Neue Rechtschreibung in der Zeit

Horst Ludwig

 

Ich erhalte soeben aus Deutschland das *ZEITtdokument 1, 1999: Neue

Rechtschreibung in der *ZEIT**, Juni 1999, Redaktion: Dieter E. Zimmer.

Auf der Titelseite lesen wir auch: "Die Rechtschreibreform verŠndert nicht

viel, aber einige VerŠnderungen haben es in sich. Hier werden die neuen

Regeln erlŠutert, kommentiert und kritisiert - und wo nštig vorsichtig

repariert. Mit einer alphabetischen Liste zum Nachschlagen." Die 42

Seiten beschreiben vor allem, wie *Die Zeit* die Orthographie in ihren

Seiten handhaben wird, - dabei in Rotdruck, wo und aus welchen GrŸnden

diese Wochenzeitung eine ganz bestimmte Auswahl aus den neuen Mšglichkeiten

(und Unmšglichkeiten) trifft und wo sie beim alten bleibt oder eigene Wege

geht. Dabei ist fŸr uns in den USA die "Systematisierung bei der deutschen

Schreibung mehrteiliger englischer Begriffe" besonders interessant, deren

Schreibungen "sich folglich manchmal nicht mit der Schreibungen in den

RechtschreibbŸchern" decken, die aber guten Sinn ergibt.

Mir fehlt jetzt am Beginn des neuen akademischen Jahres die Zeit, dieses

Dokument eingehender zu besprechen, aber die "Chronik der

Rechtschreibregelung" von "Bis Mitte 19. Jahrhundert" bis "1999: 1. August"

ist interessant und informativ, ebenso wie SŠtze im Text zur Problematik

der VerŠnderung: "Soll doch jeder *Alb/ptraum schreiben wie er mag. Die

Printmedien bringt dieser Rest individueller orthografischer *[sic]*

Freiheit jedoch in ein Dilemma. Auf einer Seite, in einem Artikel, in

einem Buch, auch von Ausgabe zu Ausgabe soll die Schreibung eines Wortes

natŸrlich nicht beliebig wechseln. Die Printmedien verlangen Konsistenz

bis ins letzte Detail. Genau aus diesem Grund trat Konrad Dudens

orthografischem Wšrterbuch (1902), das dem Schreibenden einiges an Freiheit

lie§, schon ein Jahr spŠter ein detaillierterer und eindeutigerer

*Buchdrucker-Duden* zur Seite, der dann 1915 in den allgemeinen *Duden*

integriert wurde ..." (4). Oder unter "ss/§": "Nach kurzem Vokal steht

jetzt *ss* statt *§*; ... FŸr viele wird mit dieser einen neuen Regel die

Rechtschreibreform auch schon enden."

Die SchutzgebŸhr DM 6.- ist dieses Dokument wirklich wert. Dieter E.

Zimmer zeigt sich als einer der leider wenigen, die sich intensiv mit der

Problematik des Aufschreibens der deutschen Sprache - so da§ der Leser

soweit wie nur irgend mšglich die Intention des Originals eindeutig

mitbekommen kann - wirklich befa§t haben.