomatischen Isolation Deutschlands bei. Rathenau studierte Philosophie, Physik, Chemie und Ingenieurwesen in Berlin und Strassburg. Später hielt er einige leitende Positionen in der deutschen Industrie inne. Er realisierte, daß eine Einflußnahme der Regierung auf die ökonomischen Ressourcen für einen Sieg wichtig wäre. Rathenau überzeugte die Regierung von der Wichtigkeit einer Abteilung für Kriegsrohstoffe im Kriegsministerium. Nach dem Krieg half Rathenau bei der Gründung der Deutschen Demokratischen Partei und befürwortete eine Zusammenarbeit mit der Sozialdemokratischen Partei. In "Die neue Wirtschaft" trat er für eine industrielle Selbstverwaltung ein, die mit einer Mitarbeiterbeteiligung sowie einer effektiven Kontrolle des Staates verbunden ist und sprach gegen eine gesamte Verstaatlichung der Industrie. 1921 wurde Rathenau Minister für Wiederaufbau in der Regierung Karl Joseph Wirth's. 1933 wurde er Außenminister. Er handelte mit der Sowjetunion den Vertrag von Rapallo aus, der die normalen Beziehungen wiederherstellte und die wirtschaftlichen Bande verstärkte. Für extrem rechte Kräfte repräsentierte Rathenau das gesamte deutsche Nachkriegssystem und er war ebenso der Befürworter des "kriechenden Kommunismus". Die Tatsache, daß er ein Jude war, verstärkte den extremen Hass gegen ihn und 1922 wurde er von rechten Fanatikern umgebracht.

Heinrich Martin Rathke wurde am 25. August 1793 in Danzig, im heutigen Polen, geboren und starb am 3. September 1860 in Königsberg. Der deutsche Anatom beschrieb als erster die Kiemenspalte und den Kiemenbogen bei Embryos von Säugetieren und Vögeln. Er beschrieb ebenfalls die ebryonische Struktur, heute bekannt als Rathke-Sack, aus der sich der frühe Lappen der Hirnanhangdrüse entwickelt. Rathke engagierte sich ebenfalls in der noch jungen Forschung der Meereszoologie. Er wurde 1855 zum Mitglied der Königlichen Gesellschaft ernannt.

Der österreichische Soldat, Militärjurist und Soziologe Gustav Ratzenhofer wurde am 4. Juli 1842 in Wien geboren und starb am 8. Oktober 1904. Der soziale Darwinist betrachtete die Gesellschaft als eine Gesamtheit widersprüchiger ethnischer Gruppen. Ratzenhofer war der Auffassung, daß Soziologie die Menschheit in höhere Gesellschaftsformen führen könnte. Seine Erkenntnisse legte er unter anderem in “Wesen und Zweck der Politik”, “Positive Ethik” und “Die Kritik des Intellekts” dar.

Joseph Ratzinger wurde am 16. April 1927 in Marktl am Inn geboren. 1951 wurde er zum Priester geweiht. Er war Berater bei Kardinal Joseph Frings auf dem Zweiten Vatikanischen Konzil. Papst Paul VI nannte ihn Erzbischof von München/Freising 1977. Noch 1977 wurde er zum Kardinal genannt. Papst Johannes-Paul II nannte ihn zum Leiter der Kongregation für die Glaubenslehre, Präsident der Päpstlichen Bibelkommission und Präsident der Internationalen Theologenkommission. Er war auch mit der Redaktion und Veröffentlichung des Katechismus der Katholischen Kirche beauftragt. Am 19. April 2005 wurde er zum Papst gewählt.  Er nahm den Namen Benedikt XVI.

Am 16. Januar 1931 wird Johannes Rau in Wuppertal-Barmen geboren. Rau bricht 1948 seine Schulzeit ab und verlässt das Gymnasium. 1949 macht er eine Lehre als Verlagsbuchhändler. Bereits in dieser Zeit engagiert er sich politisch und wird journalistisch tätig. 1952 tritt er der Gesamtdeutschen Volkspartei bei. Nach deren Auflösung tritt Rau 1957 der SPD bei. Von 1958-1962 ist er Vorsitzender der Jungsozialisten in Wuppertal. Von 1968 bis 1999 ist Rau Mitglied des Parteivorstandes der SPD auf Bundesebene. Von 1978 bis 1998 übt Rau das Amt des Ministerpräsidenten des Landes Nordrhein-Westfalen aus. 1982 bis 1999 ist Rau Stellvertretender Vorsitzender der SPD. Am 23. Mai 1999 wird Rau zum achten Bundespräsidenten gewählt.

Jan Philipp Reemtsma kam am 26. November 1952 in Hamburg als Sohn der bekannten Zigaretten-Dynastie zur Welt. Der Reemtsma-Konzern wurde 1910 von seinem Großvater gegründet. Reemtsma studierte Literaturwissenschaft und Philosophie an der Hamburger Universität. Dabei kam er in engeren Kontakt zu Trotzkisten und mit der “Gruppe internationaler Marxisten”. 1980 veräußerte er 53 % seiner Reemtsma-Anteile an die Herz-Brüder und ist seit dem Tod seiner Mutter alleiniger Geschäftsführer der GmbH. Reemtsma steckte Millionen in Projekte, die der Vergangenheitsbewältigung dienen. 1984 gründete er unter anderem das Hamburger Institut für Sozialforschung.

Der deutsche Astronom und Mathematiker, Regiomontanus, eigentlich Johann Müller, wurde am 6. Juni 1436 in Königsberg geboren und starb am 6. Juli 1476 in Rom, Italien. Er war hauptsächlich verantwortlich für die Förderung der Trigonometrie in Europa. Er studierte an der Universität Leipzig und später in Wien unter Georg von Peuerbach. Regiomontanus begann mit Peuerbach, die griechischen Manuskripte von Ptolomäus neu zu übersetzen und beendete die Arbeit nach dem Tode Peuerbachs. Mit “De triangulis omnimodis libri quinque” gab er die erste moderne Darstellung ebener und räumlicher Trigonometrie. 1474 veröffentlichte Regiomontanus “Ephemerides”, Navigationstabellen die die tägliche Position der Weltkörper für mehrere Jahre aufzeigen.

Der deutsche Hersteller von astronomischen Instrumenten Georg von Reichenbach wurde am 24. August 1772 in Durlach geboren und starb am 21. Mai 1826 in München. Er entwickelte ein spezielles Teleskop für die Messung der Zeit, wenn ein Himmelskörper direkt über dem Kulminationspunkt des Instrumentes ist und den Winkel des Körpers beim Meridiandurchgang. 1796 war er an der Konstruktion einer Tauchmaschine beteiligt, die an Präzisionsinstrumenten gleiche Intervalle exakt abtrennte. Von Reichenbach war einer der Gründer eines Unternehmens zur Produktion von Instrumenten.

Bischof Joachim Reinelt wurde am 21. Oktober 1936 in Neurode, Niederschlesien geboren. Er studierte Theologie in Erfurt und Neuzelle. Er war Pfarrer in Freiberg und Altenburg. 1988 wurde er zum Bischof von Dresden-Meißen ernannt.

Hanna Reitsch wurde am 29. März 1912 in Hirschberg geboren und starb am 24. August 1979 in Frankfurt am Main. Sie war Fliegerin und die maßgebliche deutsche Pilotin des 20. Jahrhunderts. Reitsch wurde ursprünglich zur fliegenden Missionarin ausgebildet. Sie erhielt als erste deutsche Frau die Kapitänslizenz, war die erste Hubschrauberpilotin und die erste Testpilotin in Deutschland. Während des zweiten Weltkrieges diente sie als Testpilotin für alle Typen deutscher Flugzeuge, inklusive des Jagdflugzeugs Me 262 und des Prototyps der V-1 Rackete. Sie erhielt als erste deutsche Frau das Eiserne Kreuz. Zum Ende des Krieges wurde sie einem freiwilligen Selbstmordkommando zugeteilt und war eine der letzten Personen, die Hitler im Bunker in Berlin lebend gesehen haben. Hanna Reitsch flog Ende April 1945 das letzte Kriegsflugzeug aus Berlin und wurde später von der amerikanischen Armee gefangengenommen. Sie verbrachte 15 Monate in Gefangenschaft und machte eine detaillierte Aussage über den “kompletten Zerfall” von Hitler's Persönlichkeit, den sie während ihres Aufenthaltes in Hitler's Bunker beobachtet hatte. Reitsch setzte mehr als 40 Ausdauer- und Höhenrekorde für motorbetriebene und Segelflugzeuge. Sie flog als erste Person ein Segelflugzeug über die Alpen und erzielte ihren letzten Rekord in den USA im Jahre 1979. Von 1962 bis 1966 leitete sie die Nationale Schule für Segelflug in Accra, Ghana. Sie veröffentlichte auch eine Autobiographie mit dem Titel “Fliegen, mein Leben”.

Anton Philipp Reclam wurde am 28. Juni in Leipzig geboren. Das war im Jahre 1895. 1828 gründete er in Leipzig den Verlag, Philipp Reclam jun. (Name seit 1837) Die Reclam Universal-Bibliothek umfaßt Einzelausgaben von Werken der Weltliteratur, wissenschaftlichen Werken, Handbüchern, Gesetzesausgaben, und Operntexten. Während der Periode der zwei deutschen Staaten wurde die Firma im Westen in Stuttgart neugegründet und so gab es bis 1991 Reclam Verlag im Osten und Westen.

Hermann von Reichenau, deutscher Chronist, Dichter, Komponist, Astronom und Mathematiker, wurde am 18. Juli 1013 in Salgau geboren und starb am 24. September 1054 in Reichenau. Als Zeitgenosse des Heiligen Römischen Kaisers Henry III wird von Reichenau als Primärquelle einiger Ereignisse dieser Zeit angesehen. Sein Hauptwerk ist eine Weltchronik von der Geburt Jesus Christus bis zum Jahre 1054. Wichtige astronomische Werke sind “De Utilitatibus Astrolabii” und “De Mensura Astrolabii”.

Tadeus Reichstein wurde am 20. Juli 1897 in Wloclawek, Polen, geboren und starb am 1. August 1996 im Alter von 99 Jahren in Basel. Der schweizer Chemiker gewann 1950 gemeinsam mit Philip S. Hench und Edward C. Kendall den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin. Sie entdeckten bestimmte Hormone und untersuchten ihre Struktur und Wirkungen.

Jakob Rem (1546 – 1618) Jakob Rem, der im Moment zur Selig Sprechung im Gespräch ist, wurde im Jahr 1546 in Bregenz in Österreich geboren. Er wurde im Jahr 1566 im Jesuiten Orden ausgenommen. Er war bei der christlichen Ausbildung engagiert und war in Ingolstadt, Dillingen und München aktiv. Er gründete die Studenten Gruppe Gemeinde der Maria.

Der deutsche Embryologe und Neurologe Robert Remak wurde am 26. Juli 1815 in Posen geboren und starb am 29. August 1865 in Kissingen. Remak ist bekannt für die Entdeckung der drei Keimschichten des frühen Embryos. Er entdeckte weiterhin Nervenfasern sowie Nervenzellen im Herz. Remak war Vorreiter in der Anwendung von Elektrotherapie zur Behandlung von Nervenkrankheiten.

Im Westen Nichts Neues ist der Titel des Romans, der Erich Maria Remarque berühmt machte. Dieser Roman, der im ersten Weltkrieg abspielt, ist einer der bedeutendsten pazifistischen Romane der Neuzeit. Remarque wurde am 22. Juni 1898 in Osnabrück geboren. Er emigrierte 1933 in die Schweiz und 1939 nach Amerika. Weitere Werke von Remarque sind, Drei Kameraden, Der Weg zurück, Der Triumphbogen und Zeit zu Leben und Zeit zu Sterben.

Karl Renner wurde am 14. Dezember 1870 in Unter-Tannowitz, Böhmen in der heutigen Tschechei geboren und starb am 31. Dezember 1950 in Döbling, Österreich. Er war sozialdemokratischer Staatsmann, Kanzler und Präsident Österreichs. Nach dem 1. Weltkrieg befürwortete Renner den Anschluß Österreichs an Deutschland. Er spielte eine wichtige Rolle in der Wiederherstellung der österreichischen Herrschaft nach Beendigung der deutschen Besetzung im Jahre 1945. Renner studierte Jura an der Wiener Universität und trat dem gemäßigten Flügel der Sozialdemokratischen Partei Österreichs bei. Er war Abgeordneter des Reichsrats und wurde der erste Kanzler der neuen österreichischen Republik nach dem Zusammenbruch der Habsburger Monarchie im November 1918 am Ende des 1. Weltkrieges. Am 10. September 1919 unterzeichnete Renner den Vertrag von Saint-Germain, der Österreichs Zusammenschluß mit Deutschland, ein Projekt, das Renner ursprünglich unterstützte, verbot. Er befürwortete Österreichs Eintritt in den Völkerbund, eine Politik zur Erfüllung der Vertragsbedingungen sowie eine strikt neutrale Außenpolitik. Von 1930 bis 1933 war Renner Präsident des Nationalrates und 1938 unterstützte er die Annexion Österreichs durch Deutschland. Nach der Niederlage Deutschlands im Jahre 1945 und während der Besetzung durch sowjetische Truppen arbeitete Renner mit sowjetischen Funktionären zusammen, um eine österreichische Regierung zu bilden. 1945 wurde er der erste Kanzler des neuen Österreichs und am 20. Dezember wurde er zum Präsidenten der Republik gewählt. Karl Renner veröffentlichte eine Anzahl von Büchern, unter anderem "Österreichs Erneuerung" und "An der Wende zweier Zeiten", seine Memoiren. NN

Eduard Reuter war ab 1987 Vorstandsvorsitzender des größten deutschen Industrieunternehmens, der Daimler Benz AG. Unter seiner Leitung entwickelte sich das Unternehmen zu einem Technologiekonzern von Weltgeltung. Durch die Übernahme der Deutschen Aerospace AG und der AEG durch Daimler Benz verwirklichte sich das Konzept Reuters vom "integrierten Technologiekonzern", der sich jetzt neben dem traditionellen Automobilbau auch auf die Luft-, Raumfahrt- und Rüstungstechnik sowie die Elektro-, Büro- und Kommunikationstechnik konzentrierte.

Ernst Reuter wurde am 29. Juli 1889 in Apenrade geboren und starb am 30. September 1953 in Westberlin. Reuter war Führer der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD). Er war Bürgermeister von Westberlin nach dem 2. Weltkrieg und half mit seiner politischen und moralische Führung der Stadt, die Sowjetblockade zu überstehen.

Fritz Reuter wurde am 7. November 1810 in Stavenhagen geboren und starb am 12. Juli 1874 in Eisenach. Der deutsche Romanschriftsteller wirkte an der Entwicklung einer regionalen Mundart-Literatur in Deutschland mit. Seine besten Arbeiten, die das Landleben in Mecklenburg widerspiegelten, sind in Plattdeutsch, einem norddeutschen Dialekt geschrieben. Sein “Ut de Franzosentid” zeigte, mit einer Mischung aus Ernsthaftigkeit und Humor, das Leben in einer Mecklenburger Stadt während des Krieges gegen Napoleon. “Ut mine Stromtid” wird als sein Meisterwerk angesehen. In diesem Werk tritt seine Ähnlichkeit zu Charles Dickens als Geschichtenerzähler besonders stark hervor.

Freiherr Paul Julius von Reuter, der unter dem Namen Israel Beer Josaphat 1816 in Kassel geboren wurde, war der Gründer der ersten Nachrichtenagentur, die auch heute noch seinen Namen trägt. Wegen Schwierigkeiten mit den Behörden, ging er 1848 nach Paris, wo er anfing Artikel und Nachrichten zu übersetzen und an Zeitungen in Deutschland zu verschicken. 1851 eröffnete Reuter ein Telegraphenbüro in der Nähe der Londoner Börse und sendete hauptsächlich Handelsnachrichten an Herausgeber von Zeitungen. Aber mit dem Aufleben des Zeitungswesen sendete er auch mehr und mehr andere Nachrichten. Aufsehen erregte er mit der Übermittlung der Rede Napoleons III., die den österreichisch-französischen Krieg in Italien voraussagte. 1871 bekam er den Titel des Freiherrns von Sachsen-Coburg-Gotha und 1878 trat er von der Leitung seiner Nachrichtenagentur Reuters zurück. Er starb 1899 in Nizza, Frankreich.

Leni Riefenstahl, eigentlicher Name Berta Helene Amalie Riefenstahl, wurde am 22. August 1902 in Berlin geboren. Sie ist Filmschauspielerin, Produzentin, Fotografin und Regisseur und am besten für ihre Dokumentarfilme der 30er Jahre bekannt, in denen die Macht und der Prunk der Nazibewegung dramatisiert wurden. Riefenstahl studierte Malerei und Ballet in Berlin. Zwischen 1923 und 1926 trat sie in Tanzaufführungen in Europa auf. Zu Beginn ihrer Filmkarriere spielte sie in “Bergfilmen”, in denen die Natur und besonders die Berglandschaft eine wichtige Rolle spielt. Später war sie als Regisseur für diese Art Filme tätig. 1931 gründete sie die Leni Riefenstahl Produktionsfirma und im folgenden Jahr schrieb, produzierte und spielte sie in “Das blaue Licht”, für das sie auch Regie führte. Mit der Unterstützung der Nazis drehte sie Filme, die die Werte der physischen Schönheit und der arischen Überlegenheit priesen. Sie drehte unter anderem “Sieg des Glaubens”, “Triumph des Willens”, “Olympische Spiele”, “Fest der Völker” und “Fest der Schönheit”, letztere über die Olympischen Spiele 1936. Riefenstahl's Filme wurden wegen der reichhaltigen Musik, der filmerischen Schönheit der Morgendämmerungsszenen, der Berge und des Landlebens sowie für den brillianten Schnitt gelobt. Da ihre Filme der Nazisache dienten, wurde sie nach dem Krieg auf die schwarze Liste gesetzt. Nachdem sie offiziell von der Mitschuld an Naziverbrechen freigesprochen wurde, führte sie 1952 ihre Arbeit fort. Sie beendete “Tiefland”, dessen Produktion durch den Krieg unterbrochen wurde. “Die Nuba”, ein Buch ihrer Fotos über Afrika, wurde 1973 veröffentlicht.

Der deutsche Mathematiker Georg Friedrich Bernhard Riemann wurde am 17. September 1826 in Breselenz geboren und starb am 20. Juli 1866 in Selasca, Italien. Seine Arbeit beeinflußte Geometrie und Analyse in weitem Maße. Seine Ideen bezogen auf die Geometrie des Raumes hatten einen enormen Effekt auf die Entwicklung der modernen theoretischen Physik und stellten die Grundlagen für die Konzepte und Methoden dar, die später in der Relativitätstheorie verwendet wurden. Er schlußfolgerte, daß Mathematik eine Verbindung zwischen Magnetismus, Gravitation, Licht und Elektrizität herstellen könnte und schlug Feldtheorien vor, nach denen der Raum um elektrische Ladungen mathematisch beschrieben werden kann.

Der deutsche Musikologe Karl Wilhelm Julius Hugo Riemann wurde am 18. Juli 1849 in Sondershausen geboren und starb am 10. Juli 1919 in Leipzig. Seine Arbeit mit Harmonie in der Musik wird als Grundlage der modernen Musiktheorie betrachtet Riemann war Direktor des von ihm geschaffenen Collegium Musicum, einem musikwissenschaftlichen Institut sowie des Forschungsinstitut für Musikwissenschaft. Er ist wahrscheinlich am besten durch das “Musiklexikon” bekannt.

Rainer Maria Rilke der hervorragende österreichische Dichter wurde am 4. Dezember 1875 in Prag geboren. Sein bestbekannte Gedicht ist

vielleicht "Der Panther". Andere wichtige Werke sind die "Duineser Elegien", und die "Sonetten an Orpheus". Wie Nietzsche will er das Sein, auch die transzendenten Wirklichkeiten, rein innerweltlich begreifen und lehnt den als Jenseitsreligion verstandenen christlichen Glauben entschieden ab. Rilke starb am 29.12.1926.

(WWW) http://www.widd.de/rilke/index.html

Luise Rinser, 1911 in Pitzling in Oberbayern geboren, ist eine der bedeutendsten und meistgelesenen deutschen Autorinnen. Sie studierte sechs Jahre Psychologie und Pädagogik und begann im Frühjahr 1935 in Ohlstadt bei Garmisch als Volksschullehrerin zu arbeiten. Luise Rinser zählt zu den markantesten und erfolgreichsten deutschen Autorinnen der jüngeren Vergangenheit und Gegenwart. Ihre Werke umfassen über 30 Bücher - Romane, Erzählungen und Essays, Kampfaufrufe und Tagebücher –und wurden in mehr als 20 Sprachen übersetzt. Ihr erstes Buch, “Die gläsernen Ringe”, erschien 1941, 1946 folgte “Gefängnistagebuch”, 1948 das frühe Meisterwerk “Jan Lobel aus Warschau”. Von nun an veröffentlichte sie in kurzen Abständen Erzählerisches, Betrachtendes und Berichtendes. Danach folgte der Erzählungsband “Ein Bündel weißer Narzissen”. U.a. erschienen von 1981 und 1994 die beiden Bände der Autobiographie, “Den Wolf umarmen” und “Saturn auf der Sonne”. Weitere Werke sind "Mitte des Lebens", "Daniela" und "Der Sündenbock". Sie erhielt zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem das Bundesverdienstkreuz. Sie ist am 18. März 2002 gestorben.

Der deutsche Geograph Karl Ritter wurde am 7. August 1779 in Quedlinburg geboren und starb am 28. September 1859 in Berlin. Zusammen mit Alexander von Humboldt gründete er die moderne geographische Wissenschaft. Ritter erhielt seine Ausbildung in Naturwissenschaften, Geschichte und Theologie. Er wurde Lehrer und Philosoph auf dem Gebiet der Geographie und diente als Professor an der Universität Berlin. Ritter war mehr Historiker als Geograph und schrieb geographische Interpretationen der Geschichte. Sein großes Werk “Die Erdkunde im Verhältnis zur Natur und zur Geschichte des Menschen” sollte ein Weltüberblick werden, wurde jedoch nie fertiggestellt.

Johann Karl Rodbertus wurde am 12. August 1805 in Greifswald geboren und starb am 6. Dezember 1875 in Jagetzow. Aufgrund seiner konservativen Interpretation sozialer Reformen wurde der Ökonom als grundlegend für die soziale Gesetzgebung in Preußen angesehen. Er befürwortete eine Regulierung von Löhnen durch die Regierung, so daß diese in Verbindung mit dem Anstieg in Produktivität erhöht werden können. Entgegen der Meinung von Ricardo und Malthus vertrat Rodbertus die Ansicht, daß Arbeiter, wenn allein gelassen, höchstens das Existenzminimum verdienen würden. Obwohl seine Ideen denen von Sozialisten glichen, stellte Rodbertus den Kapitalismus nie in Frage. Er schaffte jedoch eine Basis für Staatsinterventionen.

Der in Deutschland geborene amerikanische Architekt Ludwig Mies van der Rohe wurde am 27. März 1886 in Aachen zur Welt gebracht. Seine geradlinigen Formen, gefertigt in eleganter Einfachheit drücken den Internationalen Architekturstil aus. Karl Friedrich Schinkel war der entscheidende Einfluß auf Mies' Suche nach einer Architektur der Gesamtkultur. Ein weiterer Architekt, Hendrik Berlage inspirierte Mies' Vorliebe für Ziegelstein und seinen Glauben an architektonische Integrität sowie strukturelle Ehrlichkeit. Nach dem 1. Weltkrieg trat er mehreren Architekturgruppen bei und organisierte mehrere Ausstellungen. Viele wichtige Werke dieser Zeit blieben auf dem Papier und wurden nicht verwirklicht. Mies' wahrscheinlich bekanntestes Werk in der Zeit zwischen den Weltkriegen war der “Deutsche Pavillon”, auch als Barcelona Pavillon bekannt. 1930 wurde Mies Direktor des Bauhaus, das 1933 von den Nazis geschlossen wurde. Später ging Mies in die USA und wurde Direktor der Schule für Architektur in Chicago. Einige seiner berühmtesten Werke sind die “Lake Shore Drive Apartments” in Chicago, das “Seagram Building” in New York und die “New National Gallery” in Berlin.

Der Geburtstag von Heinrich Rohrer ist am 6. Juni 1933. Der schweizer Physiker erhielt zusammen mit Gerd Binnig die Hälfte des Nobelpreises für Physik. Bekannt wurden beide durch ihre gemeinsame Entdeckung des Tunnelabtastung-Mikroskops.

Erwin Rommel wurde am 15. November 1891 geboren. Rommel war General der deutschen Wehrmacht im 2. Weltkrieg. Rommel, welcher den Spitznamen “Wüstenfuchs” hatte, ist eng mit den militärischen Aktivitäten der Wehrmacht in Afrika verbunden. Er kritisierte Hitler und verlangte öffentlich am 15.7.44 Friedensverhandlungen. Hitler nannte ihn einen Verräter und gab ihm die Wahl entweder als Verräter verurteilt zu werden oder Selbstmord zu begehen. Rommel starb an Selbstvergiftung. Sein Sohn ist heute der Bürgermeister von Stuttgart.

Wilhelm Conrad Röntgen wurde am 27. März 1845 geboren. Röntgen, der aus Lennep im Rheinland stammt, studierte Physik. Nach seiner Promotion wurde er Professor an der Universität Würzburg. 1895 entdeckte er die nach ihm benannten Röntgenstrahlen, welche in Amerika noch heute mit dem von Roentgen geprägten Begriff X-Strahlen bezeichnet werden. Für seine Entdeckung, die u.a. das Gebiet der Medizin revolutionierte, erhielt Roentgen 1901 den Nobelpreis für Physik.

Hermann Rorschach wurde am 8. November 1884 in Zürich geboren und starb am 2. April 1922 in Herisau. Er war Psychiater und entwickelte den Tintenklecks-Test, der seinen Namen trägt und für klinische Zwecke in der diagnostischen Psychopathologie verwendet wurde. Rorschach wollte anfänglich Künstler werden, entschied sich jedoch dann für Medizin. Für zahlreiche Jahre galt sein hauptsächliches Interesse der Psychoanalyse. Er wurde zum zuverlässigen Befürworter der damals neuen psychoanalytischen Technik in medizinischen Kreisen der Schweiz. 1919 wurde er zum Vizepräsident der Schweizer Gesellschaft für Psychoanalyse ernannt. Rorschach entdeckte 1917 die Arbeit von Szyman Hens, der die Phantasie seiner Subjekte studierte und dabei Tintenklecks-Karten verwendete. Ein Jahr später begann er seine eigenen Experimente mit 15 zufälligen Tintenklecksen. Die subjektiven Antworten ermöglichten es ihm, seine Subjekte auf der Grundlage ihres Wahrnehmungsvermögens, ihrer Intelligenz und gefühlsmäßigen Charakteristika zu unterscheiden. Der Rorschach Test basiert auf der menschlichen Neigung, die Interpretationen und Gefühle auf mehrdeutige Anreize zu projizieren, in diesem Falle, Tintenkleckse. Geübte Beobachter sind danach in der Lage, tiefere persönliche Charakterzüge und Impulse der Testpersonen genau festzulegen. Rorschach veröffentlichte die Resultate seiner Studien an 300 mentalen Patienten und 100 normalen Testpersonen in “Psychodiagnostik”. Seine Methode wurde seitdem weitgehend als Werkzeug für die psychologische Bewertung und Diagnose verwendet. NN

Der deutsche Geologe Karl Heinrich Ferdinand Rosenbusch wurde am 24. Juni 1836 in Einbeck geboren und starb am 20. Januar 1914 in Heidelberg. Rosenbusch legte den Grundstein für die Wissenschaft der mikroskopischen Petrographie. Er war Professor für Petrographie in Strasbourg und Mineralogie in Heidelberg. Seine Forschung, dargelegt unter anderem in “Mikroskopische Physiographie der petrographisch wichtigen Mineralien”, war grundlegend für das Studium optischer Eigenschaften. Rosenbusch schrieb weiterhin “Die mikroskopische Physiographie der massigen Gesteine” und “Elemente der Gesteinslehre”.

Meyer Rothschild wurde am 23. Februar 1774 geboren. Der Frankfurter Jude begann als junger Mann an der Frankfurter Börse zu handeln und wurde durch sein finanzielles Geschick und Verständnis einer der reichsten Männer Europas. Die Familie Rothschild entwickelte sich über Generationen durch ihre Tätigkeit in den Finanzzentren und Banken Europas zu einer der einflußreichsten Familien des Kontinents auf diesem Sektor.

Rudolf II wurde am 18. Juli 1552 in Wien geboren und starb am 20. Januar 1612 in Prag. Er war Heiliger Römischer Kaiser von 1576 bis 1612. Aufgrund seiner schlechten Gesundheit und seine Unpopularität war er nicht in der Lage, die religiösen Meinungsverschiedenheiten, die schließlich zum 30jährigen Krieg führten, zu unterbinden. Rudolf war König von Ungarn und Böhmen und löste seinen Vater als Kaiser und Erzherzog von Österreich ab. Er beendete die tolerante Politik Maximilians II und begrenzte die politischen Privilegien der Protestanten. Nachdem seine mentale Instabilität anwuchs, zwangen ihn die Habsburger Erzherzöge, die ungarischen Angelegenheiten seinem Bruder anzuvertrauen. Zwei Jahre später war Rudolf gezwungen, Ungarn und Österreich an seinen Bruder abzutreten.

St. Markus Roy (Fidelis von Sigmaringen) (1578 – 1622) St. Markus Roy wurde in Sigmaringen in der Nähe von Freiburg im Jahr 1578 geboren. Er studierte Kanon und Zivilrecht an der Universität in Freiburg und startete seine Arbeit mit dem Gesetz 1611. Bestürzt bei der Korruption, die er in Gerichten fand, hörte er auf zu arbeiten und studierte für sein Priesteramt. Er wurde als solcher im Jahr 1612 geweiht und nahm den Namen Fidelis an. Weitere Lehre der Theologie erhielt er in Konstanz. Er predigte und schrieb unaufhörlich gegen den Kalvinismus und die Lehre des Zwinglis. Er wurde als Missionar in die Schweiz geschickt, um diese Gegend wieder zur katholischen Kirche zu bekehren. Am 24. April 1622 wurde er durch eine Bande getötet. Er wurde als Märtyrer im Jahr 1729 selig gesprochen und 1745 durch Papst Benedikt XIV. heilig gesprochen. Sein Gedenktag ist der 24. April.

Franz Joseph Rudigier (1811 – 1884) Franz Joseph Rudigier wurde am 7. April 1811 in Partenen in Österreich geboren und wurde im Jahr 1852 der Erzbischof von Linz. Er widersetzte sich den Gesetzen von 1868 und wurde sogar verhaftet. (die Gesetze von 1868 waren nationalistische Gesetze ähnlich wie der ,,Kulturkampf“ in Preußen, sie versuchten, den Einfluß und die Aktivitäten der Katholischen Kirche in Österreich zu verbieten). Im Jahr 1909 wurde der Prozeß der Seligsprechung gestartet. BF

Heinz Rühmann wurde am 7. März 1902 in Essen geboren. 1919 verlässt Rühmann nach der Mittleren Reife das Gymnasium und nimmt Schauspielunterricht. Ab 1930 beginnt Rühmanns Schauspielkarriere und wird zu einem der beliebtesten deutschen Filmschauspieler. 1944 findet die Aufführung des Filmes „Die Feuerzangenbohle“ statt, ein Film der sich noch heute größter Beliebtheit erfreut. 1968 beginnt Rühmanns Fernsehkarriere. Am 3. Oktober 1994 stirbt Heinz Rühmann in Berg am Starnberger See. GM

St. Rupert von Salzburg (ca. 660 – 718) St. Rupert wurde ungefähr im Jahr 660 in Worms geboren, wo er der Bischof wurde. Herzog Theodor II. von Bayern ordnete an, daß er nach Bayern kommt um die christliche Kirche wieder zu beleben, da er den Ruf eines guten Lehrers in Worms errungen hatte. Das Christentum in Bayern zu dieser Zeit war sehr oberflächlich geworden, und viele heidnische Bräuche waren auch in der Kirche vertreten. St. Rupert sagte zu und zog nach Regensburg. In seinen weitreichenden Reisen fand er die römische Stadt Juvavum, die in dieser Zeit nur eine kleine und arme Siedlung war. Er forderte die Vorrangstellung dieser Gegend vom Herzog, um ein Kloster und ein bischöfliches Bistum zu errichten. Als er ein Grundstück in der Größe von 2 Quadratmeilen zugesagt bekommen hatte, baute er die erste Kirche, St. Peters, in der Stadt, die heute als Salzburg bekannt ist. Auf dem Gipfel des Hügels, auf dem das römische Fort gestanden hatte, gründete er ein Kloster für Nonnen. Dann errichtete er das Benediktiner Kloster St. Peter in Salzburg. Er starb am 24. September 774 in Salzburg und ist dort in der Kathedrale begraben. Relikten sind auch im Kloster St. Peter vorhanden. Seine Verehrung als Heiliger geht der Heiligsprechung durch den Papst voraus, sein Gedenktag ist am 27. März.