Short Biographies of
Noted Germans, Austrians and Swiss
T
©1997, 1998, 1999 by Paul A. Schons
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Der deutsche Komponist der späten Barockphase Georg Philipp Telemann wurde am 14. März 1681 in Magdeburg geboren und starb am 25. Juni 1767 in Hamburg. Telemann komponierte kirchliche wie auch weltliche Musik, war jedoch meistgeschätzt durch seine Kirchenkompositionen. Diese reichten von kleineren Kantaten zu großen Werken für Solisten, Chor und Orchester. Das Sprungbrett für Telemanns musikalische Karriere war Leipzig, wo er die Stelle eines Assistenten des Kantors der Thomaskirche innehatte. Telemann war weiterhin Direktor der Leipziger Oper. Sein Lebenswerk enthält mehrere Oratorien und Kantaten, instrumentale Musikstücke sowie mehr als 50 Opern.
Johann Tetzel wurde 1465 in Pirna geboren und starb am 11. August 1519 in Leipzig. Der Dominikanermönch predigte für Nachgiebigkeit, was von vielen seiner Zeitgenossen als Mißbrauch des Sakraments der Buße angesehen wurde und gleichzeitig der Auslöser für Martin Luthers Revolte war. Tetzel war Inquisitor für Polen und Sachsen sowie später bischöflicher Kommissar, ernannt von Albert, Erzbischof von Mainz. Dieser erhielt die Erlaubnis von Papst Leo X, einen Ablaßhandel durchzuführen. Somit wurde Tetzel ein Verkäufer, was einen Skandal und die größte Krise, die Reformation, in der Geschichte der westlichen Kirche hervorrief.
Wolfgang Thierse wurde am 22. Oktober 1943 in Breslau geboren. Von 1964 bis 1975 studiert er Kulturwissenschaften, sowie Germanistik in Ost-Berlin. Ab 1990 ist Thierse Mitglied der SPD in der DDR. 1995 wird Thierse als stellvertretender Fraktionsvorsitzender und stellvertretender Parteivorsitzender der SPD bestätigt. 1994 bis 1998 ist er Mitglied des Bundestages. 1998 wird er zum Bundestagspräsidenten gewählt. GM
Der deutsche Schriftsteller Ludwig Thoma wurde am 21.1.1867 in Oberammergau geboren. Thoma, besser bekannt unter seinem Pseudonym Peter Schlemihl, schrieb neben seinem wohl bekanntesten Werk, den Lausbubengeschichten auch Bauernromane und Komödien. Thoma starb am 26.8.1921 in Rottach-Egern.
Hl. Thomas von Aquin (1225 1274) Thomas, ein Philosoph und Doktor der Kirche, wurde in Süditalien geboren und trat in den Dominikanerorden ein. Etwa im Jahr 1245 wurde er nach Köln geschickt, zu dieser Zeit das Deutsche Reich oder Heiliges Römisches Reich, da er einen hohen Grad der Intelligenz zeigte. Dort sollte er bei einem der hervorragendsten Lehrer der Dominikaner, Albertus Magnus, lernen. Kurze Zeit später zog Albert nach Paris, und Thomas folgte ihm. Im Jahr 1248 kehrten beide zurück nach Köln. Etwa im Jahr 1250 wurde Thomas vom Erzbischof von Köln, Konrad von Hochstaden, in den Priesterstand gehoben. Im Jahr 1252, nachdem er unter Anleitung von Albert in Köln gelehrt hatte, wurde er nach Paris gerufen, um dort selbständig zu lehren. Thomas wurde von Papst Johannes XXII. im Jahr 1323 heilig gesprochen. Papst Pius V. verkündete im Jahr 1567, daß er Thomas zum Doktor der universellen Kirche ernannt hatte. Papst Leo XIII. ernannte ihn zum ,,Prinzen und Meister von allen gelehrten Doktoren. Das bekannteste Buch von Thomas ist Summa Theologica. Der "Thomismus" wurde 1879 zur offiziellen Philosophie der katholischen Kirche erklärt.
Amelia zur Helle Thyssen wurde wahrscheinlich 1878 geboren und starb wahrscheinlich am 25. August 1965 in Puchhof, Bayern. Nach dem Tod ihres Mannes Fritz im Jahre 1951 erbte sie das Thyssen Kohl und Stahl Imperium. Während des 2. Weltkrieges folgte sie ihrem Ehemann freiwillig nach Dachau und wurde später ebenso in Buchenwald festgehalten. Nach dem Tod ihres Mannes kehrte sie nach Deutschland zurück, forderte jedoch nie ihre deutsche Staatsbürgerschaft zurück. Sie leitete das Familienunternehmen von ihrem bayerischen Schloß aus, das mit wertvollen Gemälden und Porzellan ausgestattet war. Unter ihrer Führung fusionierte Thyssen mit einem anderen großen Produzenten und erschuf somit das größte Stahlunternehmen in Westeuropa und das drittgrößte Unternehmen (nach Volkswagen und Krupp) überhaupt in Deutschland. Für ihre Rolle bei der Gründung der Fritz Thyssen Stiftung zur Unterstützung der deutschen Wissenschaft erhielt Amelia zur Helle Thyssen Westdeutschlands höchste Auszeichnung für Zivilpersonen, das Bundesverdienstkreuz. NN
Der Schriftsteller und Kritiker der frühen Romantikbewegung in Deutschland, Johann Ludwig Tieck wurde am 31. Mai 1773 in Berlin geboren und starb am 28. April 1853 in seiner Geburtsstadt. Er war ein geborener Geschichtenerzähler und seine bestes Werk hatte die Qualität eines Märchens, das an die Gefühle und weniger an den Intellekt appelliert. Charakteristisch für die Romantik in Deutschland war Tiecks Die Geschichte des Herrn William Lovell und Franz Sternbalds Wanderungen. Eine Reihe von Schauspielen basierte auf Märchen, unter anderem Ritter Blaubart und der Gestiefelte Kater, die in Volksmärchen unter dem Pseudonym Peter Leberecht veröffentlicht wurden. Von 1825 bis 1842 war Tieck Kritiker und Ratgeber am Theater in Dresden und entwickelte sich während dieser Zeit zur größten lebenden Literaturautorität nach Goethe.
Paul Tillich wurde am 20. August 1886 in Starzeddel geboren und starb am 22. Oktober 1965 in Chicago. Die Diskussionen des Theologen und Philosophen über Gott und Glauben verbanden das traditionelle Christentum mit der modernen Kultur. Einige seiner Bücher, z.B. The Courage to Be und Dynamics of Faith erreichten einen großen öffentlichen Leserkreis, der gewöhnlich nicht mit religiösen Angelegenheiten beschäftigt war. In diesen Werken erklärt er, daß die tiefsten Sorgen des Menschen zu einer Konfrontation mit der Wirklichkeit, die seine eigene begrenzte Existenz überschreitet, führen. Systematic Theology wird als Höhepunkt seiner Untersuchungen des Glaubens angesehen.
Alfred von Tirpitz wurde am 19. März 1849 in Küstrin, Preußen geboren und starb am 6. März 1930 in Ebenhausen, in der Nähe von München. Er war Admiral und der Haupterbauer der Deutschen Marine in den 17 Jahren vor dem 1. Weltkrieg sowie eine dominante Persönlichkeit während der Herrschaft William II. 1903 erhielt er den Rang eines Admirals und den eines Großadmirals 1911. Die Ernennung zum Staatsminister der Kaiserlichen Marineabteilung bezeichnete den Beginn des Aufbaus der deutschen Flotte in enger Zusammenarbeit mit dem Kaiser William II. 1898 stellte Tirpitz den Ersten Flottenakt vor, der die Neuorganisation der deutschen Seekraft beinhaltete. Tirpitz' Zweiter Flottenakt von 1900 war ein besonders ehrgeiziges Programm, das niemals praktisch durchgeführt werden konnte. Er plante die Errichtung einer größeren und moderneren Ozeanflotte. 1900 wurde Tirpitz geadelt und erhielt den Orden des Schwarzen Adlers. Da er sich zunehmender Opposition gegenübersah, zog Tirpitz 1916 die Konsequenzen und trat von seinem Amt zurück. Er wurde Mitbegründer einer patriotischen Bewegung, bekannt als die Vaterland Partei, die jedoch nur einen geringen Einfluß auf die zunehmend kriegsmüde Nation ausübte. Von 1924 bis 1928 saß Tirpitz im Reichstag als Abgeordneter der Deutschen Nationalen Volkspartei. Tirpitz besaß gesunde Kenntnisse von der Welt, einen festen Willen und ein aktives Interesse an Technologie. Weiterhin war er ein herausragender Organisator. Die deutsche Marine, die unter Tirpitz zur zweitgrößten heranwuchs, erfüllte nicht die Anforderungen, für die sie vorgesehen war und kollabierte schließlich von innen. NN
Der österreichische Dichter Georg Trackl (3.2.1887-3.11.1914) gilt als einer der bedeutendsten Lyriker des deutschen Expressionismus. Zu seinen Werken gehören u. a. Sebastian im Traum (hrg. 1915), Gesang des Abgeschiedenen (hrg. 1933) sowie Offenbarung und Untergang (lyr. Prosadichtungen, hrg. 1947). Trackl, als Militärapotheker arbeitend, starb im Lazarett in Krakau an einer Überdosis Kokain.
Maria von Trapp wurde am 26. Januar 1905 in Wien geboren und starb am 28. März 1987 in Morrisville, USA. Sie war das bekannteste Mitglied der Trapp Familie, einer Familie österreichischer Sänger. Maria schrieb The Story of the Trapp Family Singers . Die Familie flüchtete vor den Nazis in die USA. Als Trapp-Sänger entwickelten sie ein Programm der Volksmusik und tourten von 1940 bis 1955 durch viele Länder.
St. Trudpert (? ca. 607) St. Trudpert wurde im späten 7. Jahrhundert in Irland geboren. Rom schickte ihn auf eine Mission zu einem germanischen Stamm in der Nähe der heutigen französischen Grenze. Er lebte bei diesem Stamm sein Leben lang als ein Asket in der Nähe von Freiburg. Im Jahr 607 wurde er, während er schlief, ermordet. Im 8. Jahrhundert wurde die Benediktiner Abtei St. Trudpert dort erbaut, wo er gelebt hatte. Seine Verehrung als Heiliger geht der Heiligsprechung durch den Papst voraus, sein Gedenktag ist am 26. April.